Diazepam / Valium (© bacsica - stock.adobe.com)

Valium – berühmt, böse und breit einsetzbar

Vor 55 Jahren wurde durch einen Zufall einer der Klassiker der Arzneimittelbranche entwickelt. Valium dürfte heute ähnlich bekannt sein, wie Aspirin oder Viagra. Aber damit enden die Gemeinsamkeiten auch schon. Obwohl die Apotheken in Deutschland nur noch Diazepam-haltige Generika von Valium Tabletten verkaufen, bleibt es eines der bekanntesten Beruhigungsmittel (siehe unsere Beruhigungsmittel Liste). Es ist nicht ohne Grund verschreibungspflichtig, da das Präparat hohes Suchtpotenzial besitzt. Valium gehört in die Gruppe der Benzodiazepine (siehe Medikamentengruppe Benzodiazepine). Diese trumpften zunächst mit dem Wirkstoff Chlordiazepoxid – bekannt als Librium – auf. Danach gesellte sich das Valium mit einem eher zufällig entdeckten Wirkstoff dazu.

Das Medikament zur Gruppe der Benzodiazepine. Diese haben eine erstaunlich lange Halbwertszeit von bis zu 50 Stunden. Bei der Verstoffwechselung zerfällt es in seine Metaboliten Nordazepam, Temazepam und Oxazepam. Dabei handelt es sich ebenfalls um Substanzen, die als Arzneimittel eingesetzt werden können. Der Valium-Metabolit Nordazepam hat erstaunlicherweise eine längere Halbwertszeit als der Wirkstoff, aus dem es sich bei der Verstoffwechselung bildet.

Quellen:

Was hat Valium Tabletten so berühmt gemacht?

Dieses hochwirksame Medikament wurde entwickelt, um als Therapeutikum gegen schwere akute Angstzustände oder epileptische Anfälle eine stark beruhigende und krampflösende Wirkung zu entfalten. Außerdem wird die Valium Wirkung bei der Vorbereitung einer Narkose, zum Beispiel vor größeren chirurgischen Eingriffen genutzt. Auch bei der Diagnostik von Erkrankungen kommt es gelegentlich zum Einsatz.

Früher verordneten die Ärzte das rezeptpflichtige Medikament relativ freizügig und unkritisch. Menschen, die an Schlafproblemen oder Stress, Reizbarkeit und Nervosität (vgl. Mittel gegen Nervosität), Angstzuständen, Panikattacken oder Beschwerden durch das Klimakterium litten, erhielten häufig ein Rezept. Bald hatten die Verwender heraus, dass praktisch jeder sich im Klimakterium, bei Trauerfällen oder Stressbeschwerden eine „rosa Brille“ verschreiben lassen konnte. Schnell wurden Valium Tabletten und ähnliche Anxiolytika bzw. Hypnotica nicht mehr als Sedativa, sondern als Tranquilizer bezeichnet. Mancher Mediziner hielt die beliebten „Benzos“ damals für nebenwirkungsarm. Sie erwiesen sich außerdem als therapeutisch wunderbar breit einsetzbar. Entsprechend häufig wurden die „Benzos“ verordnet. Daher bekamen selbst Menschen, die als suizidgefährdet galten, Diazepam-haltige Präparate verschrieben. Irgendwann entdeckten die Mediziner allerdings das enorme Suchtpotenzial als schlimmste Valium Nebenwirkung.

Diazepam / Valium (© bacsica - stock.adobe.com)
Diazepam / Valium (© bacsica – stock.adobe.com)

Darüber hinaus ergab sich ein Missbrauchspotenzial im Zusammengang mit Alkohol. Die Kombination dieser beiden Drogen hatte jedoch fatale Folgen. Selbst unter Prominenten sind Menschen wegen Valium und Co. abhängig geworden oder – wie Elvis Presley – gar gestorben. Heutzutage wissen die Mediziner, dass die Abhängigkeits- und Suchtgefahr von Diazepam-haltigen Präparaten enorm ist. Außerdem sind die verschreibungspflichtigen Benzos keineswegs nebenwirkungsfrei. Sie erzeugen zum Beispiel Gedächtnisstörungen oder Zustände der Verwirrtheit. Sie führen zu vermehrten Stürzen oder vermeidbaren Unfällen, denn sie mindern die Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit. Fachleute schätzen, dass es allein in Deutschland über eine Million Benzodiazepin-Süchtige geben könnte. Die Dunkelziffer ist womöglich hoch. Oftmals beginnt eine Suchtgeschichte mit legal verschriebenen Benzodiazepin-Präparaten. Trotzdem werden Valium Tabletten und andere Benzodiazepin-Präparate weiterhin häufig eingenommen – oft sogar ohne Rezept.

Daher sind Patienten wie Ärzte gleichermaßen aufgefordert, die vier wichtigen Grundregeln bei der Valium-Einnahme zu beherzigen:

  1. Zur Verordnung sollte es eine klare Indikation geben.
  2. Es sollte nur die kleinste Dosis verabreicht werden, die wegen der Symptomatik notwendig erscheint.
  3. Die Einnahmedauer sollte kurz sein, also 14 Tage bis vier Wochen nicht überschreiten.
  4. Und: Das Arzneimittel sollte niemals schlagartig abgesetzt werden. Ein so wirkstarkes Anxiolytikum und Hypnotikum muss langsam ausgeschlichen werden.

Es ist eine Droge mit starker Wirkung, deren Abhängigkeits-Potenzial nicht unterschätzt werden sollte. Wer die Tabletten oder Tropfen illegal und ohne Rezept erwirbt, oder eigenmächtig die Dosierung ändert, geht ein doppelt hohes Risiko ein.

Quellen:


Diazepam im Überblick


Valium Wirkung und Nebenwirkungen von Diazepam

Wer Diazepam respektive Valium kaufen will, der sollte wissen: Diese und andere „Benzos“ können zahlreiche Nebenwirkungen entfalten. Die stark und anhaltend wirkende Droge führt zu

  • Benommenheit und Schläfrigkeit,
  • verringerter Konzentration,
  • Aufmerksamkeitsdefiziten und einem
  • verlangsamten Reaktionsvermögen.

Sie kann außerdem zu

  • Empfindungsstörungen,
  • Muskelschwäche,
  • Verwirrtheit,
  • Gang-Unsicherheit,
  • Schwindel,
  • Kopfschmerzen,
  • Zittrigkeit,
  • Oberbauch-Beschwerden,
  • Erbrechen oder Durchfall,
  • Harninkontinenz und Harnverhaltung

und vielen anderen Valium Nebenwirkungen führen. Zu diesem können auch

  • Juckreiz und andere allergische Erscheinungen,
  • Mundtrockenheit oder vermehrter Speichelfluss,
  • sinkender Blutdruck und Pulsschwankungen
  • bis hin zum Kreislaufabfall oder gar zum Herzstillstand gehören.

Es kann unter dem Einfluss der Droge zu

  • veränderten sexuellen Bedürfnissen,
  • Leberproblemen,
  • Brustschmerzen,
  • Gelbsucht,
  • Zyklusstörungen,
  • Kehldeckelkrämpfen oder
  • Atemfunktionsstörungen kommen.

Solche Folgeerscheinungen sind gravierend und in jedem Fall ernst zu nehmen.

Die behandelnden Mediziner müssen darauf achten, kombinatorische Wirkungen mit anderen – möglicherweise von einem anderen Arzt verschriebenen – Medikamenten wie Antidepressiva oder Neuroleptika zu vermeiden. Außerdem sollten Patienten, die an Hirnschädigungen oder schweren Atemwegserkrankungen leiden, nicht mit solchen Arzneimitteln behandelt werden.

Wegen der langen Halbwertszeit der Valium Wirkung sind nach der Einnahme anhaltende Nachwirkungen zu beachten. Hohe Dosierungen und längere Anwendungszeiten als maximal vier Wochen sind zu vermeiden. Problematisch ist, dass die Wirkung von Valium nach längerer Einnahme nachlässt. Daher müssen Dosiserhöhungen vorgenommen werden. Das erhöht das Abhängigkeitspotenzial, insbesondere wenn zusätzlich Alkohol im Spiel ist. Hier ist mit lange anhaltenden Suchtkarrieren zu rechnen, weil die Kombination von Valium und Alkohol eine hohe Rückfallquote erzeugt.

Ein weiteres Problem ist, dass es durch Benzodiazepine wie Tavor oder Valium bei Kindern und älteren Menschen zu psychischen Problemen mit Begleiterscheinungen wie Halluzinationen, Aggressionen, Psychosen, Reizbarkeit oder Albträumen kommen kann.

Jeder weiß, dass starke Psychopharmaka Nebenwirkungen haben. Bei längerer Einnahme und höheren Dosen kommt es nach dem Absetzen zu starken Entzugserscheinungen. Die Wirkungen und Valium Nebenwirkungen müssen nicht alle zusammen auftreten. Die auftretenden Nebenwirkungen hängen unter anderem davon ab, wie hoch die verabreichte Dosis ist, und ob Tabletten mit jeweils 5mg oder 10mg Wirkstoffgehalt, oder Tropfen bzw. Zäpfchen verschrieben wurden.

Quellen:


Tavor: Wirkung, Nebenwirkungen – Abhängigkeit, Entzug


Wann wird das Medikament heutzutage verordnet?

Valium Tabletten kann man in der Dosierung 5mg oder 10mg kaufen. Im Handel gibt es auch Valium Tropfen, gelegentlich auch als Zäpfchen oder es wird im Krankenhaus per Injektion verabreicht.

Solche wirkstarken Präparate werden hauptsächlich als Anxiolytica und Hypnotika eingesetzt. Es handelt sich also um angstlösende, stark beruhigende bzw. schlaffördernde Psychopharmaka. Diese können bei Panikattacken, akuten Angststörungen, Flugangst oder dissoziativen Störungen verordnet werden. Auch ein posttraumatisches Belastungssyndrom kann damit kurzzeitig behandelt werden.

Die Valium Wirkung kann eine sinnvolle Soforthilfe bei schweren Panikattacken sein – aber eben nur kurzfristig. Eine konfrontative Verhaltenstherapie erzielt bessere und nachhaltige Ergebnisse (siehe auch: Konfrontationstherapie bei Angststörungen) – und zwar ohne Abhängigkeitspotenzial und Nebenwirkungen. Wichtig ist die Erkenntnis, dass Medikamente wie Valium nicht an die Ursachen gehen, sondern nur die Auswirkungen und Symptome einer psychischen Erkrankung eindämmen. Lediglich zur Akutbehandlung ist eine Verordnung von Benzodiazepinen wie Valium, Lorazepam oder Tavor sinnvoll.

Auf keinen Fall sollten Betroffene Valium kaufen von einem Drogendealer, im Darknet oder bei anderen unseriösen Quellen bestellen. Ohne Rezept kann niemand sicher sein, das echte Valium zu kaufen. Niemand kann wissen, ob in einer Medikamentenfälschung in Form von Tabletten oder Tropfen tatsächlich 5mg oder 10 mg Wirkstoff enthalten sind. Möglicherweise sind einige der beigemischten Substanzen wirkungslos oder gar toxisch. Antipsychotische Medikamente (siehe Antipsychotika Wirkung) unklarer Herkunft sollten am Ende keine größeren Probleme auslösen. Es ist allerdings bekannt, dass selbst die echten Benzodiazepine – vornehmlich bei Kindern und alten Menschen – für paradoxe Effekte sorgen können. Sie bewirken dann das Gegenteil dessen, was sie eigentlich lindern sollten.

Quellen:

Einnahme und Dosierung von Valium

Antipsychotische Medikamente wie Valium sollten grundsätzlich mit äußerster Vorsicht verordnet werden. Daher können Verwender diese normalerweise nicht legal rezeptfrei kaufen. Bei Epilepsien, Angststörungen, als Narkose-Vorbereitung oder bei psychischen Beschwerden können Lorazepam, Valium oder Tavor kurzfristig gegen Rezept verschrieben, und in der Apotheke bestellt werden. Sie beheben jedoch nicht die eigentliche Störungsursache, sondern lindern nur deren Auswirkungen.

Das hohe Suchtpotenzial der Valium Wirkung verbietet eine Einnahme solcher Präparate über mehr als vier Wochen. Bei Problemen mit Alkohol ist das Medikament generell nicht angezeigt. Da sich die Wirkung der Droge nach einer Weile abschwächt, sind Dosiserhöhungen notwendig. Das sollte bei der anfänglichen Dosis berücksichtigt werden. Diese sollte möglichst niedrig angesetzt werden. Entzugserscheinungen beim Absetzen des Präparates werden durch langsames Ausschleichen des Wirkstoffes verringert. Trotzdem kann es beim Absetzen zu sogenannten Rebound-Effekten kommen. Die mit Tavor oder Valium behandelten Symptome sind dann schlimmer als anfangs. Wichtig ist auch, dass die Wirkungen von zeitgleich verabreichten Medikamenten, die das zentrale Nervensystem betreffen, verstärkt werden können. Das betrifft vor allem Antidepressiva oder Neuroleptika. Es ist also zu überlegen, ob Patienten, die mit solchen Präparaten behandelt werden, überhaupt Valium erhalten sollten.

Quellen:

Das hohe Abhängigkeitspotenzial von Diazepam

Diazepam wird aus unerfindlichen Gründen nicht als illegale Droge laut Betäubungsmittelgesetz behandelt. Verwender können dieses Präparat daher jederzeit auf Rezept kaufen. Gefährlich ist, dass diverse dubiose Onlineangebote suggerieren, man könne das hochgradig potente Medikament heute sogar rezeptfrei in der gängigen Dosierung von 5m oder 10 mg bei einigen Online-Apotheken bestellen. Wenn der Hausarzt den mittlerweile medikamentensüchtigen Menschen trotz chronischer Beschwerden kein Valium mehr auf Rezept verschreiben will, suchen die Menschen oft andere Wege, um die Tabletten irgendwo zu bestellen, oder zu kaufen. Dem Versprechen „Valium rezeptfrei online kaufen“ unterliegen dann viele Süchtige, rücken sorglos ihre Kreditkarte heraus – und erhalten im besten Falle nichts für ihre Geld, im schlimmsten Fall Fälschungen mit möglicherweise tödlichen Inhaltsstoffen!

Aber selbst wenn man „echtes Valium“ vom Schwarzmarkt oder aus dem Darknet erhält: Die Einnahme von solchen Psychopharmaka ohne ärztliche Überwachung ist wegen des süchtig machenden Wirkstoffes hochriskant. Sie kann zu Psychosen, zur Suchtkarrieren oder zur Zwangseinweisung wegen dissoziativer Störungen führen. Was anfangs als Hilfe bei Panikattacken gedacht war, kann nun Panik auslösen. Um ein Trauma behandeln bzw. ein posttraumatisches Belastungssyndrom lindern zu können, und ein Mittel gegen Nervosität und Stressfolgen zu finden, gibt es andere Wege mit weniger hohen Risiken. – Valium kaufen online, ohne Rezept – vergessen Sie es!

Quellen:

Dr. Jan Martin - Virtueller Chefredakteur - Digitale Redaktionsleitung Dr. Jan Martin ist virtueller Chefredakteuer von www.angst-verstehen.de. Er ist das Außengesicht der digitalen Redaktionsleitung, verantwortlich für Qualitätssicherung und Publikation der Texte der Redaktion.

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