Nosophobie und der Unterschied zur Hypochondrie vom Hypochonder (© Klaus Eppele / Fotolia)

Nosophobie verstehen

Als Nosophobie (altgriechisch: „Krankheitsangst“) oder auch hypochondrische Störung definiert das ICD-10 eine somatoforme Störung, die vor allem durch lang anhaltende und weniger durch akute Angstzustände geprägt ist (vgl. somatoforme Störung Symptome), weshalb die Nosophobie trotz ihres Namens keine phobische Störung im engeren Sinne, aber dennoch eine Angststörung ist.

Definiert wird Nosophobie als die Befürchtung oder Überzeugung, an einer Krankheit zu leiden, obgleich dafür unter objektiven, medizinischen Gesichtspunkten keine oder nur wenige Anhaltspunkte vorliegen.

Was ist Nosophobie? – Nähere Erläuterung:

Nosophobiker sollte man nicht mit dem, was landläufig schon als Hypochonder gilt, gleichsetzen. Nosophobie zeichnet sich durch ein nicht selten zwanghaftes Kontrollieren des eigenen Körpers und seiner Funktionen aus. Meist sind Betroffene von Natur aus sehr sensibel und auf ihren Körper konzentriert. Alles, was am eigenen Körper dann als ungewöhnlich angesehen wird, wird im Folgeschritt fehl- oder überinterpretiert. Das führt dazu, dass sich Betroffene Krankheiten einbilden bzw. Angst haben, sie könnten eine bestimmte Krankheit haben, obwohl keine oder nur wenige Indizien dafür sprechen (siehe Angst vor Krankheiten besiegen).

In extremen Fällen verschafft nicht einmal der Gang zum Arzt Erleichterung und der Nosophobiker ist trotz einer medizinischen Abklärung weiterhin davon überzeugt, die selbst eingeredete Krankheit zu haben.

Der Betroffene hat allerdings keine Wahnvorstellungen, sondern weiß für gewöhnlich wie die meisten Angstpatienten, dass es nur einen minimalen oder gar keinen rationalen Anlass für seine Angst gibt, was die Symptomatik, aber umso quälender macht: Die Patienten wissen, dass ihre Angst irrational ist, werden sie aber dennoch nicht los und kreisen in Gedanken unaufhörlich darum.

Abgrenzung zu verwandten Störungen

Nicht zu verwechseln ist die Nosophobie mit der Mysophobie, auch wenn beide Störungen nicht selten komorbid auftreten. Bei Mysophobie liegt der Fokus der Angst aber auf der Ansteckung durch Krankheitskeime oder andere mögliche Krankheitsauslöser wie schlechtes Essen, Dreck und Abfall und nicht so sehr darauf, bereits krank zu sein.

Während man erst von Nosophobie spricht, wenn die Angst, eine Krankheit zu haben, über mindestens sechs Monate hinweg anhält, leiden Mysophobiker unter kurzen Panikschüben ausgelöst durch konkrete Anlässe.

Videos zu Nosophobie und Hypochondrie

Nosophobie Therapie – Wie lässt sich die Störung behandeln?

Wie bei praktisch allen psychischen Störungen gibt es so etwas wie das Patentrezept oder die richtige Therapiemethode, die garantiert zum Erfolg führt, nicht. Die menschliche Psyche ist sehr komplex und es hängt stark vom Patienten und seiner eigenen Vorgeschichte ab, welche Therapie am erfolgversprechendsten ist.

Wie bei allen Angststörungen wird häufig zu Konfrontationstherapien geraten, was bei einer Störung, die sich wie Nosophobie primär durch zwanghafte Gedanken kennzeichnet, ein äußerst anstrengender und langwieriger Prozess sein kann. Anders als bei phobischen Störungen im engeren Sinne kann man den Patienten nicht gezielt und kontrolliert mit dem Angst auslösenden Reiz konfrontieren und dem Gehirn so beibringen, dass die Angst unbegründet ist. Der eigene Körper ist nun einmal etwas, was der Patient stets bei sich trägt.

Hinzukommt, dass jede Krankheit eine gewisse Inkubationszeit hat, womit das Argument: „Es ist nichts passiert. Sie haben alles heil überstanden“, gegenstandslos wird, denn der Patient fürchtet ja in vielen Fällen, dass da etwas in ihm wütet, das erst in Wochen oder Monaten zum wirklichen Ausbruch kommen könnte und von den Ärzten nicht erkannt wird.

Vielversprechender ist in den meisten Fällen daher eine kognitive Verhaltenstherapie, bei der nach Wegen gesucht wird, wie der Patient lernen kann, seine Befürchtungen zu ignorieren bzw. alternative Erklärungen für bestimmte Symptome zu suchen und diese so nicht über zu interpretieren. Natürlich birgt das wiederum eine andere und nicht gänzlich unbegründete Angst, wirkliche Frühwarnsignale ernsthafter Erkrankungen deshalb zu übersehen.

Verschiedene Tipps zur Selbsthilfe gibt Dr. med. Dunja Voos (Psychotherapeutin, und Fachärztin für Arbeitsmedizin) hier: medizin-im-text.de/blog/2017/5936/tipps-gegen-hypochondrie/

Quellen:

  • http://universal_lexikon.deacademic.­com/­44546/Nosophobie
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Hypochondrie
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/79602/Krankheitsangst-Keine-Bagatelle
  • https://hypnosekrohn.de/nosophobie-nosemaphobie-hypochondrie
  • http://www.medizin-kompakt.de/hypochondrie-
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Mysophobie

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