Ritalin und unsere Psyche - Einsatzgebiete, Wirkung, Nebenwirkungen, Erfahrungen (© EinBlick / stock.adobe.com)

Ritalin und unsere Psyche – Einsatzgebiete, Wirkung, Nebenwirkungen, Erfahrungen

Viele Menschen, die über die Nutzung von Medien gut informiert sind, haben schon einmal von Ritalin gehört. Die meisten Menschen wissen von diesem Medikament, dass es umstritten ist. Es wurde jahrelang ADHS-Kindern zur Beruhigung verabreicht. Mittlerweile ist vielen Menschen aber auch bewusst, dass Ritalin als Droge von Drogensüchtigen missbraucht wird. In diesem Kontext unterliegt es jedoch dem Betäubungsmittelgesetz (BTM). Diese Verwendung sagt auch etwas über die euphorisierende und stimulierende Wirkung von Ritalin.

Was für ein Medikament ist Ritalin?

Ritalin ist ein Medikament, das den Wirkstoff Methylphenidat enthält. Der Pharmariese Novartis vertrieb dieses selbst entwickelte Medikament im Jahre 1954 zuerst unter dem eben genannten Markennamen rezeptfrei. Mittlerweile gibt es auch Generika mit demselben Wirkstoff von anderen Pharmafirmen. Der Grund dafür liegt im Auslaufen des Hersteller-Patents. Eine Liste mit allen Medikamenten, die Methylphenidat enthalten, findet sich hier. Heutzutage sind all diese Medikamente wegen ihrer missbräuchlichen Wirkung und der möglichen Nebenwirkungen nur noch gegen Rezept zu kaufen.

Das Interessante, aber auch das Gefährliche an der Ritalin Wirkung ist der Wirkstoff. Methylphenidat hat in seiner Wirkung eine Ähnlichkeit mit Amphetaminen. Seine Leistung besteht darin, die gestörte Wiederaufnahme von Neurotransmittern wie Dopamin und Noradrenalin durch eine Blockade der benötigten „Transporter“ zu ermöglichen. Dadurch stellen sich Euphorie, stärkere Konzentriertheit, innere Beruhigung und Wachheit ein. Die Ähnlichkeit der Wirkungen von Methylphenidat-Trägern zu Amphetaminen erklärt auch die Nutzung solcher Präparate als Droge. Nicht umsonst unterliegt Methylphenidat deswegen dem Betäubungsmittelgesetz (BTM). Was hat nun aber eine Amphetamin-ähnliche Droge im Leben von Kindern mit ADHS zu tun? – Schauen wir uns zunächst die Wirkung von Methylphenidat-Präparaten als Droge an.


Youtube-Video: Ritalin zum Lernen:


Methylphenidat als illegale Rauschdroge

Drogenmissbrauch und Handel mit bekannten Rauschdrogen stellen eine Straftat dar. Drogensüchtige suchen daher nach allen möglichen Ersatzdrogen, die sie legal erhalten können. Sie konsumieren beispielsweise Hustensaft mit Codein-Gehalt oder kaufen eben Ritalin. Da dieses Medikament einem Amphetamin ähnelt, macht es wacher. Es steigert die Aufmerksamkeit und es euphorisiert. Studenten sind plötzlich in der Lage, die halbe Nacht an ihrer Magisterarbeit zu sitzen, ohne zu ermüden. Möglich, dass ein Arzt das Medikament extra für diesen Zweck verschrieben hat. Fachleute gehen jedoch davon aus, dass das verschreibungspflichtige Methylphenidat nicht in allen Fällen seiner eigentlichen Nutzung dient. Viele seriöse Konsumenten kaufen es auf Rezept. Andere kaufen es auf dem Schwarzmarkt oder bei einem Dealer, der mit Tabletten und anderen Drogen handelt.

In der Drogenszene nimmt man Ritalin als Tabletten ein. Manche der Konsumenten pulverisieren die Tabletten im Mörser. Sie sniffen das Pulver dann als Ersatz für Speed. Manche Konsumenten injizieren sich in Wasser aufgelöste Ritalin-Tabletten. Dieser Aufnahmeweg ist besonders gefährlich. In den Tabletten sind auch nicht in Wasser lösliche Füllstoffe enthalten. Diese können kleine Blutgefäße im Gehirn, im Auge oder der Lunge verstopfen. In der Folge kann es zu irreparablen Schäden an der Netzhaut des Auges, im Gehirn oder der Lunge kommen.

Auch die anderen Nebenwirkungen sind nicht zu verachten. Im Übrigen kann es auch bei dieser Droge zu einer Überdosis kommen. Ein Abhängigkeitspotenzial besteht außerdem. Angesichts dessen sei die Frage wiederholt, wie man dieses Medikament an Kindern mit ADHS ausprobieren konnte – und zwar massenweise.

Die Ritalin Wirkung und Nebenwirkungen beruhen auf dem Wirkstoff Methylphenidat - und die Erfahrungen mit dem Medikament stellen viele Fragen! (© Zerbor / stock.adobe.com)
Die Ritalin Wirkung und Nebenwirkungen beruhen auf dem Wirkstoff Methylphenidat – und die Erfahrungen mit dem Medikament stellen viele Fragen! (© Zerbor / stock.adobe.com)

Typische Ritalin Nebenwirkungen

Selbst bei einem bestimmungsgemäßem Gebrauch und den vom Arzt verordneten Ritalin-Dosierungen kann es zu typischen Nebenwirkungen kommen. Das anregende und Amphetamin-ähnliche Arzneimittel kann

auslösen. Solche Effekte werden als Kurzzeit-Effekte benannt. Es sind aber auch unangenehme Langzeiteffekte bekannt. Bei langfristiger Ritalin-Einnahme kann es zu

  • Entzündungen
  • Verschlüssen von Blutgefäßen im gesamten Körper oder im Gehirn
  • einer gestörten Leberfunktion
  • Angina Pectoris
  • Muskelkrämpfen
  • Blutarmut

und ähnlichen Erscheinungen kommen. Wer sich dieses Wirkstoffes als Droge bedient, muss mit weiteren unerwünschten Effekten rechnen. Beispielsweise kann es

  • beim Schnupfen zu einer zerstörten Nasenschleimhaut
  • beim Rauchen zu akuten Atemproblemen
  • nach Ritalin-Injektionen zu Geschwüren
  • nach Ritalin-Injektionen zu verstopften Blutgefäßen
  • zu einem Gewichtsverlust durch Appetitmangel oder Erbrechen
  • nach dem plötzlichen Absetzen zu Entzugserscheinungen
  • nach dem plötzlichen Absetzen zu Depressionen
  • oder zu Gehirnschäden, Schlaganfällen oder epileptischen Anfällen

kommen. Diese Risiken und Nebenwirkungen sind nicht von schlechten Eltern. Bekannt ist außerdem, dass bei bestimmten Vorerkrankungen eine strikte Kontraindikation gegen die Ritalin-Einnahme besteht. Das betrifft zum Beispiel Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es betrifft Patienten mit Angsterkrankungen oder Menschen, die am Tourette-Syndrom leiden. Dieses verschlimmert sich unter der Ritalin-Einnahme. Bei solchen Vorerkrankungen ist eine zusätzliche Stimulation nicht wünschenswert oder kann sogar gefährlich werden.

Im Kontext mit einer Ritalin-Einnahme als Ersatz-Droge werden oft die üblichen Dosierungen überschritten. Eine Überdosis erhöht die Risiken für Nebenwirkungen. Unter Drogensüchtigen finden sich folglich Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Zustände der Verwirrung und Desorientiertheit, Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle, Angstzustände oder Wahnvorstellungen sowie erhöhte Aggressivität. Forscher berichten, dass gelegentlich Halluzinationen beobachtet wurden. Auch plötzliche Todesfälle sind nach Ritalin-Einnahmen in Überdosen bereits vorgekommen – und zwar bei Erwachsenen und bei Kindern.

Unter Drogensüchtigen kann sich eine körperliche Abhängigkeit von dem ADHS-Medikament entwickeln. Dennoch sind Drogenkonsumenten potenziell eher an der Wirkung solcher Ersatzdrogen interessiert, als an deren Nebenwirkung.

Ritalin als umstrittenes ADHS-Medikament

Angesichts dessen, was bisher gesagt wurde, kann die massenhafte Verwendung von Ritalin an Kindern nur überraschen. Verabreicht wurde dieses Medikament aber ganz legal und auf Rezept – und zwar an Kinder, die das Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) aufwiesen. Die unruhigen ADHS-Kinder hatten wegen ihrer kurzen Aufmerksamkeitsspanne Probleme beim Lernen. Dieses Syndrom kann auch bei Erwachsenen vorkommen. Kinder, die davon betroffen sind, werden oft als „Zappelphillip“ beschrieben. Sie können sich nur kurze Zeit konzentrieren und hampeln lieber herum. In dieser Verwendung kam Ritalin zu einer unrühmlichen Bekanntheit. Die massenweise Verordnung des Medikaments empörte eine breite Öffentlichkeit.

Obwohl Ritalin-Verordnungen bei ADHS schon seit 50 Jahren nicht ungewöhnlich waren, kam es in Deutschland zwischen 1993 und 2001 zu einer um das Zwanzigfache erhöhten Verordnungsrate. Es kam im Zuge dessen auch zu mehr Falschdiagnosen, mehr missbräuchlichen Ritalin-Verwendungen und zunehmender Kritik an der neueren Verschreibungspraxis. Offensichtlich machte das Stimulans es Eltern sehr viel einfacher, mit ihren hibbeligen ADHS-Kindern umzugehen. Mittlerweile wurden vom Gesetzgeber strengere Regeln für die Ritalin-Verordnung bei ADHS-Betroffenen erlassen. Auch der Staat hat zu lernen, dass zu viel Freizügigkeit ungute Folgen haben kann.

In anderen medizinischen Nutzungen wird der Wirkstoff laut Beipackzettel auch als Medikament gegen Narkolepsie verschrieben. Die davon betroffenen Menschen schlafen während des Tages immer wieder ein. Ihre Schlafanfälle können sie weder verhindern, noch kontrollieren.



Welche positiven Wirkung hat Ritalin bei ADHS?

Beim Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom, kurz ADHS, ist bisher die Entstehung nicht gänzlich geklärt. Forscher wissen aber, dass es mehrere Ursachen gibt. Das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom wird also multikausal verursacht. Vermutlich spielen genetische Ursachen oder familiäre Faktoren eine wesentliche Rolle. Auch Botenstoffe oder andere Substanzen im Gehirn sind wahrscheinlich an der ADHS-Entstehung beteiligt. Erwiesen ist bereits ein Dopamin-Mangel im Gehirn der Betroffenen. Der Ritalin-Wirkstoff Methylphenidat stimuliert Dopamin-haltige Nervenverbindungen. Dadurch kann die gestörte Informationsübertragung innerhalb der Nervenzellen verbessert oder erneuert werden.

In der Folge können sich Kinder, die Ritalin-Tabletten oder Kapseln einnehmen, besser konzentrieren. Sie sind weniger zappelig. Sie wirken nach der Ritalin-Einnahme insgesamt ruhiger. Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch und den vom Arzt verordneten Dosierungen kann Ritalin nicht in eine körperliche Abhängigkeit führen. Trotzdem erhielt Ritalin die wenig schmeichelhafte und aussagefähige Bezeichnung als „Kinder-Koks“ oder „Kiddy-Coke“. Bekannt ist auch, dass ADHS bei einer Nicht-Behandlung die Risiken erhöht, später für einen Substanzmissbrauch anfälliger zu sein.

Ein Fachmann, der es wissen muss, sagte aus:

  • viele Mediziner beließen Eltern bewusst in Unkenntnis über Ritalin-bedingte Sterbefälle unter Kindern
  • Kinder seien nach Ritalin-Verordnungen doppelt so gefährdet für späteren Drogenmissbrauch sind wie andere Kinder
  • Ein Drittel der ADHS-Kinder entwickelt wegen Ritalin nach einem Jahr Verhaltensstörungen.

Das spricht dafür, dass viele Verwender negative Erfahrungen mit Ritalin machen. Ob Nutzen und Risiken heute noch in einem vernünftigen Verhältnis stehen, ist zu hinterfragen. Umstritten ist auch die Verordnung von Ritalin bei Depressionen.

Wie wirkt es bei Erwachsenen?

Als Erwachsene versuchen viele bisher nicht mit Ritalin-Tabletten behandelte ADHS-Betroffene, sich mit diesem Medikament oder dem psychoaktiven Cannabis-Wirkstoff THC zu beruhigen. Sie kaufen diese Suchtmittel allerdings ohne Wissen eines Arztes. In neuerer Zeit steht aber auch ein nicht psychoaktiver Cannabis-Stoff ohne nennenswerten THC-Gehalt zur Verfügung. Das CBD (Cannabidiol) kann bei ADHS ebenfalls einen beruhigenden Effekt haben. Ob dieser legal erhältliche, rezeptfreie Cannabis-Wirkstoff bei ADHS dauerhaft nutzbar ist, müssen aber erst weitere Studien nachweisen. Sinnvoll ist jedoch, eine verträglichere Alternative zur Behandlung von ADHS bei Erwachsenen oder Kindern zu finden.

In den USA werden Ritalin-Tabletten oder Kapseln mit dem Wirkstoff als Betäubungsmittel mit Drogen wie Kokain, Morphium oder Amphetaminen in einer Medikamenten-Klasse einsortiert. Der Beipackzettel mit den Infos zu Ritalin Nebenwirkungen ist daher für Erwachsene eine Lektüre, die unverzichtbar ist. Schauen wir uns also einmal an, wie die bisherigen Erfahrungen mit CBD sind.

Ist CBD eine sinnvolle Ritalin Alternative?

Die beruhigende Wirkung von CBD – einem nicht psychoaktiven Cannabinoid – ist bereits nachgewiesen. Ob man nach dem CBD-Konsum besser lernen kann, sei dahingestellt. Fakt dürfte aber sein, dass diese legale erhältliche Alternative zu den Ritalin Nebenwirkungen oder THC-haltigem Cannabis definitiv gesundheitsverträglicher ist. CBD kann heutzutage jeder im Onlinehandel kaufen. Es soll gehen leichte Depressionen, Schmerzen der Entzündungen helfen, ohne dass negative Wirkungen zu befürchten sind. Die Wirkungsdauer von CBD liegt Erfahrungen zufolge im Mittel bei sechs Stunden. Die Wirkungsdauer hängt aber von mehreren Faktoren ab. Die Dosierung scheint individuell unterschiedlich zu sein.

Erfahrungsberichte über CBD liegen bereits reichlich vor. Unbekannt ist aber, wie CBD speziell auf Kinder mit ADHS wirkt. Entsprechende Langzeitstudien stehen noch aus. Es könnte aber sein, dass CBD sich als eine gute Alternative zu Ritalin-Tabletten erweist. CBD ist ohne Rezept erhältlich, sofern die Dosis CBD im gekauften Präparat niedrig ist. Bei höheren Dosen muss der Interessent sich CBD vom Arzt verschreiben lassen. Es kann aber sein, dass der behandelnde Arzt lieber Ritalin verschreiben lassen würde als CBD. Cannabinoiden gegenüber bestehen unter Medizinern noch viele Vorurteile. Da es CBD aber ohne Rezept im Handel zu kaufen gibt, kann jeder es auch ohne Rezept erwerben und ausprobieren.

Die Langzeitfolgen von CBD dürften nicht allzu gravierend sein, da alle Säugetiere kleine Mengen körpereigene Cannabinoide herstellen können. Auch wir Menschen verfügen über ein entsprechendes Rezeptorsystem. Die Nebenwirkungen von CBD halten sich daher in Grenzen. Die Nachweisbarkeit von Restgehalten an THC aus dem Hanf ist gering. Sie kollidiert nicht mit dem BTM, da der Gesetzgeber strikt auf geringe Restwerte achtet. Die THC-Restwerte werden von der Leber neutralisiert. Nach der Eingewöhnung, die mit niedrigen CBD-Dosen begonnen wird, gewöhnt sich der Organismus an die vermehrte Cannabinoid-Zufuhr. Erfahrungsberichte zeigen, dass CBD weitaus besser verträglich ist als alle Ritalin-Generika. Bisher sind nach CBD-Genuss keine schweren Langzeitfolgen bekannt geworden.

Bei den frei verkäuflichen und ohne Rezept erhältlichen CBD-Präparaten ist in der Regel kein Beipackzettel enthalten. Eine Überdosis CBD ist praktisch unmöglich. Die Wirkungsdauer hängt für Erwachsene von mehreren Faktoren ab – zum Beispiel, ob vor der Einnahme eine schwere Mahlzeit genossen wurde. Auch die Darreichungsform für CBD kann bei Erwachsenen zu unterschiedlichen Erfahrungsberichten führen. Bei oraler Einnahme von CBD Öl gehen beispielsweise bis zu 60 Prozent des Wirkstoffs verloren, bei sublingualer Aufnahme sind es deutlich weniger Wirkstoffverluste.

Viele Studenten nehmen mittlerweile während ihrer Magisterarbeit oder im Studium CBD ein. Trotz geringer Nachweisbarkeit des THC-Restgehaltes sollte ein Verwender sein CBD nicht mit in Reiseländer nehmen, in denen bereits minimale Mengen vermeintlicher Rauschdrogen zu langen Gefängnisaufenthalten führen können. Davor schützen auch ein Attest oder ein Rezept nichts. Einige Studenten haben deswegen bereits schlechte Erfahrungen machen müssen.

Quellen und weiterführende Erfahrungen / Erfahrungsberichte: