Doxepin Strukturformel (© lyricsai / stock.adobe.com)

Doxepin als trizyklisches Antidepressivum

Wer mit Depressivität, Suchterkrankungen mit Opiaten oder schweren Schlafstörungen zu kämpfen hat, begegnet während der Behandlung oft dem trizyklischen Antidepressivum Doxepin. Dieses Medikament ist als Tablette, Dragee oder Kapsel oral zu verabreichen. Es kann bei bestimmten Störungen auch injiziert oder als Creme auf die Haut aufgetragen werden.

Der Wirkstoff dieses Präparates wird unter Präparatenamen wie Aponal oder Doneurin sowie als Generikum von Neuraxpharm oder Ratiopharm in Deutschland verordnet. Der stark dämpfende und sedierende Effekt dieses Präparates gegen Depressionen und Angststörungen wird durch eine Interaktion mit bestimmten Botenstoffen – sogenannten Transmittern – erreicht. Daher taugt es sowohl als Pharmazeutikum gegen verschiedene Formen depressiver Erkrankungen und Angsterkrankungen, wie in Form von Tropfen als Schlafmittel oder Präparat zum Abmildern suchtbedingter Entzugserscheinungen (siehe Sucht).

Doxepin Wirkung und Wirkungsweise

Der Wirkstoff in diesem trizyklischen Antidepressivum (siehe auch: Trizyklika) nimmt auf den Stoffwechsel bestimmter Botenstoffe in Gehirn Einfluss. Das Ziel der Einnahme von Doxepin 25 oder 50 mg ist es, die stimmungsaufhellenden Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin in ihrer positiven Einflussnahme zu optimieren und ihre Verfügbarkeit vor Ort zu verbessern. Um das zu erreichen, muss das Medikament über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, bis sich die erwünschte Stimmungsaufhellung einstellt.


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Ist dieser Einnahmeeffekt etabliert, beeinflusst das Präparat die depressiven Schübe positiv. Die Depressionsphasen dauern weniger lange und sind weniger schwer. Neben der stimmungsaufhellenden Wirkung dieses Antidepressivums ist auch eine dämpfende bzw. sedierende Wirkung beabsichtigt. Diese wird dadurch erreicht, dass bestimmte Eiweißmoleküle im Organismus gehemmt werden. Diese reagieren auf äußerliche Signale und geben sie weiter. Im Gegensatz zu den stimmungsaufhellenden Effekten treten die sedierenden Effekte durch das Präparat sofort nach der Einnahme ein. Die Doxepin Erfahrungen sind unterschiedlich. Bei manchen Menschen ist die Stimmungsaufhellung schwächer, dafür werden die sedierenden Effekte als stark wahrgenommen. Gegebenenfalls sollte die Einnahme herunterdosiert oder anderweitig angepasst werden.

Bei oraler Aufnahme wird das Medikament im Magen-Darm-Trakt verstoffwechselt. Dabei werden Wirkstoff-Anteile in der Leber in ein medizinisch wirksames Spaltprodukt umgewandelt. Da diese beiden Wirkstoffe fettlöslich sind, können sie relativ schnell ans Gehirn weitergegeben werden. Danach werden sie abgebaut und ausgeschieden. Durch die Einflussnahme auf verschiedene Transmittersysteme erzeugt das Antidepressivum charakteristische Nebenwirkungen. Diese sind typisch für viele Medikamente aus der Sparte der trizyklischen Stimmungsaufheller bzw. Sedativa. Es ist normal, dass sich die sedierenden Effekte mit der Zeit abschwächen und die stimmungsaufhellende Doxepin Wirkung zunimmt.

Üblich ist eine Dosierung von Doxepin 25, 30 mg oder 50 mg. Bei sedierenden Effekten, die die Arbeitsfähigkeit einschränken, sollte eine Anpassung der Dosierung vorgenommen werden. Wird das Präparat als Schlafmittel verordnet, kann die größere Teildosis in Form von Tropfen oder Kapseln abends eingenommen werden. Alle anderen Bedingungen sollten aber auch zum Schlafen verhelfen und nicht gegenteilig wirken. Bei der Verabreichung des Präparates gegen Angststörungen wird die größere Dosis tagsüber eingenommen. Schon durch solche Maßnahmen kann die Medikamentenwirkung gut auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt werden.

Bei welchen Beschwerden wird dieses Präparat verordnet?

Das Präparat ist in Deutschland für die Behandlung von

  • verschiedenen depressiven Zuständen
  • manisch-depressiven Erkrankungen
  • Angststörungen mit Krankheitswert
  • oder bei Entzugserscheinungen durch Alkoholismus, Tablettensucht oder Drogenabhängigkeit

zugelassen. Es wird bei anhaltenden Symptomen als Schlafmittel, bei innerer Anspannung, übermäßiger Ängstlichkeit, innerer Unruhe, bei funktionell bedingten somatischen Symptomen, Lethargie, chronischen Schuldgefühlen oder Hypochondrie verschrieben. Das von Neuraxpharm oder Ratiopharm hergestellte Arzneimittel lindert diese Zustände zuverlässig. Es hilft den damit behandelten Menschen, nach einer Weile wieder am Leben teilzunehmen. Daher sind die Doxepin Erfahrungen in der Regel positiv, zumal das Präparat trotz aller Warnungen im Beipackzettel meistens gut verträglich ist.

Die Frage ist jedoch, ob für alle genannten Anwendungsgebiete nur ein so stark wirkendes Arzneimittel in Frage kommt. Immerhin handelt es sich bei einigen der Genannten nicht um Krankheiten, sondern um Störungen, die auch anders behandelbar wären. Entscheidend für die Verordnung ist aber wohl, wie gravierend sich diese Störungen auf das Lebensgefühl der Betroffenen auswirken. Vorübergehende Störungen können sich durchaus als länger andauernde Krankheiten manifestieren, die die Teilhabe am Leben empfindlich stören oder zeitweise unmöglich machen.

Zur Anwendungsweise des Medikaments

Die Doxepin 50 oder 25 Tabletten, Tropfen oder Kapseln werden – je nach Diagnose – vorzugsweise zu einer Mahlzeit oder vor dem Schlafengehen verabreicht. Bei einer Diagnose von Depressionen oder bei Angstzuständen muss das trizyklische Präparat wegen seiner Wirkungsweise eingeschlichen werden. Zu Beginn wird eine Dosis Doxepin 25 abends verabreicht und dann gemäß der Einnahmevorgaben im Beipackzettel langsam gesteigert.

Klingen die Symptome der Depression oder Schlafstörung langsam ab, sollte das Arzneimittel trotzdem noch mehrere Monate weiter eingenommen werden. Anschließend wird es langsam wieder ausgeschlichen. Der Arzt entscheidet darüber, wann das sein wird, nicht der Patient. Vor allem muss ein plötzliches eigenmächtiges Absetzen der verordneten Dosis vermieden werden. Beim plötzlichen Absetzen des Präparats kommt es andernfalls zu Zuständen innerer Unruhe und zu Schweißausbrüchen. Es kann auch zu Erbrechen und Übelkeit kommen. Auch wenn das Präparat gegen suchtbedingte Entzugserscheinungen verschrieben wurde, darf es auf keinen Fall eigenmächtig abgesetzt werden.

Bei der Therapie von Schlafstörungen können Dosisanpassungen vorgenommen werden. Bei älteren Patienten genügt oft Doxepin 25, um die Schlafstörung zu behandeln. Hier sollten auch starke Nebenwirkungen vermieden werden, da ältere Patienten oft mehrere Arzneimittel einnehmen müssen. Diese können sich gegenseitig blockieren oder in den Effekten verstärken. Außerdem kann es zu Vergiftungen oder Überdosen kommen. Oft wird zur Schlafförderung eine größere Teildosis unmittelbar vor dem Schlafengehen verabreicht. Die meisten Menschen machen gute Doxepin Erfahrungen.

Unerwünschte Nebenwirkungen von Doxepin

Bei fast allen trizyklischen Antidepressiva kommt es dank der spezifischen Wirkstoff-Reaktionen im Organismus häufig zu typischen Nebenwirkungen. Diese manifestieren sich in Form von

  • Mundtrockenheit
  • ausgetrockneter Nasenschleimhaut
  • Sehstörungen bei der Nah- oder Fernsicht
  • Schweißausbrüchen
  • Müdigkeit oder Benommenheit
  • Schwindelgefühlen
  • Gewichtszunahme
  • Herzrhythmusstörungen
  • Tremor
  • oder Verstopfung

Einzeln oder gehäuft treten solche unerwünschten Effekte bei maximal zehn Prozent der behandelten Patienten auf. Sie sind somit nicht bei allen damit behandelten Patienten zu erwarten. Bei manchen Patienten kommt es zu

  • allergischen Hautreaktionen und Juckreiz
  • Durstgefühlen
  • innerer Unruhe und Verwirrtheit
  • Libido- oder Potenzverlusten
  • oder Störungen bei der Entleerung der Blase.

Diese möglicherweise auftretenden Effekte treten aber deutlich seltener auf. Die am häufigsten auftretenden unerwünschten Nebeneffekte sind durch die anticholinerge Wirkung des Präparats erklärbar. Die Mediziner sind sich bisher nicht sicher, ob das Brustkrebsrisiko sich durch trizyklische Antidepressiva erhöht. Bisher gibt es keine empirisch nachweisbaren Anhaltspunkte dafür. Festzustellen ist aber, dass es derzeit noch an entsprechenden wissenschaftlichen Langzeituntersuchungen mangelt.

Nachgewiesen sind indessen die spezielle Risiken von Doxepin 50 für das Herz. Es kann zu Herzrhythmusstörungen und Störungen der Erregungsleitung kommen. Außerdem kann sich das Blutbild verändern. Folgeerscheinungen wie Leukopenie oder Agranulozytose sind möglich. Außerdem kommt es bei Doxepin 25 oder 50 mg häufiger zu pharmakogenen Delirien. Auch phototoxische Reaktionen durch die Einwirkung von UV-Licht aus Sonnenbädern oder Aufenthalten im Solarium sind möglich. UV-bedingte Hautreaktionen sind sonnenbrandähnlich. Sie können zu Ausschlägen und Blasenbildung wie bei einer akuten Dermatitis führen. Hoher Alkoholkonsum kann dazu führen, dass das Präparat versehentlich überdosiert wird.

Auf der Website sanego.de/Medikamente/Doxepin/ finden sich Statistiken zu Doxepin Erfahrungen, auch hinsichtlich der Wirkung und Nebenwirkungen (Screenshot vom 01.05.2018)
Auf der Website sanego.de/Medikamente/Doxepin/ finden sich Statistiken zu Doxepin Erfahrungen, auch hinsichtlich der Wirkung und Nebenwirkungen (Screenshot vom 01.05.2018)

Über die (weiteren) möglichen Doxepin Nebenwirkungen und ihre Häufigkeit gibt der Beipackzettel Auskunft. Diesen sorgfältig zu lesen, ist bei allen Medikamenten ratsam. So müssen Patienten, die dieses Präparat einnehmen, zum Beispiel über die Möglichkeit einer Darmlähmung, eines Darmverschlusses, vermehrter Knochenbrüche oder einer Polyneuropathie Bescheid wissen. Es handelt sich hierbei um mögliche Nebenwirkungen trizyklischer Antidepressiva, die auch auf Doxepin-Verordnungen zutreffen können. Welche Doxepin Erfahrungen auf einzelne Patienten zutreffen, kann kein Arzt vorhersagen. Fakt ist aber, dass die meisten unerwünschten Nebeneffekte eher selten auftreten.

Darf das Präparat einfach abgesetzt werden?

Antidepressiva dürfen grundsätzlich nicht eigenmächtig abgesetzt werden. Sie müssen behutsam eingeschlichen und nach Behandlungsende langsam wieder ausgeschlichen werden (siehe Amitriptylin absetzen, Venlafaxin ausschleichen, Escitalopram absetzen u.a.). Bei diesem Präparat ist es sogar notwendig, die Einnahme noch bis zu sechs Monate nach der Besserung der Beschwerden fortzusetzen. Damit sollen Rückfälle umschifft werden. Das langsame Ausschleichen soll typische Entzugserscheinungen von Pharmazeutika vermeiden, die auf Botenstoffe im Gehirn einwirken.

Wann sollte man dieses Präparat nicht einnehmen?

Die Verordnung und Einnahme solcher Präparate sollte generell unterlassen werden, wenn jemand überempfindlich gegen das Präparat oder seinen Wirkstoff ist. Die Verschreibung verbietet sich außerdem, wenn ein Patient ohnehin unter einer Darmlähmung leidet, Probleme beim Wasserlassen hat oder an einem akuten Delirium leidet. Bestimmte Erkrankungen oder Suchterkrankungen begünstigen Delirien. Daher verbietet sich das Präparat auch, wenn die Neigung zu medikamentenbedingte Delirien durch die medizinische Vorgeschichte wahrscheinlicher ist. Unter Einfluss von Rauschmitteln kann es zu einer absichtsvollen oder versehentlich eingenommenen Überdosis kommen, weil die sedierende Wirkung des Präparates unterschätzt wird.

Wie verhält es sich mit einer bestehenden Schwangerschaft bzw. dem Wunsch, schwanger zu werden?

Doxepin Erfahrungen zum Thema Schwangerschaft sind bisher nicht in ausreichendem Umfang ausgewertet worden. Die vorliegende Datenlage lässt jedoch die Vermutung zu, dass möglicherweise in der ersten Hälfte der Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko für Missbildungen beim Ungeborenen gegeben sein könnte. Bei Laborstudien mit Tieren konnte zwar kein teratogener Effekt festgestellt werden. Eine Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit wurde jedoch deutlich. Daher sollte Doxepin 50 mg lediglich bei medizinischer Notwendigkeit und unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung verordnet werden (siehe auch unseren Artikel Antidepressiva in der Schwangerschaft).

Beim Stillen eines Kindes ist zu beachten, dass die pharmakologischen Wirkstoffe samt ihrer Metaboliten auch in der Muttermilch zu finden sind. Möglicherweise kann daher die sedierende Wirkung des trizyklischen Präparates auch bei dem gestillten Kind beobachtet werden. Bei Müttern, die Neugeborene stillen, ist die Einnahme von Doxepin 50 mg oder einer niedrigeren Dosierung grundsätzlich nicht angeraten. Die Behandlung mit einem Präparat gegen Depressionen muss während der Schwangerschaft oder in der Stillzeit nach Möglichkeit auf andere Weise sichergestellt werden. Anders formuliert, sollte eine Frau, die wegen bestimmter Störungen solche antidepressiv wirkenden Präparate einnehmen muss, während der Einnahmezeit nicht unbedingt schwanger werden.


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Quellen:

Ängste, Phobien, Panikattacken > Angststörungen und Angsterkrankungen behandeln