Mysophobie / Ansteckungsphobie / Angst vor Ansteckung / Ansteckungsangst / Misophobie (© foto* / stock.adobe.com)

Mysophobie / Ansteckungsphobie / Angst vor Ansteckung – Beispiele, Tipps für Umgang mit Ansteckungsangst und Wege der Behandlung

Dieser Artikel zum Thema Mysophobie (auch: Misophobie) zeigt Beispiele für krankhafte Angst vor Ansteckung, gibt Tipps für den Umgang mit Ansteckungsangst und zeigt Wege der Behandlung bei Vorliegen einer echten Ansteckungsphobie.

„Der Mund wird trocken. Die Kehle wird zugeschnürt. Und die ersten Gedanken im Kopf sind: Alles aus! Alles aus! Schnelle Atmung. Was mache ich jetzt? Was mache ich jetzt? Plan B!“ – Das Dumme ist, dass die Vernunft keine Chance hat, durchzukommen durch diesen Zustand, weil die Panik ist immer schneller als die Vernunft. Und die lässt mich dann eben diese Zwangshandlung machen. Ich müsste jetzt, wenn die Starre sich auflöst, nach oben. Und dann muss ich die Stelle, wo ich drangekommen bin, ganz oft waschen, waschen, so lange – nicht, bis es sauber ist, ist ja sauber, sondern so lange, bis die Panik im Innern glaubt, dass es jetzt gut ist.“ ( youtube.com/watch?v=6nMUtz4bghs )

So beschreibt die aus diversen TV-Sendungen bekannte Immobilienmaklerin Hanka Rackwitz ihre Panik, wenn sie in Berührung mit vermeintlich verunreinigten Gegenständen kommt. Bis zu hundert Mal am Tag wäscht sie sich die Hände, die sie anschließend mit einem Desinfektionsreiniger plus Desinfektionsspray entkeimt.

Ein NDR-Film von Carsten Rau und Hauke Wendler gibt Einblick in den Alltag der Hausfrau Petra R., die sich „erst dann, wenn alle Ritzen, alle Böden sauber scheinen“, zu Hause fühlt. (youtube.com/watch?v=vHbidzeeHAA) Ihr Heim darf niemand mit Straßenschuhen betreten, denn er könnte Schmutz von draußen reintragen. Petra R. sagt: „Es gab auch schon Leute, die dann hier waren und gesagt haben, sie mögen sich gar nicht hinsetzen, weil sie finden, dass es irgendwie steril ist. Aber ich fasse es als Kompliment auf. […] Ich mag das so. Ich mag halt allgemein einfach keinen Dreck.“

Auslöser dieses peniblen Reinigungsdrangs ist die übergroße Angst vor der Ansteckung durch Viren und Bakterien, deren Fachbegriff Mysophobie oder Kontaminationsangst („Verunreinigungsangst“) lautet. Nach Angabe des Schweizer „Gesundheitsbeobachters“ ist die Zahl der davon Betroffenen seit dem Ausbruch der Vogel- und Schweinegrippe massiv gestiegen. (beobachter.ch/gesundheit/psychologie/zwange-die-lahmende-angst-vor-den-keimen) Aber auch teils unsachliche und hysterische Debatten beispielsweise über die Übertragung von HIV oder Hepatitis nährten im Laufe der Jahre bei vielen Menschen die Angst vor Ansteckung (Ansteckungsangst, Ansteckungsphobie). Ein Indiz für diese Entwicklung ist das stetig wachsende Umsatzplus der Hersteller von Desinfektionsmitteln, die mit ihrer Werbung Besorgnisse dieser Art weiter zu schüren bemüht sind.

Doch warum herrscht in Ländern wie Deutschland oder der Schweiz, die besonders viel Wert auf Hygienestandards legen, eine solche Kopflosigkeit, wenn es um die Sauberkeit geht? Wie unterscheidet sich ein harmloser „Putzfimmel“ von einem krankhaften Reinigungs- und Waschzwang (vgl. Waschzwang besiegen)? Ist Mysophobie heilbar?

Ausführliche Antworten auf Fragen rund um dieses Thema finden Sie hier:

Phobien im Allgemeinen und die Mysophobie im Besonderen

Die Phobie (siehe Phobie Definition) zählt zu den häufigsten psychischen Störungen und ist charakterisiert durch extreme unrealistische Ängste vor bestimmten Situationen oder Objekten (vgl. Definition Angst nach Riemann). Die Wissenschaft unterscheidet drei verschiedene Formen:

  1. Soziale Phobie: Vermeidung sozialer Kontakte
  2. Agoraphobie: Vermeidung bestimmter Orte
  3. Spezifische Phobie: Diese Gruppe ist wiederum in verschiedene Typen unterteilt:

Von einer spezifischen Phobie, die unter den Angststörungen prozentual den höchsten Anteil ausmacht, sind circa zehn Prozent der Bevölkerung betroffen. An ihr erkranken Frauen doppelt so häufig wie Männer. (netdoktor.de)

Während innerhalb der Typisierung der spezifischen Phobien die Angst vor Tieren weit verbreitet ist und das soziale Umfeld in der Regel verständnisvoll darauf reagiert, stoßen Betroffene mit ausgefalleneren psychischen Störungen wie der Mysophobie / Misophobie häufig auf eine Mauer der Intoleranz und Kritik. Nicht selten sehen sie sich dem Vorwurf ausgesetzt, mit ihrem „Putzwahn“ eine Partnerschaft, ein familiäres Miteinander oder eine Freundschaft extrem zu belasten.

Einen noch schwierigeren Stand haben Mysophobiker, deren Ängste sich nicht auf tatsächlich Existierendes wie Bakterien beziehen, sondern die eine mentale Kontamination fürchten, also eine geistige Ansteckung durch Taten, Worte oder Gedanken anderer. So fühlen sie sich beispielsweise beschmutzt, wenn sie aus den Nachrichten über Gewaltverbrechen erfahren oder wenn sie mit einer Lüge konfrontiert werden. Betroffene dieses Typus „haben ein ausgeprägtes Moralverständnis, sind sensibel und leicht kränkbar und neigen dazu, sich schnell zu ekeln“. (aerzteblatt.de).

Waschen, Schrubben, Wienern: Noch im normalen Rahmen oder bereits krankhaft?

Die Wohnung in Ordnung zu halten und auf die eigene Körperhygiene zu achten, ist in den allermeisten Haushalten eine Selbstverständlichkeit. Allerdings ist das Bedürfnis nach Sauberkeit individuell unterschiedlich stark ausgeprägt. So duschen laut Umfragen fast 90 Prozent der Deutschen täglich (fitforfun.de. Dem Säubern ihrer Wohnung widmen sich die Menschen hierzulande im Schnitt fast fünf Stunden in der Woche (presseportal.de). In 56 Prozent der deutschen Haushalte kommen häufig Desinfektionsmittel, keimtötende Tücher oder Flüssigkeiten zum Einsatz. („Das Neue Blatt“, Nr. 33, 07.08.2019, S. 32)

Letztendlich gibt es keine verbindliche Richtschnur für die Häufigkeit des Putzens, sondern nur wissenschaftlich fundierte Empfehlungen. Einen praktischen Jahresreinigungsplan für die Wohnung hält beispielsweise folgende Website vor:

Generell ist das Achten auf Hygiene eine sinnvolle Maßnahme, um sich vor Krankheiten zu schützen. Auch ein etwas übertriebeneres Putzen der Wohnung oder Waschen der Hände fällt noch nicht automatisch in die Kategorie der Mysophobie / Ansteckungsphobie. Erst wenn „die Betroffenen unter der Angst [vor Ansteckung durch Viren und Bakterien] zu leiden begännen und es nicht schaffen würden, ihr Verhalten zu ändern, werde aus der Marotte ein Zwang“, erläutert Michael Rufer, stellvertretender Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Unispitals Zürich (beobachter.ch/gesundheit/psychologie/zwange-die-lahmende-angst-vor-den-keimen).

Ein typisches Beispiel für diesen Zustand ist die eingangs erwähnte Immobilienmaklerin Rackwitz, die offen bekennt: „Ich leide unter meinen Ängsten. […] Das Gefühl der Angst ist ja kein angenehmes Gefühl. Das ist einfach nicht schön, die kleinsten Dinge mit so viel Kraftaufwand zu machen.“ (youtube.com/watch?v=6nMUtz4bghs) So vermag sie einen zufällig in ihrer Küche auf den Boden gefallenen Gegenstand nur mit Handschuhen aufzuheben.

Die Angst vor Ansteckung wird dann zu einem ernst zu nehmenden Problem, wenn sie das Alltagsleben dominiert und selbstbestimmtes Handeln immer weiter einschränkt. Schlimmstenfalls führt sie zu einer sozialen Isolation, wenn es Betroffenen aus Angst vor Kontamination nicht mehr möglich ist, das Haus zu verlassen oder Besuch zu empfangen. Aus dieser Situation heraus können sich Begleiterkrankungen wie Depressionen (vgl. Depression Definition DSM Test vs. depressive Verstimmung Definition), Hypochondrie (Hypochondrien Definition) oder Kontrollzwang entwickeln, die immer weiter in einen seelischen Abwärtssog ziehen und zu starken Einbußen bei der Lebensfreude und -qualität führen.

Menschen mit Angst vor Ansteckung: Einblick in die Gedankenwelt der Mysophobiker

Auf der Seite ze.tt/mysophobie-wie-julia-es-schaffte-ihre-ansteckungsangst-zu-ueberwinden/ erzählt die 23-jährige Julia von dem schleichenden Prozess ihrer Ansteckungsangst zu einer mysophobischen Krankheitsgeschichte. Das erste Mal überkam die Studentin das unangenehme Gefühl, sich schmutzig zu fühlen, nachdem sie mit dem Bus gefahren war und dabei ihre Kleidung durchgeschwitzt hatte. Also wechselte sie zu Hause ihre Jeans. Ab dem Zeitpunkt häuften sich die Momente, in denen sie dachte, sich vor Dreck schützen zu müssen. Neben dem ständigen Kleiderwechsel begann sie, akribisch ihre Wohnung zu desinfizieren. Ständig hatte sie den Drang, sich die Hände zu waschen. Ihre Fingernägel schnitt sie möglichst kurz, damit sich darunter keine Keime ansammeln konnten. Immer seltener ging sie zu Vorlesungen oder empfing Besuch von Kommilitonen. Am Ende war sie nicht einmal mehr in der Lage, in einem Café eine Tasse Cappuccino zu trinken, da sie sich scheute, den Henkel des Bechers anzufassen. „Wer weiß, wer den vorher berührt hat. […] Die anderen sind unhygienisch“, dachte sie.

Eine andere Betroffene schildert die Zwangshandlungen, die die Angsteckungsphobie bei ihr auslöste, folgendermaßen: „Ständig meinte ich, dreckig zu sein. […] Zusammengerechnet über den Tag wusch ich meine Hände ungefähr drei Stunden lang. Wenn ich mich besonders schmutzig fühlte, dann dauerte ein Waschritual mindestens fünf bis zehn Minuten, ich benutzte viel Seife. Schließlich war die Haut der Hände aufgesprungen, überall hatte ich blutende Stellen. Meine Hände sahen aus wie fleischige Wunden.“ (zwaenge.de/betroffene/854.htm)

Immobilienmaklerin Rackwitz berichtet Ähnliches hinsichtlich ihres Waschzwangs: „Ich mache das einmal, dann ist der Arm sauber, der ja gar nicht schmutzig war. Ich fühle es aber noch nicht. Es ist im Gehirn noch nicht angekommen, dieser Sicherheitsgedanke: Jetzt kannst du ruhig sein, der Arm ist sauber. […] Und ich muss das so oft machen, so oft machen, und ich muss auch aufdrücken, dass ich fühle, es brennt jetzt schon, also das Desinfektionsmittel. Ich fühle den Schmerz. Das Auge reicht nicht als Sinn. Ich muss es fühlen […], dass ich danach sagen kann, wenn ich den Arm so geputzt habe, dass der Schwamm kaputt ist, dann muss es ja sauber sein.“ (youtube.com/watch?v=6nMUtz4bghs)

Symptome der Mysophobie / Ansteckungsphobie

Ständig kreisen die Gedanken eines Mysophobikers um seine überdimensionale Angst vor Bakterien und Viren, der er mit einem unverhältnismäßigen Putz- und Waschzwang zu trotzen versucht. Kommt es dennoch zu einem Kontakt mit einem Gegenstand, der mit Keimen belastet sein könnte, ist die Reaktion Betroffener mit den Symptomen einer Panikattacke vergleichbar. Typische physische und psychische Merkmale sind:

  • Herzrasen
  • Schüttelfrost
  • Beklommenheit
  • Atemnot
  • Erbrechen
  • Angst
  • Schweißausbruch
Misophobie / Mysophobie - Krankhafte Ansteckungsangst? (© BildPix / Fotolia)
Misophobie / Mysophobie – Krankhafte Ansteckungsangst? (© BildPix / Fotolia)

Ursachen der Misophobie

Wie generell bei psychischen Störungen kommen mehrere Ursachen infrage, die Auslöser der krankhaften Angst vor Ansteckung sein können. Hierzu zählen u.a. (docplayer.org/36393753-Zwischen-mysophobie-und-messie-syndrom.html):

  • Genetische Veranlagung
  • Neurobiologische Funktionsstörungen
  • Aktuelle psychische Belastungen wie Stress, Beziehungskonflikte
  • Traumata (vgl. posttraumatische Leistungsstörung)
  • Erziehungsstil der Eltern
  • Eigenes Persönlichkeitsprofil (fehlendes Selbstwertgefühl, Neigung zu Perfektionismus und Katastrophisierung)
  • Hohe moralische Ansprüche, gesellschaftliche und religiöse Normen

Nicht immer lässt sich der Grund der Entstehung einer krankhaften Ansteckungsangst (Misophobie) genau ermitteln. In manchen Fällen spielt auch eine Kombination mehrerer Faktoren eine Rolle. Eine Ursachenforschung sollten Betroffene allerdings nicht mit eigenen Schuldzuweisungen verknüpfen, denn eine psychische Störung ist eine Erkrankung, deren unfreiwilliges Opfer sie sind.

Übertriebene Angst vor Ansteckung überwinden – Behandlung der Mysophobie

Eine traditionelle Behandlungsmethode bei der krankhaften Angst vor Ansteckung respektive Ansteckungsphobie (vgl. krankhafte Ängste) ist die Psychotherapie in Form einer kognitiven Verhaltenstherapie (vgl. auch richtige Psychotherapie finden), die auf zwei Säulen aufbaut:

  1. „Kognitiv“ leitet sich vom lateinischen „cognoscere“ ab und bedeutet „erkennen“. Ziel dieses Teils der Therapie ist es, bestehende Denkmuster zu durchbrechen und durch eine realistische Sichtweise zu ersetzen.
  2. Die Verhaltenstherapie ist darauf fokussiert, die sich schrittweise angeeigneten Zwangshandlungen peu à peu wieder auf ein Normalmaß zurückzuführen (vgl. Was macht ein Verhaltenstherapeut?). Dazu zählt auch die direkte Konfrontation mit den eigenen Ängsten, die Betroffene anfangs viel Überwindung kostet, die aber unter der fachkundigen und einfühlsamen Anleitung eines Therapeuten bei der überwiegenden Mehrheit der Patienten gelingt.

Bei manchen Betroffenen hat sich die Bachblüten-Therapie (siehe Bachblüten gegen Angst und Panikattacken) oder die Hypnose (siehe Angstbewältigung durch Hypnose) bewährt, um ihr Problem in den Griff zu bekommen. Um beispielsweise das Gefühl von Panik zu dämpfen, zählt zu den begleitenden Behandlungsmethoden das Erlernen von Entspannungsübungen (siehe Entspannungstechniken Überblick und Entspannungsübungen nach Jacobson) oder die Einnahme von Medikamenten (vgl. rezeptfreie Medikamente gegen Angst, angstlösende Medikamente ohne Abhängigkeit, angstlösende pflanzliche Medikamente).

Die zuvor erwähnte 23-jährige Studentin Julia hat es aus eigener Kraft geschafft, ihre Angst vor Ansteckung zu überwinden. Die Kommunikation mit anderen Betroffenen kann die Selbsthilfe, die vor allen Dingen im Anfangsstadium gegen Ansteckungsangst greift, effektiv unterstützen. Eine Möglichkeit dafür findet sich im Netz u.a. auf dieser Website: suchtundselbsthilfe.de/forum/. Auch das Einholen von Informationen über Übertragungswege etwa von HIV oder anderen Viren kann hilfreich sein, einen realistischeren Blick für das tatsächliche und keineswegs immer so dramatische Gefahrenpotenzial einer Ansteckung zu bekommen.

Welche Therapie die geeignete ist, muss jeder für sich selbst herausfinden, denn psychische Störungen verlaufen individuell sehr unterschiedlich. Erfolgsfördernd ist auf jeden Fall die eigene Einsicht, dass es sich bei der Mysophobie um eine Krankheit handelt, sowie der Wille, sich nicht länger von seinen Zwängen versklaven zu lassen.

Schlussbemerkung: Wenn Putzen krank macht

Die Ansteckungsphobie ist eine psychische Erkrankung, die Betroffene hinterlistig in eine Falle lockt. Mittels einer ausufernden Putz- und Waschsucht wiegen sie sich in der trügerischen Sicherheit, auf bestmögliche Art und Weise ihre Gesundheit zu schützen. Doch sie erreichen damit genau den gegenteiligen Effekt, denn die Ansteckungsphobie kann nicht nur zu massiven seelischen Problemen führen, sondern sie kann auch Erkrankungen gerade durch Bakterien begünstigen.

So ist beispielsweise der übermäßige Einsatz von Desinfektionsmitteln bedenklich, denn sie zerstören „auch Keime, die Menschen nicht schaden und – im Gegenteil – sogar unser Immunsystem trainieren. Die Folge können Allergien, Hautreizungen und Ekzeme sein.“ (br.de/radio/bayern1/haushalt-putzen-mit-desinfektionsmittel-100.html) Häufiges Händewaschen kann ebenfalls negative gesundheitliche Folgen haben, denn es trocknet die Haut aus „und es bilden sich Risse. Über diese Einfallspforten gelangen Krankheitserreger leicht in den Körper, wo sie Entzündungen (Hautekzeme) mit Juckreiz und Schmerzen verursachen.“ (netdoktor.de/krankheiten/zwangsstoerung/waschzwang/)

Auf dem Höhepunkt ihrer Erkrankung beklagte Hanka Rackwitz verzweifelt: „Ich will wieder mein Leben zurück. […] Ich möchte wieder über Wiesen laufen, mich überall hinsetzen, Freunde einladen können.“ (youtube.com/watch?v=6nMUtz4bghs) Die Immobilienmaklerin begab sich schließlich in stationäre Behandlung, da sie zur Selbsthilfe nicht mehr fähig war und ihren Leidensdruck nicht mehr länger aushielt.

Nach ihrer Therapie hatte Frau Rackwitz etwa 70 Prozent ihrer Zwangshandlungen besiegt. Obwohl noch nicht vollständig geheilt, zeigte sie sich dennoch mit ihren Fortschritten zufrieden und meinte: „Es gibt mir so viel Freiheit.“ (youtube.com/watch?v=NPwp3kn3SJQ)

Eine Ansteckungsphobie baut sich schleichend über Jahre auf. In dieser Zeit verfestigen sich Verhaltensmuster, die man nicht von heute auf morgen per Knopfdruck abstellen kann. Doch mit viel Geduld und eisernem Willen gelingt es den meisten Betroffenen, ihre Ängste zu überwinden. Sich seiner psychischen Störung zu stellen und sie zu bekämpfen, kostet Kraft. Aber die Mühe lohnt sich, denn ein fröhliches Beisammensein mit Freunden oder ein entspannter Café-Besuch bereichert das Leben allemal mehr, als stundenlang das Bad zu putzen, bis schließlich die Mysophobie und nicht mehr der eigene Wille das Denken und Handeln bestimmt.

Misophobie & Co – Zum Weiterlesen auf dieser Website:

Bakteriophobie (Bacteriophobie) – Angst vor Keimen, Bakterien, Viren

Nosophobie verstehen

Dr. Jan Martin - Virtueller Chefredakteur - Digitale Redaktionsleitung Dr. Jan Martin ist virtueller Chefredakteuer von www.angst-verstehen.de. Er ist das Außengesicht der digitalen Redaktionsleitung, verantwortlich für Qualitätssicherung und Publikation der Texte der Redaktion.

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