Globuli gegen Angst / Ängste bei Kindern (© thingamajiggs / stock.adobe.com)

Globuli gegen Angst / Ängste?

Viele junge Eltern greifen gegen Ängste bei ihren Kleinen lieber zu Bachblüten-Extrakt oder homöopathischen Globuli, als zu einem angstlösenden Medikament bzw. Anxiolytikum. Und mit einer Spieluhr, einer Lichtquelle oder beruhigenden Wiegen kann ein Elternpaar bei ängstlichen Kindern oft mehr erreichen als mit rezeptpflichtigen Medikamenten.

Gegen Ängste bei kleinen Kindern gibt es mehr als nur ein Mittel. Manche Kinder sind von Natur aus ängstlicher als andere. In diesem Fall ist es für Eltern wichtig, den kleinen Wichteln Selbstvertrauen zu vermitteln. Dabei helfen auch homöopathische „Zauberpillen“ manchmal. Auch für Erwachsene kann gelten, dass sie in bestimmten Lebensphasen ängstlicher sind. Oft genügt eine stressreiche oder stark belastende Lebensphase, um aus der gewohnten seelischen Balance zu fallen.

Plötzlich entwickeln sich Sorgen, Ängste, Stressanzeichen wie Gereiztheit, Schlafstörungen oder Furcht und Schreckhaftigkeit. Manchmal entwickeln sich in Krisen aber auch ausgewachsene psychische Störungen. Diese sind meist behandlungsbedürftig. Oft sind sie nicht mit Klopftechniken, Affirmationen, Globuli oder Bachblüten zu bewältigen.

Gegen Angst sollten Betroffene frühzeitig etwas tun

Kinder haben oft Angst vor der Dunkelheit. Sie fürchten sich vor Gespenstern. Viele zeigen nach einem Albtraum Angst. Auch die abendliche Abwesenheit der Eltern kann kleine Kinder verunsichern. Ein vertrauter Babysitter hilft solchen Kindern, ihre Angstträume zu bewältigen. Erwachsene haben es schwerer, gegen die Angst anzugehen. Erstens geben sie nicht gerne zu, ein geringes Selbstbewusstsein zu haben. Zweitens gehen Erwachsene mit solchen Problemen nicht gerne zu einem Arzt.

Zunächst versuchen die meisten von Ängsten geplagten Erwachsenen die Angstbewältigung mit anderen Strategien hinzubekommen. Viele Erwachsene nehmen beispielsweise Baldrian bei Panikattacken. Manche schwören auf Bachblüten bei Angst und Panik. Andere bedienen sich positiver Affirmationen.

Alkohol sollte bei Angstzuständen keine Dauerlösung darstellen (vgl. Alkoholismus erkennen). Junge Eltern helfen ihrem Nachwuchs gerne mit homöopathischen Globuli. Kinder sprechen darauf meist sehr gut an. Als selbst von Ängsten, Stressanzeichen und Schlafstörungen Betroffene nehmen die Erwachsenen lieber höher dosierte baldrianhaltige Arzneimittel wie Sedonium 300mg ein, als sich anxiolytische Medikamente verschreiben zu lassen.

Globuli gegen Ängste einzunehmen, ist bei leichteren oder gelegentlichen Angstsymptomen durchaus sinnvoll. Homöopathie kann bei der Angstbewältigung helfen. Anders ist es jedoch, wenn die Ängste sich zu einer anhaltenden Angststörung verfestigen. Das kann bei Kindern wie bei erwachsenen Menschen passieren, wenn Ängste nicht bewältigt und verarbeitet werden. Wenn ein Erwachsener täglich Baldrian gegen Panikattacken einnimmt, werden die Tropfen irgendwann keine Wirkung mehr zeigen. Auch eine Dosiserhöhung hilft dann nicht mehr. Manchmal müssen die Betroffenen mit wirkungsvolleren Mitteln gegen ihre Ängste angehen.


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Wann sind Globuli gegen Angst wirkungsvoll?

Manche Spötter sagen, Globuli gegen Angst helfen nur, wenn man an sie glaubt. Doch das ist zu kurz gegriffen. Es geht von einem reinen Placebo-Effekt aus. Dieser erklärt aber nicht, warum Globuli gegen Angst auch bei Kleinstkindern wirken. Kleinkinder haben von den Wirkprinzipien von Homöopathie keine Ahnung. Hinter den Wirkungen, die homöopathische Globuli bei vielen Menschen zeigen, steckt vielleicht doch mehr. Der Feldzug der Pharmaindustrie gegen solche Mittel ist jedenfalls total überzogen. Er wird vor allem von finanziellen und machtpolitischen Eigeninteressen getragen. Doch die Nutzer solcher Mittel möchten diese auch weiterhin nutzen können. Wenn jemand seine Ängste mit Globuli oder Bachblüten regulieren kann, ist das in Ordnung. Letzten Endes zählt das, was hilft.

So können homöopathische Globuli oder Bachblüten bei Angst und Panik durchaus für eine innere Umstimmung oder eine leichtere Bewältigung der Angst sorgen. Es kommt jedoch darauf an, dass die richtigen Bachblüten-Extrakte aus der Übersicht gewählt werden. Die große Gauklerblume (Mimulus guttatus) gilt bei ängstlichen Menschen als die geeignete unter den 38 Bachblüten. Erfahrene Heilpraktiker können Mischungen verschiedener Bachblüten zusammenstellen, die dem Betroffenen bei der Angstbewältigung helfen. Bei Globuli können sich die Betroffenen aus der eigenen homöopathischen Hausapotheke bedienen. Sie können alternativ zu ihrer Heilpraktikerin gehen. Da es mittlerweile gute Bücher zum Thema gibt, sind sowohl Globuli wie auch Bachblüten zur Selbstbehandlung geeignet.


Video: Sind Globuli gegen Ängste Blödsinn?


Kindliche Ängste gehören zum Leben

Kindliche Ängste sind ein normales Erlebnis. Aus Sicht der Kleinen sind viele Dinge erschreckend. Sie lösen daher Ängste und Unsicherheit aus. Globuli können selbst kleinen Kindern bei Angst vor der Dunkelheit verabreicht werden. Sie können vorbeugend als „Zauberpillen“ gegen Albträume oder Angst vor dem Alleinsein eingesetzt werden.

Bei Kindern können gegen Ängste auch mehrere Mittel gleichzeitig eingesetzt werden (vgl. Therapie gegen Angst bei Kindern). So kann eine junge Mutter beispielsweise Globuli, ein Baby-Phone und ein Nachtlicht nutzen, um kindliche Angstträume zu unterbinden oder frühzeitiger darauf reagieren zu können. Stärkere Angstsymptome können zusätzlich mit Baldrian gegen Panikattacken oder Albträume genutzt werden. Solche Mittel kollidieren nicht miteinander. Sie haben keine unerwünschten Neben- oder Wechselwirkungen. Allerdings sollte die Gabe solcher Arzneien auch nicht zur Gewohnheit werden. Sie sollte nicht täglich erfolgen, sondern bedarfsgerecht.

Auch wenn die Globuli oft Hilfestellungen leisten, ist es für Eltern notwendig, den Ängsten ihrer Kleinen auf den Grund zu gehen. Durch klärende Gespräche oder beruhigende Versicherungen können viele kindliche Ängste aus der Welt geschafft werden. Ein Kind deswegen Angsthasen zu nennen, ist nicht der richtige Weg. Auch Erwachsene müssen gelegentlich gegen Ängste antreten. Wer sich gut mit den Mitteln der Homöopathie auskennt, sollte diese auch nutzen. Homöopathische Globuli eignen sich bei leichteren und gelegentlich auftretenden Angstproblemen als nebenwirkungsfreie Alternative zu verschreibungspflichtigen Medikamenten. Sie können auch als unterstützendes Begleitmedikament zu den vom Arzt verordneten anxiolytischen Medikamenten verabreicht werden. In diesem Fall sollte der behandelnde Arzt aber wissen, dass zusätzlich Globuli gegeben werden.

Gegen Angst ist manches Kraut gewachsen

Gegen Ängste können erwachsene Betroffene selbst etwas tun. Kinder sind ihren Ängsten hingegen oft hilflos ausgeliefert. Erwachsene können die Ursachen ihrer Ängste erkennen. Sie können an diesen arbeiten. Ursächlich für vermehrte Ängstlichkeit kann zum Beispiel ein geringes Selbstbewusstsein sein. Wer hat nicht schon einmal erlebt, nach der Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ Angst vor der Dunkelheit gehabt zu haben?

Angstsymptome können körperliche Reaktionen und Panikattacken nach sich ziehen. Diese können beunruhigend sein. Sie können zudem eine wachsende „Angst vor der Angst“ nach sich ziehen (vgl. Angst vor der Angst bekämpfen). Wer solche Symptome nicht mehr mit Globuli, Mimulus Bachblüten bei Angst und Panik, oder Baldrian bei Panikattacken in den Griff bekommt, ist möglicherweise für das Entstehen einer Angststörung oder -erkrankung anfälliger. Auch wenn gegen Ängste so manches Kraut gewachsen ist, kann es sein, dass eine rezeptfreie Lasea Alternative oder Sedonium 300mg nicht ausreichend helfen. In diesem Fall muss mehr getan werden, um gegen die Ängste vorzugehen. Das gilt auch für den Fall einer Phobie.

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Wann helfen Homöopathie oder Bachblüten nicht gegen Angst?

Wenn es zu Angststörungen oder einer Phobie gekommen ist, helfen solche Mittel meist nicht gegen die Angst. Anhaltende Angst-Symptomatiken, Angstträume aufgrund von posttraumatischen Belastungsstörungen und Phobien erfordern eine psychotherapeutische Behandlung bei psychologischen Psychotherapeuten, und inklusive der angezeigten Psychoedukation bei Ängsten. Nur sehr selten können die Betroffenen ihre Ängste selbst bewältigen. Die meisten Betroffenen finden erst durch Verhaltenstherapie wieder ins normale Leben zurück. Begleitend können die behandelnden Ärzte beruhigende, stimmungsverbessernde oder angstlösende Medikamente verordnen.


Verhaltenstherapie: Was ist das, wie läuft das?


Homöopathie und Bachblüten helfen in der Regel nicht (mehr) bei:

  • Angstproblematiken, die bereits ein halbes Jahr bestehen
  • psychosomatischen Erkrankungen, die auf verdrängte Ängste zurückgehen
  • häufigen Panikattacken mit Herzrasen und Ohnmachtsgefühlen
  • Phobien wie der Trypanophobie, der Ornithophobie, der Ailurophobie oder der Dentophobie
  • verdrängten Ängsten, die zu klinischen Depression geführt haben
  • oder einer Neigung, wegen seiner Ängstlichkeit Suizid zu begehen.

Hier liegen eindeutig psychische Störungen vor, die mit Homöopathie oder Bachblüten allein nicht gelindert werden können. Es ist nicht ratsam, sich in diesen Fällen auf die heilende Kraft der Globuli oder Bachblüten zu verlassen. Es kann sogar gefährlich sein, sich allein auf die Kraft solcher Mittel zu verlassen. Sie sind nicht stark genug, um gegen übermächtig gewordene Ängste wirksam zu sein. Als begleitende Therapeutika sind sie jedoch oft hilfreich.

Zum Weiterlesen auf dieser Website:

Anxiolytika – Was Sie über angstlösende Medikamente wissen sollten

Achluophobie – Umgang mit der Angst vor der Dunkelheit

Quellen und weiterführende Ressourcen:

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