Ailurophobie / Katzenphobie - Die Angst vor Katzen (© Haramis Kalfar / Fotolia)

Ailurophobie / Angst vor Katzen

Die Ailurophobie bezeichnet die Angst vor Katzen. Ailuros ist das griechische Wort für Katze. Die Ailurophobie meint also eine Katzenphobie. Klassifiziert wird sie nach ICD-10 unter F40.2, den spezifischen Phobien.

Wie allgemein bei Phobien kann die Wirkung des spezifischen Auslösers von einem unangenehmen Gefühl bis hin zu einer Panikattacken reichen. Dabei kann die Angst durchaus auch von den Betroffenen rational als unbegründet verstanden werden.

Die Katzenphobie ist mit weltweit bis zu 15 Millionen Betroffenen recht weit verbreitet.

Die Ursachen der Katzenangst

Wie bei Phobien üblich ist es mitunter schwierig, die genauen Ursachen ausfindig zu machen. Dabei spielen individuelle Aspekte eine wichtige Rolle, sodass die Ursachen vielseitig sein können.

Da Katzen sich als Haustiere ziemlich großer Beliebtheit erfreuen, kommen viele Menschen mit ihnen häufig in Kontakt. Das gilt auch für Kinder, die oftmals sogar mit Katzen aufwachsen. Eine Ursache für die Angst vor Katzen kann eine traumatische Kindheitserfahrung mit einer Katze sein. Kleine Kinder, die oft von einer ungestümen Neugierde beseelt sind, können eine Katze sehr leicht ohne es zu wollen ärgern oder gar bedrohen. Katzen sind zudem sehr eigensinnige Tiere, die sich selten etwas gefallen lassen und mit Kratzen oder Beißen reagieren. Für Kinder kann diese schmerzhafte Reaktion der Katze zusätzlich äußerst überraschend und unerwartet kommen. Diese böse Überraschung kann ein Auslöser / Ursache für eine Ailurophobie sein.

Eine Abneigung gegen Katzen, die ebenfalls Züge einer Phobie annehmen kann, wird mitunter auch anerzogen. Wenn ein Elternteil selbst Angst vor Katzen hat, kann diese Angst leicht bewusst oder unbewusst auf das Kind übertragen werden.

Bei der Ailurophobie kann zudem der Aberglaube ebenfalls eine Rolle spielen. Dieser kann auch zu Katzenangst führen, die ebenfalls an Kinder weitergegeben werden kann.

Symptome und Eigenheiten der Katzenphobie

Bei einer Phobie handelt es sich um eine Angststörung mit einem ganz spezifischen Auslöser. Die dabei auftretenden Angstsymptome können z. B. sein:

  • Pulsbeschleunigung, Schweißausbruch
  • Schwindel
  • Herzklopfen, Zittern
  • Mundtrockenheit, Hitzewallungen
  • Atembeschwerden

Die Symptome können sowohl als solche als auch in ihrer Intensität stark variieren (siehe auch: Angststörung Symptome). Manche Betroffene fühlen sich bei der Anwesenheit einer Katze lediglich etwas unbehaglich. Bei anderen können diese Angstsymptome auftreten und sich im Extremfall bis zu einer ausgewachsenen Panikattacke steigern.

Da Katzen einerseits sehr beliebt sind und andererseits als harmlos und gemütlich gelten, trifft die Angst vor ihnen bei Unbetroffenen auf weniger Verständnis als etwa die Angst vor Hunden oder Spinnen (Spinnenphobie) es tut. Das kann dazu führen, dass Betroffene versuchen, ihre Angst vor Katzen zu verbergen. Damit kommt zu der Angst vor der Katze zusätzlich noch die Angst, als Katzenphobiker entdeckt zu werden.

Die Katze selbst trägt dazu häufig ebenfalls bei. Da sie ein eher ruhiges Tier ist, sucht sie sich unter den versammelten Menschen oft den scheinbar Ruhigsten aus. Und während Andere die Katze mitunter mit Geräuschen und Gebärden zu sich locken wollen, verhält ausgerechnet der Katzenphobiker sich ruhig – damit die Katze nicht zu ihm kommt. Diese Strategie geht aufgrund der ruhigen und gemütlichen Katzennatur häufig nicht auf, was von dem Betroffenen leicht als Bösartigkeit und somit Bestätigung der eigenen Angst interpretiert werden kann.

Der Traum vieler Katzenphobiker - entspannt mit Katzen umgehen statt Katzenangst; doch von Ailurophobie Betroffene haben eher große bis panische Angst vor Katzen. In schlimmen Fällen hilft eine Psychotherapie, sprich Verhaltenstherapie mit professioneller Konfrontationstherapie, beginnend mit leichtesten Expositionsübungen (© Patrizia Tilly / Fotolia)
Der Traum vieler Katzenphobiker – entspannt mit Katzen umgehen statt Katzenangst; doch von Ailurophobie Betroffene haben eher große bis panische Angst vor Katzen. In schlimmen Fällen hilft eine Psychotherapie, sprich Verhaltenstherapie mit professioneller Konfrontationstherapie, beginnend mit leichtesten Expositionsübungen (© Patrizia Tilly / Fotolia)

Ailurophobie – Therapie und Heilung

Phobien können sehr gut mit der Konfrontationstherapie geheilt werden und das gilt auch für die Ailurophobie Therapie. In manchen Fällen können auch die Ursachen der Katzenangst wichtig sein. Das hängt von der Art und der Intensität der Angst vor Katzen ab.

Die Konfrontationstherapie ist eine Desensibilisierung, die in kleinen Schritten geschieht und individuell höchst unterschiedlich aussehen kann. Bei weniger dramatischen Fällen kann das bewusste Betrachten der ruhigen Katze oder das vorsichtige Streicheln ein Ansatzpunkt sein. Bei schweren Fällen hingegen kann man z. B. mit dem bloßen Gedanken an der Begegnung mit einer Katze oder dem Anschauen von Katzenbildern beginnen und sich langsam steigern. Ob dabei Ursachenforschung und bzw. oder therapeutische Hilfe nötig ist, hängt vom Einzelfall ab.

Die Angst vor Katzen ist also durchaus weit verbreitet und wie jede Phobie ist sie irrational, also eine unverhältnismäßige Angst. Je nach Schwere kann sie von den Betroffenen selbst mit etwas Unterstützung von Freunden und Katzenhaltern oder mithilfe eines professionellen Therapeuten geheilt werden. Die Chancen dazu stehen gut.


Zum Weiterlesen:

Ängste verstehen, überwinden, bewältigen, bekämpfen


Angst vor Katzen: Quellen und weiterführende Ressourcen

Ängste, Phobien, Panikattacken > Angststörungen und Angsterkrankungen behandeln