Vegetatives Nervensystem beruhigen - Das parasympathische Nervensystem und der Parasympathikus (© bilderzwerg / Fotolia)

Vegetatives Nervensystem beruhigen

Das vegetative Nervensystem stärken und beruhigen

Das vegetative Nervensystem hat eine Sonderrolle im Organismus, denn es steuert rund um die Uhr alle lebenswichtigen Funktionen des Körpers. Im Gegensatz zum somatischen Nervensystem, das der bewussten Kontrolle des Menschen unterliegt, funktioniert das vegetative Nervensystem autonom, also selbständig. Bedeutet das, dass Sie Ihr vegetatives Nervensystem nicht positiv beeinflussen können? Die gute Nachricht ist, ein überreiztes vegetatives Nervensystem lässt sich auf ganz unterschiedliche Weise stärken. Hier stellen wir Ihnen einige Möglichkeiten vor, das vegetative Nervensystem zu beruhigen.

Die Aufgaben des vegetativen Nervensystems

Das vegetative Nervensystem sorgt für die Aufrechterhaltung von Vitalfunktionen wie Atmung und Stoffwechsel, und das selbst im Schlaf oder bei Bewusstlosigkeit. Auch Organsysteme wie Herz, Gefäße und die Bronchien unterliegen der Kontrolle des sogenannten Vegetativum. Diese Leistung vollbringt das vegetative Nervensystem verlässlich ohne Ihr Zutun. Sie können es einmal selbst ausprobieren, versuchen Sie willentlich Einfluss auf Ihre Verdauung zu nehmen oder Ihre innere Augenmuskulatur zu steuern. Es wird Ihnen nicht gelingen.

Sehen Sie im vegetativen Nervensystem einen wichtigen Mittler zwischen Ihrer inneren Welt und dem Außen. Wird uns bei sommerlichen Temperaturen heiß, regt das Vegetativum die Schweißdrüsen an, um den erhitzten Körper abzukühlen. Es beschleunigt auch den Herzschlag und die Atmung, wenn wir Sport treiben. So passt sich der Kreislauf den äußeren Bedingungen an.

Sympathikus und Parasympathikus

Das vegetative Nervensystem besteht aus enterischen Nerven, die für den Darmbereich zuständig sind, sowie dem Sympathikus und dem Parasympathikus, die stets als Gegenspieler auftreten und niemals gleichzeitig aktiv sind (vgl. soft-skills.com/parasympathikus-stress-entspannung/).

  • Das ‚sympathische Nervensystem’ bewirkt eine Steigerung der Leistungsfähigkeit des Körpers und tritt bei Anspannung und körperlicher Aktivität auf den Plan. Das zeigt sich in zunehmender Herzfrequenz, schnellerer Atmung oder vermehrter Adrenalinausschüttung. Wann immer Sie sich anstrengen, wird der Sympathikus die Funktionen Ihres Körpers regulieren. Auch bei Angst und Stress ist es der Sympathikus, der für vermehrten Schweiß und Unruhe sorgt.
  • Sein Gegenspieler, der Parasympathikus, dämpft den Stresspegel und hilft dem Körper, sich zu entspannen und wieder zur Ruhe zu kommen. Während der Sympathikus vor allem tagsüber aktiv ist, tritt der Parasympathikus während der nächtlichen Erholungsphase in Erscheinung.
Das parasympathische Nervensystem und der Parasympathikus (© bilderzwerg / Fotolia)
Das parasympathische Nervensystem und der Parasympathikus (© bilderzwerg / Fotolia)
Sympathisches Nervensystem und der Sympathikus (© bilderzwerg / Fotolia)
Sympathisches Nervensystem und der Sympathikus (© bilderzwerg / Fotolia)

Was bringt das vegetative Nervensystem aus dem Takt?

Ein ungesunder Lebenswandel, falsche Ernährung, beruflicher oder privater Stress, übermäßiger Alkoholkonsum und psychische Belastungen sind nur einige Ursachen für ein überreiztes vegetatives Nervensystem. Diese Fehlfunktion des vegetativen Nervensystems wird auch vegetative Dystonie genannt. Es handelt sich um eine Ausschlussdiagnose, die der Arzt erst stellt, wenn keine organische Ursache für das Beschwerdebild gefunden wurde. Als Folge dieser Fehlfunktion treten Schlaflosigkeit, innere Unruhe (siehe innere Unruhe bekämpfen), Magen-Darm-Beschwerden, Beklemmungsgefühle und Herzrasen sowie erhöhter Blutdruck als Symptome auf.

Der Einfluss der Psyche auf das vegetative Nervensystem ist nicht zu unterschätzen. Wer sich viel sorgt, macht sich selbst Stress. Es ist wichtig, das vegetative Nervensystem zu beruhigen, so bleibt die Seele im Gleichgewicht.

Vegetatives Nervensystem beruhigen und mit pflanzlichen Mitteln stärken

Pflanzliche Heilmittel, auch Phytopharmaka, werden in der Behandlung der vegetativen Dystonie erfolgreich eingesetzt und haben den Vorteil, dass keine schweren Nebenwirkungen auftreten (vgl. pflanzliche Beruhigungsmittel, Schlafmittel pflanzlich, pflanzliche Antidepressiva, pflanzliche Medikamente gegen Angst & Co.).

Die folgende Auswahl soll Ihnen helfen, die für Sie passenden pflanzlichen Medikamente zu finden, um Ihr vegetatives Nervensystem natürlich zu stärken.

Baldrian

  • hilft bei Schlafstörungen (siehe auch Schlafprobleme)
  • wirkt beruhigend
  • verbessert das Gesamtbefinden
  • wirkt krampflösend bei Gastritis
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Passionsblume

  • wirkt angstlösend (anxiolytisch)
  • hilft gegen Unruhe
  • krampflösend bei Darmproblemen
  • schlaffördernd

siehe hierzu Pascoflair: Passionsblume Wirkung.

Pascoflair im Check – Passionsblume und ihre beruhigende Wirkung

Johanniskraut

siehe Johanniskraut Wirkung, unter anderem bzw. vor allem gegen Depressionen

Johanniskraut gegen Depression?

Hopfenextrakt

  • angstlösend
  • gegen innere Unruhe
  • hilfe bei nervöser Appetitlosigkeit
  • reduziert Reizblasenbeschwerden
Vegetatives Nervensystem beruhigen mit Hopfen: Klosterfrau Hopfen Beruhigungsdragees bei Amazon
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Mit Schüssler Salzen das Vegetativum natürlich stärken

Schüssler Salze sind Präparate aus Mineralsalzen, die in potenzierten Dosen, wie aus der Homöopathie bekannt, verabreicht werden. Das Therapiekonzept geht auf den Arzt für Homöopathie Wilhelm Heinrich Schüssler zurück.

Gegen Herzjagen, Einschlafprobleme und Anspannung hilft das Schüssler Salz Nr. 7 Magnesium Phosphoricum. Schüssler Salz Nr. 11, auch bekannt als Silicea, eignet sich zur Stärkung der Nerven.

Vegetatives Nervensystem beruhigen und stärken mit Schüssler Salzen: eBook "SCHÜSSLER SALZE heute" (Amazon)
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Weitere Therapiemöglichkeiten

Wenn Ängste, Stress und Sorgen überhand nehmen und Beschwerden anhalten, sollten Sie auch an seelische Ursachen denken. Viele Betroffene sprechen auf psychotherapeutische Maßnahmen (siehe Psychotherapie) gut an und erlernen Wege, mit den beunruhigenden Symptomen umzugehen.

Auch Autogenes Training und Meditation helfen, die vegetative Dystonie in den Griff zu bekommen und das vegetative Nervensystem zu beruhigen. In schweren Fällen ist es ratsam, zusätzlich zur Psychotherapie Medikamente wie Antidepressiva einzunehmen (siehe leichte bis mittelstarke Antidepressiva).

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Was Sie sonst noch tun können

  1. Achten Sie auf eine gesunde Ernährung, machen Sie Spaziergänge oder treiben Sie aktiv Sport. Ein ausgeglichenes Leben führt zu einem ausgeglichenen Nervensystem.
  2. Atmen Sie einfach mal tief durch und probieren Sie Entspannungstechniken aus. Meditation als Entspannungsübung fährt den Stresslevel herunter. Nur wenige Minuten am Tag genügen, um einen Effekt zu erzielen.

Die Heilpraktikerin für Psychotherapie Bettina Baumann stellt in ihrem Video eine Meditationshilfe vor, mit der Sie Ihr vegetatives Nervensystem beruhigen können. https://www.youtube.com/watch?v=Oi_k9n55UPc

Quellen und weiterführende Ressourcen rund um Stärkung und Beruhigung Ihres vegetativen Nervensystems:

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Dr. Jan Martin - Virtueller Chefredakteur - Digitale Redaktionsleitung Dr. Jan Martin ist virtueller Chefredakteuer von www.angst-verstehen.de. Er ist das Außengesicht der digitalen Redaktionsleitung, verantwortlich für Qualitätssicherung und Publikation der Texte der Redaktion.