Schizophrenie / Schizophrenia (© Lucian Milasan / Fotolia)

Schizophrenie von A-Z ► Symptome, Diagnose, Varianten

Schizophrenie zählt zu den Psychosen – schweren psychischen Erkrankungen mit einer Reihe gemeinsamer Symptome – und wird daher auch als schizophrene Psychose bezeichnet. Nichtsdestotrotz gilt sie auch als Krankheit der tausend Gesichter, da sie sich sowohl in genauer Ausprägung als auch Prognose, Behandlungserfolg und persönlicher Wahrnehmung von Patient zu Patient erheblich unterscheidet.

Abgrenzung: Schizophren vs. andere psychische Erkrankungen

Vor einer Diagnose muss eine schizophrene Psychose gegen andere psychische und organische Erkrankungen abgegrenzt werden. Je nach Alter zählen dazu beispielsweise Störungen aus dem autistischen Formenkreis sowie Entwicklungsstörungen bei Kindern und schwere Pubertätsprobleme bei Jugendlichen. Bei Erwachsenen muss häufig eine Abgrenzung gegen dissoziative Identitätsstörungen (auch als „multiple Persönlichkeitsstörung“ bezeichnet) vorgenommen werden. Nicht selten werden die beiden Erkrankungen verwechselt, obwohl sie unterschiedliche Ursachen und Anzeichen haben.

Auch bei Menschen in hohem Alter kann Schizophrenie vorkommen, hier muss bei der Differentialdiagnose eine Demenz ausgeschlossen werden. Weitere psychische Erkrankungen, deren Symptome sich überschneiden können, sind schwere psychotische Depressionen, Borderline-Persönlichkeitsstörungen, schizoaffektive Störungen und schizoide Persönlichkeitsstörungen. Letzteren fehlt allerdings der für das schizophrene Krankheitsbild oft typische Realitätsverlust, es kommen weder Wahnvorstellungen noch Halluzinationen vor. Zu den Verwechslungsmöglichkeiten körperlicher Natur zählen Verletzungen des Gehirns oder tumoröse Veränderungen.

Entstehung & Ursachen von Schizophrenia

Zur Entstehung der Schizophrenia und ihrer Unterformen existieren sehr verschiedene Theorien, die bis jetzt zu keiner vollständigen Klärung gelangen konnten. Das liegt unter anderem darin begründet, dass unklar ist, ob nur eine einzige Ursache existiert, die alle Schizophrenien verursacht. Möglich wären verschiedene Arten der Genese – zuletzt gewann diese Überlegung an Bedeutung, als eine spezielle Form der Hirnhautentzündung gefunden wurde, deren Symptome bislang dem Diagnose-Etikett „schizophren“ zugeordnet wurden. Unabhängig von deren Entstehung wird zurzeit von einem Risiko von etwa 1% ausgegangen, in seinem Leben an Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis zu erkranken.

Am wahrscheinlichsten erscheint dem aktuellen Stand der Forschung nach eine Mischung aus genetischen, biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren. Entsprechende Studien weisen auf ein erhöhtes Auftreten bei den Kindern erkrankter Eltern oder im Falle erkrankter Geschwister hin, umgekehrt wurde mittels Untersuchungen eineiiger Zwillinge eine rein genetische Ursache ausgeschlossen. Die angenommene Vulnerabilität wiederum kann bei einer Person unter hohem Stress oder infolge eines traumatischen Ereignisses zum Ausbruch der Schizophrenie führen. Dabei sind Auslöser und Ursache nicht zwangsläufig gleichbedeutend, zumal es Hinweise auf weitere Faktoren gibt. Beispiele sind sowie Immunreaktionen bei HIV-Patienten, Reaktionen auf Toxine und Tetrahydrocannabinol, zudem hormonelle Einflüsse, Infektionen und Geburtsschäden. Aufgrund dessen besteht die Theorie, dass die endgültige Ausprägung der schizophrenen Erkrankung möglicherweise ein Resultat sehr unterschiedlicher Vorbedingungen ist. Dreh- und Angelpunkt der Erkrankung scheint letztlich jedoch eine Störung der Regulation der Informations- und Reizverarbeitung im Gehirn zu sein, die zur Überlastung des Patienten führt.

Schizophrenie Symptome

Schizophrenia zeichnet sich, je nach Unterart, Stadium und Persönlichkeit des Betroffenen, durch eine ganze Fülle verschiedener Anzeichen für „schizophren“ aus. Zu diesen gehören:

  • Veränderung von Wahrnehmung, Gedanken- und Stimmungsleben, des Antriebs und der Psychomotorik.
  • Teilweise treten starke euphorische, aktivierende, oder bedrückende und abgeflachte Gefühle auf. Gedanken werden nicht selten als externe Quellen wahrgenommen, weshalb bei Beobachtern der Eindruck mehrerer Persönlichkeiten entstehen kann – hieraus resultieren die Verwechslungen mit dissoziativen Störungen.
  • Halluzinationen, vor allem akustische („Stimmen hören“), aber auch optische, sind häufig. Es kann jedoch auch jeder andere Sinn betroffen sein.
  • Zusätzlich können Wahn und paranoide Empfindungen auftreten. Als Wahn werden dabei von außen betrachtet unlogische Gedanken und Empfindungen definiert, die für den Betroffenen jedoch sinnvoll und vor allem unveränderlich erscheinen.
Schlagwörter der Schizophrenie: Paranoide, hebephrene, affektive, katatone, manische, psychotische ... (© fotodo / Fotolia)
Schlagwörter der Schizophrenie: Paranoide, hebephrene, affektive, katatone, manische, psychotische … (© fotodo / Fotolia)

Um der Menge der Schizophrenie Symptome gerecht zu werden, werden diese in drei Klassen zusammengefasst:

1. Kognitive Symptomatik

Symptome dieser Art wirken sich am stärksten auf den Alltag eines Erkrankten aus. Hierzu zählen:

  • Sprachschwierigkeiten
  • Gedächtnisstörungen
  • verkürzte Spanne der Aufmerksamkeit und des zusammenhängenden Denkens
  • Schwierigkeiten, Pläne zu erarbeiten und durchzuführen

2. Negativsymptomatik

… auch Minussymptomatik genannt.

  • Intensität oder Spektrum von Emotionen, Wahrnehmung, Ausdruck oder Erleben reduziert
  • eingeschränkte Sprache
  • Desinteresse, Teilnahmslosigkeit, Perspektivlosigkeit
  • motorische Schwierigkeiten

3. Positivsymptomatik

… auch Plussymptomatik genannt. Die auftretenden Muster sind von Betroffenem zu Betroffenem unterschiedlich und können plötzlich beginnen und enden. Sie sind der Hauptangriffspunkt für die meisten Antipsychotika.

  • übersteigerte Wahrnehmung, Fehlinterpretationen
  • körperliche Unruhe (vergleiche innere Unruhen)
  • unangreifbare Überzeugung der Verwicklung in größere Umstände (Verfolgung, Verschwörung, Kommunikation mit Gott, Nachrichten aus dem Jenseits oder dem All etc.)
  • Wahn, Halluzinationen

Einen weiteren wichtigen Faktor für Betroffene, wenn auch kein eigentliches Symptom, stellt die gesellschaftliche Bewertung der Schizophrenie dar. Erkrankte werden häufig diskriminiert und sozial isoliert, wobei die Ausgrenzung sowohl das Berufs- als auch Privatleben betrifft. Die sehr negative gesellschaftliche Sichtweise wird durch die mediale Darstellung derartiger Erkrankungen gefördert. Obwohl Gewaltausbrüche gegen andere Menschen unter Erkrankten vergleichsweise selten sind, erfahren derartige Ereignisse hohe mediale Aufmerksamkeit. Sowohl diesbezügliche Berichterstattung als auch die künstlerische Verarbeitung in Literatur und Film legt dabei eine wesentlich höhere Gefährdung durch psychisch erkrankte Menschen nahe, als sie tatsächlich der Realität entspricht.

Diagnose der Schizophrenie durch Tests

Insbesondere online finden sich viele mehr oder weniger elaboriert gestaltete Selbsttests zur Schizophrenie. Allerdings sind derartige Angebote generell mit Vorsicht zu genießen, da auch ein sorgfältig erstellter und ausgefüllter Selbsttest bestenfalls Hinweise auf eine Erkrankung oder ein erhöhtes Risiko geben kann. Da sich schizophrene Psychosen aus vielen verschiedenen Symptomen und Faktoren zusammensetzt, die jeweils einzeln auch Hinweise auf andere Störungen sein können, kann eine endgültige Diagnose nur von einem erfahrenen Arzt gestellt werden. Schizophrenie durch einen Test sicher festzustellen, ist daher nicht möglich.

Auch wenn manch Onlineangebot es suggerieren will: eine schizophrene Psychose lässt sich nicht in einem einfachen Schizophrenie Test online diagnostizieren, sondern erfordert eine sorgfältige Differentialdiagnostik (© eyeQ / Fotolia)
Auch wenn manch Onlineangebot es suggerieren will: eine schizophrene Psychose lässt sich nicht in einem einfachen Schizophrenie Test online diagnostizieren, sondern erfordert eine sorgfältige Differentialdiagnostik (© eyeQ / Fotolia)

Formen schizophrener Erkrankung

Die verschiedenen Formen einer Schizophrenie sind im internationalen Verzeichnis aller Krankheiten (ICD 10) unter den Nummern F20.0 bis F20.6 klassifiziert. Hierbei handelt es sich um die aktuelle Einordnung, in der Literatur finden sich jedoch viele weitere, teils synonyme, teils veraltete Begrifflichkeiten. Zu diesen zählen beispielsweise

  • die „affektive Schizophrenie“,
  • die „manische Schizophrenie“ und
  • die „psychotische Schizophrenie“.

Die Einteilung als affektive Schizophrenie sowie manische Schizophrenie bezieht sich lediglich auf deren jeweilige Leitsymptomatik, im Falle ersterer starke affektive, im Falle letzterer deutlich manische Anzeichen. Gelegentlich wird mit der affektiven Schizophrenie jedoch auch die sogenannte schizoaffektive Störung fehlbenannt, bei der es sich um eine andere, eigenständige psychische Erkrankung handelt. Diese weist sowohl einzelne Anzeichen einer bipolaren Depression (vgl. Depression Symptome) als auch einer schizophren gearteten Erkrankung auf. Die psychotische Schizophrenie hingegen ist redundant, da es sich bei allen Unterformen der Schizophrenie um Psychosen handelt.

Zeitweise wird auch die „Schizophrenie bei Kindern“ festgestellt, allerdings ist das Krankheitsbild sehr schwer zu diagnostizieren. Das liegt in erster Linie an den noch nicht voll ausgeprägten emotionalen und geistigen Fähigkeiten eines Kindes, sodass eine sichere Diagnose der Schizophrenie bei Kindern selten, schwer festzustellen und keinesfalls vor dem achten Lebensjahr zu stellen ist.

► Paranoide Schizophrenie

Paranoide Schizophrenie, gelegentlich auch schizophrene Paranoia genannt, zeichnet sich vor allem durch ein intensives Bedrohungs- und Verfolgungsgefühl aus. Damit einher gehen häufig wahnhafte Gedanken und Vorstellungen sowie unter Umständen heftige Halluzinationen optischer und akustischer Natur. Negativsymptomatik tritt nicht oder nur geringfügig auf. Zu unterscheiden ist die schizophrene Paranoia von der eigentlichen Paranoia, die zu den wahnhaften Störungen zählt.

Paranoide Schizophrenie / Schizophrene Psychose mit Paranoia (© Photographee.eu / Fotolia)
Paranoide Schizophrenie / Schizophrene Psychose mit Paranoia (© Photographee.eu / Fotolia)

► Hebephrenie / Hebephrene Schizophrenie

Die hebephrene Schizophrenie ist besonders von Desorganisation und abgeflachtem Stimmungsbild gekennzeichnet. Auch sonst stehen vor allem Antriebslosigkeit und soziale Isolation im Vordergrund, Halluzinationen treten dagegen häufig weniger stark auf. Hebephrene Schizophrenie ist eine nur bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen erscheinende Erkrankung.

► Katatone Schizophrenie

Katatone Schizophrenie beinhaltet vor allem sehr intensive körperliche Symptome, sowohl im positiven als auch negativen Bereich. So kann es abwechselnd zu heftigen Erregungszuständen und zu lähmenden Episoden inklusive des Verharrens in unnatürlichen Stellungen kommen. Auch Halluzinationen kommen häufig vor.

► Undifferenzierte Schizophrenie

Hierbei handelt es sich um einen Sammelbegriff für schizophrene Erkrankungen, die keinem weiteren Subtyp zugeordnet werden können.

► Postschizophrene Depression

Eine postschizophrene Depression entwickelt sich nach Ende der eigentlichen Schizophrenie beziehungsweise eines Schubes. Es treten nach wie vor leichte Symptome der Schizophrenie auf, die depressive Symptomatik ist jedoch deutlich ausgeprägter.

► Schizophrenes Residuum

Mit diesem Begriff wird eine chronische Erkrankung bezeichnet, die sich mehr oder weniger schnell verschlechtert und vor allem eine deutliche Negativsymptomatik aufweist. Unter dem genannten Zustand leiden vor allem Ausdrucksfähigkeit, Körperpflege und soziale Fähigkeiten.

► Schizophrenia simplex

Bei der Schizophrenia simplex findet sich ebenfalls eine langsame Entwicklung hin zu negativen Symptomen und gesellschaftlicher Auffälligkeit.

Unklare Prognose für schizophren Erkrankte

Die Prognose von schizophrenen Erkrankungen ist sehr schwer einzuschätzen. Zwar gibt es Studien, die berichten, dass etwa ein Drittel der Betroffenen nur einen einzigen Schub erlebt, ein weiteres unter gelegentlich auftretenden Schüben und das letzte unter chronischer Schizophrenie leidet. Die Aussagekraft dieser Untersuchungen ist jedoch eingeschränkt, da sie Todesfälle oder nicht mehr auffindbare Personen, beispielsweise Obdachlose, nicht einbezieht. Zudem sind die vorhandenen Forschungsergebnisse sehr unterschiedlich, unter anderem, weil die Voraussetzungen ausgesprochen verschieden waren. Die durchschnittliche Zeit zwischen zwei Schüben betrug fünf Jahre. Dabei dauerte es ebenfalls fünf Jahre zwischen den ersten Vorsymptomen und dem tatsächlichen Ausbruch der Erkrankung. Aufgrund dessen ist es zunächst nur schwer möglich eine individuelle Voraussage zu treffen. Umso wichtiger ist es für Betroffene, eine genaue Beobachtungsgabe für ihr psychisches Empfinden zu entwickeln. Unter Umständen benötigt es zudem eine möglichst engmaschig betreute Phase des Experimentierens, um den idealen Umgang mit oder ohne Medikation zu erreichen.

Therapeutische Ansätze

Wer schizophren ist, profitiert häufig von einer begleitenden Therapie (siehe Psychotherapien). Diese ist in erster Linie dazu geeignet, den Umgang mit der Erkrankung zu verbessern, die Erkrankung und ihre Begleiterscheinungen zu verstehen und die Akzeptanz ihr gegenüber zu erhöhen. Auch kognitive Verbesserungen zählen zu den Therapiezielen, da Betroffene gerade unter diesbezüglichen Einschränkungen enorm leiden. Ausgesprochen wichtig ist dabei das Vertrauensverhältnis zwischen Therapeut und Patient, das Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist. Ist dieses gut, können gemeinsam die Medikation abgestimmt und Therapieziele individuell festgelegt und auf deren Erreichung hingearbeitet werden. Es kann sich zudem positiv auswirken, auch Angehörige in die Therapie einzubeziehen, um deren Verständnis für die Erkrankung und den Betroffenen zu erhöhen.

Ob und welche Medikamente zur Behandlung von Schizophrenie zum Einsatz kommen, hängt stark von der individuellen Symptomatik ab. Behandelnde Psychiater haben in der ambulanten wie stationären Versorgung verschiedene Alternativen aus dem Bereich der Psychopharmaka / Antipsychotika / Neuroleptika für die Akut-Medikamentation und dauerhafte Therapierung zur Verfügung (© felipecaparros / Fotolia)
Ob und welche Medikamente zur Behandlung von Schizophrenie zum Einsatz kommen, hängt stark von der individuellen Symptomatik ab. Behandelnde Psychiater haben in der ambulanten wie stationären Versorgung verschiedene Alternativen aus dem Bereich der Psychopharmaka / Antipsychotika / Neuroleptika für die Akut-Medikamentation und dauerhafte Therapierung zur Verfügung (© felipecaparros / Fotolia)

Medikamente im Rahmen der Behandlung

In den meisten Fällen entwickelt sich unter einem schizophrenen Schub ein derart starker Leidensdruck, dass eine medikamentöse Behandlung notwendig ist. Diese dient zudem der Wiederherstellung der Alltagsfähigkeit und Behebung kognitiver Beschränkungen. Genutzt werden je nach genauem Krankheitsbild Neuroleptika, häufig der sogenannten „zweiten Generation“ wie Clozapin. Deren Hauptnutzen besteht in einer dämpfenden Wirkung des Dopaminsystems, dank derer Halluzinationen und wahnhafte Gedanken des schizophren Erkrankten gehemmt werden. Es können jedoch auch weitere Psychopharmaka eingesetzt werden. Aufgrund der unter Umständen starken Nebenwirkungen sollte eine Medikation sehr gut abgestimmt und beobachtet werden (siehe auch: Nebenwirkungen von Antidepressiva). Nach Abklingen eines Schubes kann es für viele Patienten wichtig sein, über einen längeren Zeitraum eine niedrige Erhaltungsdosis beizubehalten, um das Risiko eines erneuten Auftretens zu senken. Auch unter beständiger Medikamentierung kommt es bei 15% der Erkrankten zu einem erneuten Schub.

Schizophren – Was Sie noch wissen sollten

Obwohl die zurzeit gängigen Behandlungsansätze unter Ärzten und Psychologen größtenteils unumstritten sind, erfahren sie bei Betroffenen häufig deutlich weniger Akzeptanz. Die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich. Für Patienten, die ihre Erkrankung als sehr qualvoll empfinden, bedeutet eine medikamentöse stationäre oder ambulante Behandlung häufig eine regelrechte Erlösung von einem als nicht handhabbar empfundenen Zustand. Andere berichten davon, die schizophrene Psychose eher als Überlastungsreaktion zu betrachten, die es möglichst durchzustehen gilt. Problematisch stellen sich dabei auch die teilweise schweren und langfristigen Nebenwirkungen, die die meisten Medikamente verursachen, dar. Auch aufgrund dieser ist die Abbruchrate medikamentöser Therapien im Vergleich mit anderen Erkrankungen sehr hoch.

Ein letztes Problem besteht in der nicht selten im Rahmen von Zwangsmaßnahmen durchgeführten Einweisung (siehe Einweisung Psychiatrie) und Therapie, die sich zum einen negativ auf die Therapiefähigkeit schizophren Erkrankter auswirkt, zum anderen aus menschenrechtlicher Sicht immer wieder für Diskussionen sorgt.

Unabhängig davon sollten Betroffene verantwortungsvoll mit ihrer Erkrankung umgehen und sich um ihretwillen um einen Lebensstil bemühen, der die Wahrscheinlichkeit und Intensität erneuter schizophrener Schübe verringert. Zu den als stabilisierend geltenden Faktoren zählen:

  • Vermeidung von übermäßigem Stress, im Akutfall Reizarmut
  • gesunde, regelmäßige Ernährung
  • Sport / regelmäßige Bewegung
  • regelmäßiger, ausreichender Schlaf
  • strukturierter Tagesablauf
  • Verzicht auf Drogen und übermäßigen Alkoholkonsum

Keinesfalls sollten Medikamente abrupt eigenständig abgesetzt werden. Stattdessen lohnt es sich, einen Arzt zu suchen, der bereit ist unterschiedliche Präparate und Dosierungen auszuprobieren und sich dabei nach den Bedürfnissen des Patienten richtet. Hilfreich kann in diesem Fall die Suche über Selbsthilfegruppen und –foren sein, in denen entsprechende Erfahrungen über individuelle Schizophrenie Symptome sowie spezielle Subtypen wie die paranoide Schizophrenie, die hebephrene S., die katatone, die affektive S. etc. ausgetauscht werden können.

Um die richtige Behandlung und die Berücksichtigung der eigenen Wünsche sicherzustellen, können Betroffene im Voraus auf eine Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht zurückgreifen. Eine Durchsetzung der eigenen Rechte im Nachhinein gestaltet sich hingegen zurzeit noch ausgesprochen schwer. Eine Patientenverfügung kann zudem so gestaltet werden, dass Zwangsbehandlung in bestimmten Situationen erlaubt oder aber untersagt wird, um zu gewährleisten, dass dies auch bei einer späteren Entscheidungsunfähigkeit beachtet wird.

Video zu Schizophrenie Symptomen und Erkrankungsverlauf

YOUTUBE: Patientin berichtet über Schizophrenie Symptome im Rahmen eines Image-Videos
(youtube.com/watch?v=nFL1RgbzqL0)

Ängste, Phobien, Panikattacken > Angststörungen und Angsterkrankungen behandeln