Entstehung von Angststörungen: Ursachen und Faktoren

Wie entstehen Angsterkrankungen? Ein Blick auf häufige Ursachen für die Entstehung von Angststörungen (eBook Auszug)

Damit eine Angstreaktion eine sinnvolle Gefahrenabwehr darstellen kann, ist das reibungslose, fein aufeinander abgestimmte Zusammenspiel vieler Strukturen und Substanzen in unserem Körper erforderlich. Dieser hoch komplizierte Prozess schützt uns in gefährlichen Situationen, ist aber gleichzeitig auch sehr störanfällig und kann von einer Vielzahl äußerer und innerer Umstände beeinflusst werden, sodass sich Angstgefühle von der ursprünglich angstauslösenden Ursache abkoppeln können.

Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft geht man davon aus, dass bei der Entstehung von Angststörungen sowohl psychosoziale als auch biologische Faktoren eine Rolle spielen und eine individuelle Anfälligkeit für Angsterkrankungen genetisch bedingt ist.

Allen Angststörungen gemeinsam ist das Auftreten von Angst in erhöhter Intensität und Dauer, zumeist in Situationen, die in keinem Verhältnis zu den verspürten Angstgefühlen stehen, meist sogar harmlos sind. Nicht selten treten die Ängste ohne nachvollziehbaren Grund auf und können geistige und körperliche Funktionen der Betroffenen sowie ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

Angsterkrankungen zeichnen sich dadurch aus, dass die Warnfunktion der normalen Angstempfindung verloren gegangen ist. Die Angstreaktionen werden stärker, häufiger und unangemessen.

Youtube Video: Gefährliche Gefühle – Angststörungen & Depressionen – Teil 1 Eine Dokumentation über die Erforschung von Angststörungen und Depressionen. Erfahrungsbericht einer Betroffenen, Meinungen von Ärzten und Professoren. Teil 1 (www.youtube.com/watch?v=8hIQMb_Smzk)

Youtube Video: Youtube Video: Gefährliche Gefühle – Angststörungen & Depressionen – Teil 2 (www.youtube.com/watch?v=i0lre1wVmZw)

Youtube Video: Gefährliche Gefühle – Angststörungen & Depressionen – Teil 3 (www.youtube.com/watch?v=cixgfznyCwE)

Entstehung von Angststörungen: Die Macht der Gene?

Angststörungen sind zwar nicht vererbbar, man geht heute jedoch davon aus, dass eine gewisse genetisch bedingte Neigung zur Entwicklung einer Angsterkrankung besteht. Das erklärt, warum bei Patienten mit Angststörungen die Wahrscheinlichkeit, dass ein Familienangehöriger 1. Grades ebenfalls an einer Angststörung leidet, um das 7-Fache erhöht ist.

Allerdings entwickelt sich eine Angststörung trotz genetischer Veranlagung nicht einfach von alleine, sondern wird durch umweltbedingte Risikofaktoren in Gang gesetzt. Dazu gehören schwierige familiäre Verhältnisse, die den Aufbau von Vertrauen in die eigene Fähigkeit, Bedrohungen richtig einzuschätzen und zu bewältigen, behindert haben.

Weitere Risikofaktoren sind traumatische Kindheitserfahrungen, das Fehlen verlässlicher Bindungen, aber auch ein überbehütender, ängstlicher Erziehungsstil der Eltern, der ein Leben lang nachwirken kann. Auch Partnerschaftskonflikte und berufliche Schwierigkeiten können bei entsprechender genetischer Disposition eine Angststörung auslösen.

Bei vielen Betroffenen spielt die Angst, verlassen oder zurückgewiesen zu werden, eine Rolle, wobei die Betroffenen meist nicht in der Lage sind, den Angstauslöser zu erkennen. Sie verspüren zwar ihre Angstattacken körperlich, können diese jedoch nicht erklären, da ihnen der Auslöser – die vermutlich unbegründete Furcht vor dem Verlassenwerden – unbewusst ist.

Ein weiterer Faktor sind entwicklungsbedingte Defizite in der Fähigkeit, Impulse und Emotionen sinnvoll und zielgerichtet zu steuern.

STATISTIK: Einfluss genetischer Faktoren auf die Entstehung von Angststörungen > Die Statistik zeigt den Einfluss genetischer Faktoren auf die Ausbildung einer Angststörung in Prozent. Extreme Schüchternheit wird laut Quelle zu 51 Prozent genetisch determiniert. (Quelle: STATISTA / Hettema / Focus 14/2011, 04.04.2011, Seite 86
STATISTIK: Einfluss genetischer Faktoren auf die Entstehung von Angststörungen > Die Statistik zeigt den Einfluss genetischer Faktoren auf die Ausbildung einer Angststörung in Prozent. Extreme Schüchternheit wird laut Quelle zu 51 Prozent genetisch determiniert. (Quelle: STATISTA / Hettema / Focus 14/2011, 04.04.2011, Seite 86

Lernerfahrungen als Risikofaktor für die Entstehung von Ängsten

Auch Lernerfahrungen und ein verzerrtes Einordnen von Angstgefühlen können wegbereitend für Angsterkrankungen sein. An sich harmlose Angstgefühle werden von Betroffenen gleich als eine Katastrophe bewertet, sie fürchten z. B. den Verlust ihrer Arbeitsstelle oder ihrer Familie und sehen sich bereits in einem Obdachlosenasyl, wodurch sich die Angstgefühle weiter verstärken. Tritt dann noch ein angstminderndes Vermeidungsverhalten hinzu, indem angstauslösende Situationen weitestgehend umgangen werden, ist der Teufelskreis perfekt und kann aus eigener Kraft kaum noch durchbrochen werden. Auch wer in seinem Leben nie gelernt hat, mit privaten oder beruflichen Herausforderungen kompetent umzugehen, läuft Gefahr, Angststörungen zu entwickeln.

Entstehung von Angsterkrankungen: Störungen im Botenstoffwechsel des Gehirns

Neben den psychosozialen Auslösern für Angsterkrankungen sehen Neurobiologen auch Störungen in der Bildung und Funktion von Botenstoffen in unserem Körper als eine Ursache für Angststörungen an. Zu diesen sog. Neurotransmittern gehören Serotonin, Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin, Gamma-Amino-Buttersäure (GABA) und Glutamat. Stehen sie in zu geringer Menge für die Informationsübertragung von Nervenzelle zu Nervenzelle zur Verfügung, können psychische Störungen wie Angsterkrankungen oder Depressionen die Folge sein.

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