Gut drauf - Glückshormone (© SINNBILD / stock.adobe.com)

Glückshormone (und ihre Rolle gegen Ängste und sonstige psychische Probleme)

Manche Menschen scheinen vollgepumpt mit Glückgefühlen zu sein. Andere leiden unter Stimmungsschwankungen, nagender Unzufriedenheit oder anhaltender Depressivität. Ihre Lebensgefühle sind eher pessimistisch als optimistisch. Viele solcher Menschen würden gerne wissen, was vermehrte Glücksgefühle auslösen und freisetzen kann.

Einige Nahrungsmittel sind bekannt dafür, gefühlt glücklicher zu machen – zumindest für den Moment. Eine Tafel Schokolade ist für manchen Menschen ein ebenso gutes Antidepressivum, wie eine Tageslichtlampe für Menschen mit einer Winterdepression. Es lohnt sich, bei einer Neigung zu Gestresstheit oder psychischen Erkrankungen, die Arbeit der Glückshormone etwas näher zu betrachten.

Bei den sogenannten Glückshormonen handelt es sich eigentlich um eine Kombination aus hormonähnlichen Botenstoffen (den sogenannten Neurotransmittern, siehe unsere Neurotransmitter Liste) und echten Hormonen, die unser Glücksgefühl beeinflussen. Die Wirkung der körpereigenen Glücklichmacher gleicht in etwa den Effekten, die sogenannte Psychotropika auslösen. Dabei handelt es sich um drogenähnliche Substanzen, die bewusstseinsverändernd wirken können.

Viele Psychopharmaka werden genauso dazu gerechnet wie Halluzinogene, manche Aphrodisiaka, schmerzlindernde Analgetika und andere Stimulanzien. Bei einigen Psychotropika, die der Organismus selbst herstellen kann, könnten wir auch von körpereigenen oder endogenen Drogen sprechen.

Quellen:

Was sind eigentlich Glückshormone?

Als Glückshormone werden beispielsweise Serotonin und Dopamin, außerdem Noradrenalin, die Endorphine, Oxytocin und Phenetylamin angesehen. Der Effekt solcher Substanzen, der gesteigerte Glücksgefühle und Wohlbefinden auslösen kann, wird durch körperliche Einflussnahmen wie Stimulation, Betäubung und Schmerzlinderung erzeugt. So gesehen, ist unser Organismus ein Wunderwerk. Er funktioniert trotz aller Komplexität oft reibungslos. Dabei sorgt er sogar für unsere psychische Gestimmtheit.

Doch in jedem fein ausbalancierten und hochkomplexen System aus Tausenden von Prozessen kann auch mal etwas mangeln oder aus anderen Gründen nicht richtig funktionieren. Es kommt in der Folge zu einer Depression, einem Stimmungs-Tief oder einer vorübergehenden Winterdepression. Gegen depressive Verstimmungen kann jedoch jeder etwas unternehmen. Typische Vertreter solcher vorübergehenden Stimmungs-Tiefs sind zum Beispiel die Winterdepression durch anhaltenden Lichtmangel, oder ein vorübergehendes Laune-Tief wegen mehrerer Regentage, Ehekrach oder Liebeskummer.

Eine anhaltende Depression gehört jedoch in die Hand eines erfahrenen Arztes. Glückshormone alleine könnten hier zwar einiges verbessern. Es bedarf aber der Verordnung von Antidepressiva und der Frage, ob ein Mangel an Dopamin oder Serotonin im Gehirn verantwortlich für das mangelnde Wohlbefinden ist.

Quellen:

Wie wirken die verschiedenen Glückshormone?

Das Serotonin hat seinen Arbeitsort im zentralen Nervensystem. Es sorgt im Organismus für geringeres Schmerzempfinden. Es steuert außerdem unser Schlaf- oder Sexualverhalten und nimmt Einfluss auf unser Gefühlsleben. Im Frühling produziert unser Organismus deutlich mehr Serotonin. Im Winter dominiert das schlaffördernde Melatonin. Daher sind wir im Winter müde und passiv. Die schlummerwilligen Geister werden mit dem Frühjahr aber wieder aktiver.

Die Bedeutung von Serotonin – Über Mangel, Mythos und Mittelchen…

Das Dopamin im Gehirn hat einen entscheidenden Einfluss auf unsere Glücksgefühle. Gefühle oder Empfindungen leitet das Dopamin als Botenstoff weiter. Außerdem steuert dieser Neurotransmitter Muskelimpulse und reguliert die Organdurchblutung. Bei einem flotten Spaziergang an der frischen Luft oder Sport ergeben Dopamin, Serotonin und Adrenalin das Wohlfühlgefühl. Das Fehlen von Dopamin oder ein entsprechender Mangel ist bei vielen Erkrankungen einer der verursachenden Faktoren. Das ist zum Beispiel bei der Parkinson-Erkrankung der Fall.

Rolle und Wirkung von Dopamin | Dopaminmangel, Dopaminüberschuss

Aus Dopamin plus einem Enzym kann der Organismus jedoch auch Noradrenalin in den Nebennieren und im zentralen Nervensystem herstellen. Unser Organismus schüttet Noradrenalin immer dann aus, wenn wir geistig strapaziert oder körperlich gestresst sind. Das Noradrenalin-Plus fördert dann gesteigerte Wachheit und Aufmerksamkeit. Es stärkt die Motivation und vergrößert die geistige Leistungsbereitschaft.

Noradrenalin und die Rolle im Kontext psychischer Erkrankungen

Die Endorphine könnte man durchaus als körpereigene Schmerzmittel bezeichnen. Verletzt jemand sich stärker, werden vom Organismus umgehend Endorphine ausgeschüttet. Das erzeugt eine Art natürlich verursachten Rauschzustand. Die Endorphin-Ausschüttung lindert die Schmerzen. Die Endorphine wirken aber auch bei der Regulation von Stimmungen oder Hungergefühlen mit. Sie sind außerdem an der Produktion von Sexualhormonen beteiligt. Beim Sport kennen viele das erhebende und belebende Gefühl, das durch die Freisetzung von Endorphinen entsteht. Marathonläufer spüren nach den Anstrengungen der ersten Kilometer plötzlich keine Erschöpfung mehr.

Phenethylamin ist ein Hormon. Dieses beeinflusst das Lust- und Glücksempfinden. Beim Sport oder bei längerem Ausdauertraining wird Phenethylamin ausgeschüttet. Das verursacht einen leichten Rauschzustand und ein Glücksgefühl. Jeder kennt die Wirkung von Phenethylamin aber auch, wenn die Gefühle mit einem verliebten Menschen Achterbahn fahren. Typische Wahrnehmungen Verliebter wie glückliche Erwartung, Herzklopfen, Schmetterlinge im Bauch oder abschweifende Gedanken sind auf den Einfluss des Phenethylamins zurückzuführen.

Oxytocin ist vor allem beim Einsetzen von Geburtswehen oder der Milchabgabe beim Stillen beteiligt. Es wirkt aber auch stressmindernd, stimmungsaufhellend und angstlösend. Damit ist Oxytocin am Wohlbefinden beteiligt. Es beeinflusst aber auch kognitive Fähigkeiten wie Empathie.

Quellen:


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Was haben Ernährung, Sonne und Depressionen miteinander zu tun?

Sehr viel, um genau zu sein. Kakao und Schokolade gelten beispielsweise als süße Glücklichmacher, weil sie die Glückshormone Serotonin und Phenethylamin enthalten. Neben dem Genussfaktor durch ihren Fett- und Zuckergehalt aktivieren diese beiden im Gehirn also auch Glücksgefühle. Gewisse Substanzen oder fehlende Nährstoffkomponenten in Lebensmitteln können demnach psychische Erkrankungen begünstigen. Bestimmte Inhaltsstoffe können aber auch depressive Verstimmungen verbessern. Von der Art der Ernährung hängt es also zum Teil ab, wie gut unsere Stimmung ist.

Ananas, Pflaumen, Datteln, Feigen oder Bananen machen erfahrungsgemäß glücklicher. Sie wirken stimmungsaufhellend, weil sie Tryptophan enthalten, Tryptophan ist eine Vorstufe für die körpereigene Serotonin-Herstellung. Vieles was wir essen, enthält jedoch nicht genug von den glücklich machenden Botenstoffen, um anhaltende Stimmungstiefs zu beheben. Momentane Stimmungstiefs oder Winterdepressionen können jedoch durch eine insgesamt stimmungsaufhellende Ernährung beeinflusst werden. Gesund zu essen, kann also die psychische Gesundheit erhalten und fördern.

Problematisch ist jedoch eine Ernährung, der es an farblichen, geschmacklichen oder olfaktorischen Reizen und lebenswichtigen Nährstoffen mangelt. Wer ständig Fast Food oder Tiefkühlgerichte mit Geschmacksverstärker und unnützen Inhaltsstoffen verzehrt, wird möglicherweise leichter an Depressionen erkranken. Dem Essen fehlen die stimulierenden Botenstoffe im Gehirn, die die Psyche positiv beeinflussen und eine dauerhafte Deprimiertheit verhindern können. Manches Lebensmittel ersetzt auf diese Weise ein später verordnetes Medikament. Manches, was wir essen, wirkt wie ein Glückshormon oder kann Glückshormone freisetzen.


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Stark verarbeitete oder Toxin-belastete Nahrungsmittel erzeugen allerdings erst die Bedingungen dafür, dass mancher Patient Tabletten – beispielsweise pflanzliche Mittel wie Neurapas – oder rezeptpflichtige Antidepressiva benötigt. Tipps über entsprechende Inhaltsstoffe in der Nahrung oder zum Thema pflanzliche Tabletten, die die Stimmung heben, finden sich reichlich im Internet.

Auch die Liebe wirkt bekanntlich stimmungsverbessernd. Verliebtheit kann Glücksgefühle aktivieren. Sie kann die Fantasie anregen und die Lust auf Sexualität steigern. Die Liebe reißt jeden Menschen aus der Lethargie. Depressive Verstimmungen und Einsamkeit verfliegen im Nu. Mancher Verliebte braucht kein Medikament mehr, um seine Stimmung zu verbessern. Er schwebt dauerhaft auf Wolke sieben und fühlt sich herrlich unbeschwert.

Eine ähnlich positive Wirkung hat die Sonne. Im Gehirn werden bei länger werdenden Tagen weniger schlaffördernde Substanzen hergestellt. Stattdessen fühlen wir uns wacher, lebendiger und aktiver. Durch Sonne können sich Vitamin D und andere Botenstoffe freisetzen. Das eine oder andere Glückshormon stellt sich ein. Wir spüren unsere Sexualität intensiver. Es geht uns fast durchweg gut.

Im Sommer machen viele Menschen mehr Sport an der frischen Luft. Davon profitiert nicht nur der gesamte Organismus, sondern auch das Gehirn. Statt bei Stimmungstiefs oder stressbedingten Überlastungs-Erscheinungen Tabletten einnehmen zu wollen, sollte möglichst oft Bewegung an der frischen Luft auf dem Plan stehen. Wandern, Fahrradfahren, Schwimmen oder Spazierengehen sind Glückshelfer.

Viele gestresste Menschen aktivieren ihr Wohlbefinden bewusst durch Vitalstoffe in Lebensmitteln, die sonnengereift sind. Wir produzieren automatisch mehr Glückshormone durch Sonne und die stimulierende Wirkung von Naturerlebnissen. Natur könnte demnach als Glückshormon durchgehen. Viele Tipps rund um gesteigertes Wohlbefinden beinhalten Naturerlebnisse. Diese aktivieren nicht nur das Glückshormon. Glückshormone wirken oft besser als Tabletten. Vor allem haben sie keine Nebenwirkungen.

Ein Glückshormon fällt auch nicht durch Wechselwirkungen mit anderen Tabletten auf. Es kann Wohlbefinden auslösen, weitere Botenstoffe oder Endocannabinoide produzieren, und die gute Laune fördern oder steigern. Der Körper kann ein sogenanntes „Glückshormon“ aus Substanzen in Lebensmitteln oder durch einen Aufenthalt an der Sonne selbst herstellen. Betroffene müssen nur entsprechende Prozesse in Gehirn anregen.

Quellen:


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Kann jeder seine Glückshormon-Portion gezielt erzeugen?

Gäbe es frei verkäufliche Tabletten mit Glückshormon-Gehalt zu kaufen, wäre der Erfinder ein Millionär. Viele Menschen setzen in neuerer Zeit auf das entspannende Cannabinoid „Cannabidiol“ (CBD) als Glücklichmacher. Dessen Wirkungen ist jedoch noch nicht gut genug erforscht.

Da rezeptfreies CBD zudem bei Dauergebrauch teuer ist, kaufen viele Menschen lieber preiswerte pflanzliche Medikamente wie „Felis“ mit Johanniskraut-Extrakt oder „Neurapas„. Manche Menschen kaufen stattdessen GABA Kapseln. Andere schwören auf essbare Laune-Verbesserer, beispielsweise Schokolade oder Kuchen. Für weitere Impulse in dieser Richtung: siehe negative Gedanken loswerden.

Nicht zufällig setzen viele Menschen bei einer Neigung zum Winterblues auf Sport, Ernährung mit vitalstoffreichen Lebensmitteln, Naturerlebnisse, Sonne und Lichttherapien (siehe Lichttherapie gegen Depression). Solche natürlichen Strategien begünstigen Glücksgefühle. Sie erzeugen Botenstoffe, die die Herstellung von Glückshormon begünstigen.

Viele entsprechende Tipps finden sich im Internet. Wenn bestimmte Vitalstoffe oder Naturerlebnisse gänzlich fehlen, kommt die Psyche leicht aus dem Gleichgewicht. Dabei könnte jeder ein seelisches Gleichgewicht selber herstellen.

Quellen:


Stimmungsaufheller pflanzlich – Natürliche Stimmungsaufhellung und ihre Grenzen


Wo genügen Glückshormone alleine nicht?

Glückshormone sind bei leichteren Verstimmungen und Liebeskummer eine gute Idee. Sie entfalten dann zuverlässig ihre Wirkung. Die Betroffenen müssen die Glückshormone allerdings aktiv hervorzaubern – zum Beispiel durch gesundes Essen, Sonnenbäder, Naturaufenthalte oder gute Gespräche. Wer sich vor lauter Kummer verkriecht oder sich bei Stress und Kummer sinnlos betrinkt, kann sich nicht besser fühlen. Um sich wohl zu fühlen, kann jeder Mensch sehr viel beitragen. Er sollte jedoch geeignete Mittel wählen statt ungeeignete.

Problematisch wird es jedoch, wenn eine anhaltende Depressivität mit zunehmendem sozialem Rückzug, eine Psychose mit übermäßiger Agitiertheit, ein Burn-out oder andere schwerwiegende psychische Störungen festgestellt werden. Auch manische Depressionen, Angsterkrankungen, jahrelange Essstörungen, eine Dysthymia, sowie anhaltende innere Leere, Lethargie oder Teilnahmslosigkeit können nicht allein durch ein Kilo Glückshormon verbessert werden. Hier bedarf es immer medizinischer Intervention.

Gleichwohl können Glückshormone die Auswirkungen aller psychischen Erkrankungen abmildern. Sich mit Glückshormonen zu befassen, und den eigenen Status dieser körpereigenen Glücklichmacher mit geeigneten Methoden zu verbessern, ist in jedem Fall nützlich. Es bedarf bei allen schweren psychischen Erkrankungen jedoch begleitend einer fachkundigen Behandlung mit Antidepressiva oder anderen Medikamenten.

Quellen:

Zum Weiterlesen auf dieser Website:

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