Astraphobie - Furcht vor Blitz und Donner - Angst vor Gewitter (© Daisy Daisy / stock.adobe.com)

Astraphobie – Furcht vor Blitz und Donner

An der Angst vor Blitz und Donner leiden Tiere ebenso wie Menschen. Vor allem aber ängstigen sich kleinere Kinder. Absurderweise macht insbesondere das laute Grummeln und Donnern bei Gewittern mehr Menschen Angst. Dabei ist der Blitz potenziell viel gefährlicher. Unter Jugendlichen ist die Astraphobie, zumindest der Wikipedia nach, eine der häufigsten Naturphobien.

Nun kommen Gewitter in manchen Regionen häufiger vor als anderswo. Insgesamt sind sie dennoch eine eher selten auftretende Naturerscheinung. Bei einer Phobie (vgl. Definition von Phobien) besteht jedoch eine ständige Erwartungsangst, die mit Gewittern zusammenhängt. Jede dunkle Wolke wird argwöhnisch beobachtet. Wetterberichte werden mehrfach täglich auf eine Gewitterneigung abgetastet. Schon der Verdacht, es könne bald ein Gewitter aufkommen, lässt die Betroffenen in Panik verfallen.

Quellen:

Ursachen einer übersteigerten Gewitter-Angst

Ob eine Astraphobie immer auf allgemein überängstliche Menschen betrifft, sei dahingestellt. Angsterkrankungen können jeden treffen. Es können negative Erlebnisse mit Gewittern oder unverarbeitete Traumata sein, die Gewitter als gefährlich erscheinen lassen.

Fakt ist, dass ein Gewittersturm durch die Blitzentladungen tatsächlich potenziell gefährliche Bestandteile enthält. Blitzeinschläge können Brände auslösen und Menschen durch einen Stromschlag töten. Daher ist ein achtsamer Umgang mit diesem Naturschauspiel angebracht. Überzogene Furcht vor Blitz und Donner weist meistens eher auf Bewertungs- und Verarbeitungs-Defizite bei den Betroffenen hin, als auf eine angemessene Reaktion.

Wenn jemand als Kind durch eine Böller-Explosion ein Knalltrauma davongetragen hat oder ein Kriegs-Veteran ist, können Blitze und Donner Erinnerungen an diese traumatischen Erlebnisse lostreten. Allgemeine Ängstlichkeit ist hier nicht die Ursache der Astraphobie. Vielmehr entsteht durch ein posttraumatisches Stresssyndrom ein gewitterbedingter Flashback. Auch Menschen, die bereits einmal die Folgen eines Blitzeinschlages erlebt haben, sind häufiger von Astraphobie betroffen.

Quellen:

Furcht vor Blitz und Donner – Symptome der Astraphobie

Bei übersteigerten Ängsten vor einem Gewitter bricht vielen Menschen der Schweiß aus allen Poren. Sie spüren Panik. Sie atmen flacher und erleben Herzrasen und Fluchtinstinkte. In der Natur verhalten ängstliche Menschen sich oft falsch. Sie suchen Schutz unter Bäumen oder laufen verzweifelt irgendwohin, statt sich in eine Mulde am Boden zu kauern.

Im Haus suchen Astraphobiker oft Schutz unter einer Bettdecke. Manche kauern in einer Zimmerdecke. Solange das Gewitter tobt, schwitzen diese Menschen stark. Sie zittern oft am ganzen Leibe. Viele sind auffallend nervös und fürchten um ihr Leben. Das Gewitter ist aber lediglich ein Trigger für Ängste, die sich selbstständig gemacht haben. Oft sind unverarbeitete Kindheitserlebnisse ausschlaggebend.

Problematisch ist, dass die anderen Familienmitglieder die entfesselten Ängste eines Phobikers oft nicht ernst genug nehmen. Sie spotten vielleicht über den vermeintlichen Angsthasen. In manchen Fällen bestärken sie den Phobiker in seiner Angst. Damit machen sie alles nur noch schlimmer. Bei der Astraphobie handelt es sich um eine lebenseinschränkende Angsterkrankung, die ernst genommen werden sollte.

Wenn der Betroffene nicht selbst Anstrengungen unternimmt, eine normalere, respektvolle Einstellung zu Blitz und Donner einzunehmen, sollte er sich in Behandlung begeben. Sonst führt die Phobie gegen Blitz und Donner womöglich zu einer Angstspirale, Vermeidungsverhalten und sozialem Rückzug.

Quellen:


Astraphobie - Furcht vor Blitz und Donner - Angst vor Gewitter (© Daisy Daisy / stock.adobe.com)
Astraphobie – Furcht vor Blitz und Donner – Angst vor Gewitter (© Daisy Daisy / stock.adobe.com)

Wie kann eine Astraphobie behandelt werden?

Manchmal bedarf die Furcht vor Blitz und Donner keiner weiteren Behandlung. Ein pflanzliches Beruhigungsmittel genügt. Gewitter treten im Jahresverlauf nicht so häufig auf wie andere Angstauslöser. Daher ist eher selten zu erwarten, dass jemand durch eine Astrophobie eine verringerte Lebensqualität erlebt.

Weitet sich die Phobie jedoch auch auf andere Gebiete des Lebens aus, sollte der Betroffene handeln. Wenn sozialer Rückzug, Vermeidungsverhalten und ständige Panikattacken einen Menschen lähmen, sollte dieser über eine Therapie nachdenken. In diesem Fall haben die Ängste sich verselbstständigt und dominieren den Menschen.

In Frage kommen Verhaltenstherapien und die Hypnotherapie. Viele Menschen können durch die Hypnotherapie ihre Ängste abmildern (vgl. auch Hypnose gegen Ängste und Panik). Andere Menschen bedürfen einer behutsamen Heranführung an das Thema Blitz und Donner. Sie benötigen eine Konfrontation, die anfangs über Erzählungen, Bilder und Videos vorgenommen wird. Der Patient lernt in etwa 20 Sitzungen, ein Gewitter zukünftig angstloser zu erleben.

Auch Selbsthilfegruppen können hilfreich sein. Sie stehen aber nicht in jedem Ort zur Verfügung. Entspannungsübungen, Atemübungen und Konzentrationsübungen stellen ein gutes Mittel dar, ein Gewitter mit mehr innerer Ruhe zu erleben. Mit pflanzlichen Beruhigungsmitteln oder Klopftechniken haben Menschen sich bereits über ihre Ängste hinweg geholfen.

Quellen:

Dr. Jan Martin - Virtueller Chefredakteur - Digitale Redaktionsleitung Dr. Jan Martin ist virtueller Chefredakteuer von www.angst-verstehen.de. Er ist das Außengesicht der digitalen Redaktionsleitung, verantwortlich für Qualitätssicherung und Publikation der Texte der Redaktion.

Offizielle Website zum eBook "Angst verstehen" mit Textauszügen & mehr.