Akarophobie - Angst vor Insekten, Milben, Zecken und deren Stich oder Biss (© Antje Lindert-Rottke / Fotolia)

Akarophobie – Angst vor Insekten, Milben, Zecke und deren Stich oder Bissen

Akarophobie belastet das Leben der Betroffenen sehr. Viele Menschen haben Ekelgefühle bei dem einen oder anderen Insekt und doch unterscheidet sich Ekel von Angst sehr deutlich.

Was ist Akarophobie genau?

Akarophobie bezeichnet grundsätzlich die Angst vor allen Insekten, spezifisch zum Beispiel vor Bissen und Stichen.

Es gibt kleinere Formen davon wie die Arachnophobie, wo die Betroffenen „nur“ Angst vor Spinnen haben.

Die Symptome der Angsterkrankung sind vielfältig.

Zunächst wäre da die irrationale Angst vor Insekten. Menschen mit Insektenangst trauen sich oft gar nicht in einen Raum zu gehen, in dem ein Insekt vermutet wird und sei es nur eine Fliege.

Berührungen mit Insekten können extreme Panikattacken auslösen!

Weitere Symptome sind:

  • Angst- und Schreckgefühle
  • Eine erhöhte Herzfrequenz
  • Schwindel
  • Zittern
  • Atemnot
  • Ein trockener Mund

Manchmal sind Betroffene in der Nähe von Insekten sogar nicht mehr imstande zu sprechen.

Wie entsteht die Angst vor Insekten?

Die Angst vor Insekten entsteht oftmals durch ein traumatisches Erlebnis, beispielsweise in der Kindheit. War man beispielsweise als kleines Kind kurz alleine im Auto, eine Wespe flog herein und stach einen, so stehen die Chancen gut, dass man eine Wespenangst als eine Form von Akarophobie entwickelt.

Grundsätzlich ist die Angst vor Insekten mit Stacheln, kräftigen Beißwerkzeugen oder acht Beinen aber ein natürlicher Schutzinstinkt, zumindest bis zu einem gewissen Grad. Bunte Insekten mit auffälligen Farben machen vielen Leuten Angst oder flößen zumindest Respekt ein, was ja auch der Sinn der Färbung sein soll. Die meisten Insekten haben nämlich kaum Möglichkeiten sich zu verteidigen, darum setzen sie auf Abschreckung.

In unseren Breitengraden gibt es zwar nicht wirklich lebensgefährliche Insekten, dennoch können manche Tiere Schmerzen zufügen. Wer einmal von einer Biene gestochen wurde, weiß, wie das gemeint ist.

Manche Menschen sind auch allergisch auf Bienen oder Wespen, was ebenso Akarophobie auslösen kann.

Zu Zecken und Co ist zu sagen, dass von ihnen auch eine gewisse Grundgefahr ausgeht. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit einer Infektion mit FSME so unwahrscheinlich wie ein Sechser im Lotto und wenn man daran erkrankt, dann ist die Sterblichkeitsrate trotzallem sehr niedrig.

Menschen mit Akarophobie würden Waldgebiete wohl gänzlich meiden oder sich unnötig mit langer Kleidung einschränken, aus Angst von einer Zecke gebissen zu werden.

Die Angst vor Milben schränkt manchmal noch weiter ein: Menschen mit Milbenallergie müssen ihr Zuhause extrem sauber halten und es mit speziellen Reinigungsmitteln säubern, damit keine allergischen Symptome auftreten, doch Menschen mit bloßer Angst vor Milben tun das Gleiche, obwohl es nicht nötig wäre. Viel Lebenszeit wird so geopfert.

Was kann man gegen Akarophobie tun?

Eine Angsterkrankung ist tückisch und lässt sich nicht wirklich durch ein Verändern der Gewohnheiten bekämpfen. Viele versuchen es und meiden Räume in denen ein leises Summen vernommen wurde, doch so schränkt man sich bloß im eigenen Leben ein. Es gibt auch genug Menschen, die nur rausgehen, wenn es unbedingt notwendig ist, aus Angst einem Insekt zu begegnen. An Picknicks am Waldrand, Baden im See oder einfache Spaziergänge ist oft gar nicht zu denken.

Was nahezu immer hilft und was jedem Menschen zu empfehlen wäre, ist der Besuch einer Psychotherapie.


Psychotherapie – Ein einführender Überblick für Patienten


Oftmals versteckt sich hinter der Angst vor Insekten eine ganz andere Angst, die eigentlich gar nichts mit den kleinen Tierchen zu tun hat. Reden kann hier wahre Wunder bewirken!

Was psychotherapeutisch in vielen Fällen hilft: Verhaltenstherapie. Hier werden neue Strategien entwickelt, um mit der Angst umzugehen. Man lernt womöglich, wie harmlos die meisten Insekten wirklich sind und wie man neben ihnen ruhig koexistieren kann.

Ebenso hilfreich und wirkungsvoll kann eine Hypnose sein (siehe Angstbewältigung durch Hypnose), denn wie die meisten Traumatas ist die Insektenangst im Unterbewusstsein verankert. Mit einer Hypnose kann man seine interne Festplatte überschreiben und die Angst vor Insekten verblasst immer mehr.

Quellen:

hypnose-muenchen.de/glossar/akarophobie

de.wikipedia.org/wiki/Akarophobie

Siehe auch:

Arachnophobie oder die Angst vor Spinnen: Ursachen und Tipps zur Therapie

 

Dr. Jan Martin - Virtueller Chefredakteur - Digitale Redaktionsleitung Dr. Jan Martin ist virtueller Chefredakteuer von www.angst-verstehen.de. Er ist das Außengesicht der digitalen Redaktionsleitung, verantwortlich für Qualitätssicherung und Publikation der Texte der Redaktion.

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