Panikstörung | Panikstörungen werden im englischsprachigen Raum unter dem Ausdruck "panic disorder" zusammengefasst (© ibreakstock / Fotolia)

Panikstörung | Symptome, Ursachen und Behandlung von Panikstörungen

Nahezu jeder Mensch hat schon einmal das Gefühl von Panik erlebt. So rast beispielsweise das Herz bei dem Gedanken an eine bevorstehende Prüfung, Schweißperlen sammeln sich bei Turbulenzen während eines Fluges auf der Stirn, oder man empfindet Beklommenheit beim Betreten eines übervollen Aufzuges (vgl. Klaustrophobie). Selbst der Urmensch kannte Panik, wenn er etwa einem hungrigen Bären begegnete. Bei dieser Form von Ängsten handelt es sich um eine gesunde Reaktion des menschlichen Stressystems, um potenziellen Gefahren auszuweichen, erläutert Til Oliver Wagemann, Chefarzt für psychosomatische Medizin und Psychotherapie.

YOUTUBE: Panikstörungen besser verstehen (youtube.com/watch?v=OTSK52pdd_0)

Im Unterschied zu diesem normalen Reflex bezeichnet eine Panikstörung eine psychische Erkrankung, die das Alltagsleben und das Wohlbefinden massiv beeinträchtigen kann (siehe auch psychische Störungen). In extremen Fällen können die Beschwerden so weit führen, dass sich jemand nicht mehr traut, das Haus zu verlassen, wodurch er möglicherweise seinen Arbeitsplatz verliert.

Eine Betroffene schildert ihre persönlichen Erfahrungen mit dieser Krankheit folgendermaßen: „Komplett abgemagert und zu erschöpft, um mich richtig zu versorgen, verbrachte ich die meiste Zeit im Bett oder wanderte getrieben von einer Seite des Zimmers zur anderen, immer in der panischen Angst, Angst zu bekommen, zu ersticken, verrückt zu werden oder zu sterben.“ (brigitte.de)

Trotz der Wucht dieser psychischen Krankheit besteht für Betroffene kein Grund zur Verzweiflung, denn generell sind Panikstörungen heilbar, konstatiert Chefarzt Wagemann. Die Prognose, dass eine Therapie langfristig anschlägt, liegt bei circa 80 Prozent (netdoktor.de). Von alleine indes gehen die Probleme in der Regel nicht vorüber, sondern die Panikstörung Symptome verstärken sich mit der Zeit sogar noch.

„Du musst deinen Feind kennen, um ihn besiegen zu können“, erkannte bereits 500 v.Chr. der chinesische Militärstratege und Philosoph Sunzi. In diesem Sinne ist der erste Schritt, um sich aus der Umklammerung des Paniksyndroms zu befreien, der, alles Wissenswerte über diese Erkrankung in Erfahrung zu bringen.

Der folgende Text bietet Ihnen einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung über Angsterkrankungen und gibt Ihnen Informationen über die Panikstörung Behandlung an die Hand. Darüber hinaus erfahren Sie, welchen Beitrag Sie selbst leisten können, um diesen Kreislauf permanenter Todesängste zu überwinden.

Panikstörung: Diagnostik und Unterschied zu einer Phobie

Als Leitlinien zur Einordnung von Krankheiten dient Ärzten der aktuelle Diagnoseschlüssel ICD 10. Dieser gliedert die Panikstörung, die sogenannte episodisch paroxymale (anfallsartige) Angst, in die Punkte F41.0 (ohne Agrophobie) und F40.0 (mit Agrophobie). (icd-code.de/icd/code/F41.1.html beziehungsweise icd-code.de/icd/code/F40.-.html)

Der Begriff Agoraphobie ist gemeinhin als Platzangst bekannt und meint die Furcht vor bestimmten Orten oder Situationen wie weiten Flächen oder großen Menschenansammlungen. In diesem Fall besteht also ein konkreter örtlicher oder situativer Bezug zu potenziell Attacken auslösenden Momenten, weshalb diese Form psychischer Erkrankung – im Unterschied zur Panikstörung – unter die Kategorie Phobie fällt. .

Zwei Drittel der Betroffenen leiden unter diesem kombinierten Krankheitsbild der Panikstörung und der Agrophobie. (neurologen-und-psychiater-im-netz.org/…) Das übrige Drittel kann dagegen jederzeit und überall von einer Panikattacke überrascht werden, sei es zu Hause vor dem Fernseher, kurz vorm Einschlafen im Bett oder auf der Rolltreppe im Kaufhaus. Der Anfall überkommt somit Betroffene völlig unvorbereitet und unerwartet.

Dies hält auch der ICD 10 fest und nennt als charakteristisches Merkmal einer Panikstörung „wiederkehrende schwere Angstattacken (Panik), die sich nicht auf eine spezifische Situation oder besondere Umstände beschränken und deshalb auch nicht vorhersehbar sind“ (http://www.icd-code.de/icd/code/F41.1.html).

Zum konkreten Thema der Panikstörung Symptome listet der Schlüssel für Diagnostik folgende, am häufigsten auftretende Begleiterscheinungen auf:

  • Schwindel
  • Herzrasen
  • Brustschmerz
  • Schweißausbrüche
  • Erstickungsgefühle
  • Entfremdungsgefühle (Depersonalisation = die eigene Person erscheint einem fremd / Derealisation = das Umfeld erscheint einem fremd)

Bis ein Arzt die richtige Diagnose einer Panikstörung erstellt, können oft Monate bis Jahre vergehen, da Patienten häufig nur über ihre körperlichen Beschwerden sprechen. Dabei sind sie fest davon überzeugt, an einer bedrohlichen Krankheit wie einem schweren Herzfehler zu leiden, weshalb sie sich bei jedem Anfall akut der Gefahr eines tatsächlichen Todeseintritts ausgesetzt sehen. Selbst der Befund, organisch vollkommen gesund zu sein, erscheint vielen Patienten als nicht glaubwürdig. Aus diesem Grund nehmen Betroffene häufig eine langwierige Odyssee unzähliger Arztbesuche auf sich, ohne dass die organische Angststörung erkannt wird.

Panikstörung Symptome (© taa22 / Fotolia)
Panikstörung Symptome (© taa22 / Fotolia)

Panikstörung Symptome: Psychosomatik

Das Auftreten einer Panikstörung ist das Resultat des Erlebens intensiver Panikattacken. Dabei führen mit der Zeit wirre Gedanken zu einer verzerrten Realitätswahrnehmung und neuen Ängsten. Viele Patienten beschreiben ihre ersten Anfälle so, als seien sie aus „heiterem Himmel“ über sie gekommen, was sie völlig aus der Fassung gebracht hätte.

In der Anfangsphase einer Panikstörung treten solche inneren Erregungszustände meist nicht in solchen Momenten auf, in denen man unter unmittelbarem psychischen Druck steht, sondern eher in den Ruhe- und Entspannungszeiten nach belastenden Erlebnissen wie einem Trauerfall, einer Beziehungskrise oder einer Dauerstresssituation.

Eine Anhäufung mehrerer dieser Faktoren hat beispielsweise bei Ex-Jupiter-Jones-Sänger Nicholas Müller zu seinem ersten Panikanfall während der Beerdigung seiner Mutter geführt. Kurz zuvor war bereits seine Großmutter gestorben, „die ihn aufgezogen hatte, zwei Verluste in relativ kurzer Zeit, es war nicht auszuschließen, dass irgendein Teil seines Körpers vor lauter Stress streikte“, wie auf der Online-Seite stern.de/neon/magazin/liebe/nicholas-mueller–wie-der-ex-jupiter-jones-saenger-seine-angststoerung-in-den-griff-bekam-7773752.html zu lesen ist. In diesem Artikel beschreibt der Musiker, der sich nach diesem Schockerlebnis in medizinische Behandlung begeben hatte, auch seine Erfahrungen in der Folgezeit: „Bei jeder neuen Attacke dachte ich: Okay, gut, bisher waren das Panikanfälle, aber dieses Mal ist es wirklich vorbei, dieses Mal habe ich wirklich einen Herzinfarkt / eine Hirnhautentzündung / spontane Epilepsie.“

Zum Wesen einer Panikstörung gehört das Charakteristikum der Psychosomatik, dass also die Seele Beschwerden körperlicher Natur verursacht (siehe auch psychosomatische Therapie). Dazu zählen vor allen Dingen das Gefühl von Schwindel, Atemnot und Herzklopfen, oft begleitet von Zittern und Schweißausbrüchen, sodass Betroffene meinen, gleich in Ohnmacht zu fallen oder die Attacke nicht zu überleben. Bei diesem Zusammenspiel von seelischen und körperlichen Erscheinungen „spielt die übermäßige Ausschüttung des Stresshormons Adrenalin aus der Nebenniere vermutlich eine entscheidende Rolle“ (seele-und-gesundheit.de/diagnosen/…). Infolge dieser Symptome fokussiert ein an Panikstörungen Leidender zunehmend den Blick auf seine organismischen Befindlichkeiten. Diese defensive Selbstbeobachtung verfolgt den Zweck, „Frühsignale aufzuspüren, die den Ausbruch einer neuen Panikattacke ankündigen“ könnten.

Letztendlich kreisen all die Gedanken Betroffener um die Frage, ob man an einem solchen Zustand höchster Panik tatsächlich sterben kann. Eine klare Antwort auf diese Sorge gibt die Seite schluss-mit-panik.de/panikattacken-was-tun/sterben/: „Vielleicht fühlt es sich so an, als würde man sterben, aber der Tod wird mit Sicherheit niemals eintreffen. Eine vollkommen gesunde Person ohne körperliche Probleme kann nicht einfach sterben!“ Dieser Überzeugung pflichten auch Mediziner wie der bereits erwähnte Chefarzt Wagemann bei.

In der Regel dauert die Episode einer Panikattacke zehn bis 30 Minuten, kann aber auch deutlich kürzer oder länger ausfallen. Dabei steigt der innere Erregungszustand in Sekundenschnelle an und klingt nur allmählich wieder ab.

Die Problematik der Erwartungsangst und Vermeidungsstrategien

Etwa 30 Prozent aller Menschen haben in ihrem Leben schon einmal mit einer Panikattacke zu kämpfen gehabt. Während die einen einem solchen Vorfall keine allzu große Beachtung schenken, sind fünf Prozent von diesem Erlebnis so geschockt, dass sie eine sogenannte Erwartungsangst entwickeln. Diese meint die Furcht, plötzlich wieder einer Situation des Kontrollverlustes und der Hilflosigkeit ausgesetzt sein zu müssen (vgl. Angst vor Kontrollverlust).

Eine Konsequenz, die viele Betroffene aus dieser Erwartungsangst ziehen, ist, dass sie Vermeidungsstrategien an den Tag legen. Das heißt, sie versuchen, Situationen und Orte zu umgehen, mit denen sie potenzielle Panikattacken in Verbindung bringen. Dazu zählen auch Begleitumstände wie Gerüche oder Geräusche, die sie während einer ihrer Attacken unbewusst wahrgenommen haben.

Eine Begleiterscheinung dieser psychischen Erkrankung ist häufig die Herausbildung einer Depression, die Betroffene noch tiefer in den Sog der Isolation und des psychischen Drucks geraten lassen. Diese Komorbidität tritt bei 50 bis 65 Prozent der Patienten auf, ist also eher die Normalität als die Ausnahme (web4health.info/de/answers/anx-comorb-pd-depr.htm).

Haben Panikstörungen ihre Ursachen nur im Kopf / Gehirn? (© Marem / Fotolia)
Haben Panikstörungen ihre Ursachen nur im Kopf / Gehirn? (© Marem / Fotolia)

Panikstörung Ursachen und Auslöser: Veranlagung, Hormone, Genussmittel

Die Psyche ist ein schwer durchschaubares Zusammenwirken von komplexen biologischen Prozessen und vielschichtigen Außeneinflüssen. Aus diesem Grund kann die medizinische Forschung noch nicht auf alle Fragen nach den Ursachen psychischer Störungen abschließende Antworten geben, sondern nur Vermutungen höchster Wahrscheinlichkeit anstellen.

Generell geht die Wissenschaft davon aus, dass eine genetisch bedingte Veranlagung den Ausbruch seelischer Erkrankungen begünstigt. Eingeschlossen ist damit eine Panikstörung, deren Tendenz, einmal in pathologischer Form in Erscheinung zu treten, bereits in frühester Kindheit gelegt zu sein scheint. „Ist die Rolle, in der sich ein Kind erlebt, mit Angst besetzt, führt dies nicht selten zu nachhaltig seelischen Schäden“, heißt es auf der Seite panikattacken-info.de/ursachen-und-ausloeser.php.

Diverse Außeneinflüsse im Verlaufe des Lebens können schließlich zu einer „Art Notfallreaktion des Körpers [führen], die ausgelöst wird, wenn eine bestimmte innere Anspannungsgrenze überschritten wird – wenn zu starke oder zu viele Stressoren gleichzeitig auf den Körper einwirken“ (angst-panik-hilfe.de/panikattacken-symptome.html).

Neben der genetischen Vorbelastung können sowohl Schwankungen der Hormone als auch der übermäßige Konsum von Rauschmitteln wie Drogen oder Alkohol mögliche Ursachen und Auslöser von Panikattacken sein. In letzterem Fall zielt eine Therapie in erster Linie darauf ab, die gesundheitsschädlichen Stoffe zu entwöhnen.

Panikstörung Ursachen, Symptome etc. - gut erklärt bei Netdoktor (Screenshot https://www.netdoktor.de/krankheiten/panikstoerung/ am 28.12.2017)
Panikstörungen Ursachen, Symptome etc. – gut erklärt bei Netdoktor (Screenshot https://www.netdoktor.de/krankheiten/panikstoerung/ am 28.12.2017)

Panikstörung: Wer ist betroffen? Wie reagieren die Angehörigen?

Insbesondere junge Menschen im Alter von 20 bis 30 Jahren zählen zu dem Kreis, der am häufigsten von Panikstörungen betroffen ist. Am ausgeprägtesten fällt die Erkrankung bei Mitte 30-Jährigen aus, also insgesamt in einer Phase, die mit einschneidenden Veränderungen wie Berufsanfang und Familiengründung zusammenfällt. Ab einem Alter von etwa 45 Jahren nimmt das Risiko, an Panikstörungen zu erkranken, deutlich ab.

Unter einer psychischen Erkrankung haben nicht nur Betroffene zu leiden, sondern auch deren Angehörige haben eine schwere Zeit zu durchstehen. Viele alltägliche Gewohnheiten wie das Einkaufen im Supermarkt stellen sich zunehmend als ein Problem dar. Dabei fällt es insbesondere in der Anfangszeit der Erkrankung vielen Angehörigen schwer, sich in die Psyche etwa ihres Partners hineinzuversetzen, zumal wenn noch keine Diagnose einer Panikstörung bekannt ist.

Am Ende solch schwieriger Beziehungskonstellationen kommt es bei Paaren nicht selten zu Trennungen. Um diese zu vermeiden, sollten sich nicht nur Betroffene, sondern auch deren Angehörige mit den Fakten rund um die seelische Erkrankung auseinandersetzen. Mit einem Verständnis für das Problem lassen sich viele Missverständnisse vermeiden und Möglichkeiten finden, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Das fängt beispielsweise damit an, dass die Partner zusammen eine gute Klinik oder einen kompetenten Arzt für den Betroffenen auskundschaften.

Panikstörung Test: Panikattacken selbst heilen

Das plötzliche Auftreten von Panikattacken führt bei Erkrankten häufig zu einem Gefühl von Hilf- und Ratlosigkeit. Hat jemand die Vermutung, die Ursachen seiner Anfälle könnten psychischer Natur sein, kann er erst einmal einen Panikstörung Test im Internet durchführen. Einen solchen bietet zum Beispiel die Seite therapie.de an. Jedoch ersetzt ein Test im Netz keine fundierte ärztliche Diagnose, sondern sie dient nur als ein vager Anhaltspunkt, um festzustellen, ob man potenziell von einer Panikstörung betroffen sein könnte.

Zu Beginn erster Anfälle können das Eintrainieren von Entspannungstechniken oder sportliche Aktivitäten möglicherweise helfen, das Problem frühzeitig aufzufangen. Ein wichtiger Punkt ist hierbei, gezielt Atemübungen zu erlernen, die in Stresssituationen abrufbar sind. Generell begünstigt eine gesunde Lebensweise und der Abbau von psychisch belastenden Momenten wie ein zu voller Terminkalender die Entkrampfung innerer Anspannung.

Eine Stütze kann es auch sein, sich mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen oder einem Forum wie psychic.de/forum/angst-panikattacken-f79/ auszutauschen.

Wenn unterm Strich das Bemühen, die psychische Erkrankung in Eigeninitiative überwinden zu wollen, nach einer überschaubaren Zeit zu keiner Besserung führt, sollte nicht mehr lange gezögert werden, professionelle Hilfe im Fachbereich der Psychiatrie in Anspruch zu nehmen. Denn je länger man wartet, desto tiefer verankert sich das Problem in der Seele und desto länger dauert der Heilungsprozess.

Panikstörungen: Hilfe bei einer akuten Attacke

Verspürt ein Panikkranker den Beginn eines akuten Anfalls, empfiehlt Dr. Johannes von der Techniker Krankenkasse, in so einer Situation zunächst auf eine ruhige Atmung zu achten und sich auf etwas in seiner Umgebung zu konzentrieren, was nicht furchteinflößend wirkt. Auch Gedanken an schöne Momente, zum Beispiel an den letzten Urlaub, können beruhigen. Ist das Panikgefühl jedoch nicht auszuhalten, rät Dr. Johannes, Hilfe bei Außenstehenden zu suchen, den Arzt aufzusuchen oder den medizinischen Notdienst anzurufen.

YOUTUBE: Panikattacke – was tun? (youtube.com/watch?v=Yc7JjofFVxQ)

Panikattacken: Symptome, Ursachen, Umgang mit einer Panikattacke

Panikstörung Behandlung: Psychotherapie und Medikation mittels Antidepressiva

Als effektivste Methode, Panikstörungen zu behandeln, gilt allgemein die kognitive Therapie (siehe auch verhaltenstherapeutische Methoden), die sich aus mehreren Schritten zusammensetzt. Zum einen lernt der Patient, seine festgefahrenen Denkmuster und Befürchtungen in eine positive Sichtweise umzulenken. Dies geschieht, indem er bei Symptomen wie beispielsweise Herzrasen sich selber suggeriert, dass es sich nicht um Anzeichen eines Infarktes handelt, sondern um beispielsweise die Folge einer anstrengenden Aktivität wie Treppensteigen.

Zum anderen zielt die Therapie darauf ab, die Panik mittels Konfrontation mit der Angst zu überwinden (Konfrontationstherapie). Dabei helfen Übungen wie das Drehen im Kreis, was Schwindel erzeugt und ein Symptom eines Anfalls simuliert. Bei Panikstörungen mit Agoraphobie bereitet der Psychotherapeut den Betroffenen zunächst mental darauf vor, Orte aufzusuchen, die er aus Angst meidet. In der nächsten Phase kommt es zur praktischen Umsetzung des theoretisch Erlernten und der Patient begibt sich in Begleitung seines Arztes in Situationen, die der Kranke mit panikauslösenden Attacken assoziiert.

Ein anderer Weg der Panikstörung Behandlung ist die medikamentöse Verabreichung von Psychopharmaka wie Antidepressiva (siehe auch unsere Psychopharmaka Liste). Nach Auskunft von Henning Faulenbach, Chefarzt des Zentrums für seelische Gesundheit Bremen, besteht die Möglichkeit, dass sich Panikstörungen durch die Einnahme von Serotonin Wiederaufnahmehemmern auflösen können. Doch diese Arzneien schlagen nicht in allen Fällen an, und ihre Wirkung setzt erst nach Ablauf mehrerer Wochen ein.

Chefarzt Faulenbach rät mit Blick auf einen Langzeiterfolg,  Panikstörungen in Form einer Psychotherapie behandeln zu lassen, bei der – je nach Schwere des Falls – zu Beginn auch medikamentöse Mittel zur Anwendung kommen können (vgl. angstlösende Medikamente). In dieser Anfgangsphase der Behandlung setzt er auch Benzodiazepin ein, bei denen bei regelmäßiger Anwendung eine Suchtgefahr besteht. Benzodiazepine (siehe z.B. Tavor Expidet, Diazepam Tropfen etc.) sollten daher, so Faulenbach, nur als zeitweilige Überbrückung als eine Art „Notfallpille“ in Betracht kommen; sie lösen keine Panikstörung Ursachen.

Panikstörung Behandlung: Die ANGST-Website des Pharmaunternehmens HEXAL informiert über Ursachen, Symptome und Therapie von Panikstörungen (Screenshot https://angst.hexal.de/angstformen/panikattacken/behandlung/ am 28.12.2017)
Panikstörung Behandlung: Die ANGST-Website des Pharmaunternehmens HEXAL informiert über Ursachen, Symptome und Therapie von Panikstörungen (Screenshot https://angst.hexal.de/angstformen/panikattacken/behandlung/ am 28.12.2017)

Fazit: Schluss mit der ständigen Todesangst! Den Feind besiegen!

Panikbetroffene haben sich ihre Situation nicht ausgesucht. Sie sehnen sich danach, wieder die Kontrolle über ihren Körper und ihre Psyche zurückzugewinnen und ihre ständigen Befürchtungen loszuwerden. Die Probleme, die das Auftreten ihrer Krankheit in ihrem Umfeld verursachen, erschweren darüber hinaus ihre Lage.

Je früher sich jemand, der unter Panikattacken leidet, an einen Arzt wendet, desto größer sind die Chancen auf Heilung der Panikstörung Ursachen. Natürlich ist die Hemmschwelle bei vielen anfangs groß, sich in Psychiatrie zu begeben. Aber wer seine seelische Erkrankung rational betrachtet und etwa mit physischen Beschwerden wie Zahnschmerzen vergleicht, weiß, dass das Hinauszögern eines gesundheitlichen Problems nur zu einer Verschlimmerung führt. In den meisten Fällen reicht eine ambulante Behandlung von Angststörungen aus, um die Krankheit zu überwinden. Nur in gravierenden Ausprägungen des Paniksyndroms ist ein stationärer Aufenthalt vonnöten.

Sprengen Sie die Ketten, die Ihre Seele gefangen halten, denn „mit oder ohne Angst, das Leben ist viel zu bunt, als dass man nur eine Minute davon missen sollte“. Dieses Zitat stammt von der eingangs erwähnten Betroffenen, die einst wie ein eingesperrtes Tier von einer Wand ihres Zimmers zur anderen schlich. Noch ist sie nicht ganz über dem Berg, aber sie hat den Aufstieg in Angriff genommen. Mit ihrem Optimismus wird sie ihr Ziel erreichen, denn das Auftreten von Panikattacken hat sie weitestgehend in den Griff bekommen. Auch Sie werden es schaffen, das Leben wieder selbstbestimmt genießen zu können, wenn Sie aktiv und offensiv der Erkrankung den Kampf ansagen.

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