Alkoholsucht: Alkoholismus Symptome und Sucht erkennen | Definition, Test und mehr... (© rr041 / Fotolia)

Alkoholismus: Typen, Tests, Therapien

Alkoholmissbrauch betrifft 1,6 Millionen Deutsche, führt direkt oder indirekt täglich zu rund 200 Todesfällen und ist durch Fehlzeiten, alkoholbedingte Unfälle und Behandlungskosten von über 26 Milliarden Euro (Stand: 2013) zudem ein schwerwiegendes sozialmedizinisches Problem.

Alkoholsucht ist gerade in Industrienationen wie Deutschland einer der bedeutendsten, zeitgleich aber auch einer der vermeidbaren Risikofaktoren, die die Gesundheit der Menschen körperlich und geistig beeinträchtigen können. So ist die Diagnose „Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol“ der häufigste Grund für eine Aufnahme von Männern ins Krankenhaus bei Männer.

In Deutschland resultieren vor allem in den nordöstlichen Bundesländern eine Vielzahl an Todesfällen ausschließlich aus alkoholbedingten Erkrankungen. Den Höchstwert in dieser Kategorie hält Sachsen-Anhalt mit 65,8 Fällen pro 100.000 Einwohner. Richtet man den Blick auf die Entwicklung des Pro-Kopf-Verbrauchs von Reinalkohol in der Bevölkerung in den vergangenen Jahrzehnten, so lässt sich nach Werten des Alkoholatlas 2017 des Deutschen Krebsforschungszentrum seit dem Höhepunkt 1976 mit 17,23 Litern ein konstanter Rückgang verbuchen. 2014 lag der Pro-Kopf-Konsum bei den Über-15-Jährigen noch bei 11,03 Litern.

Da Alkohol als gesellschaftlich akzeptierte und legale Droge nahezu überall leicht erhältlich ist, wird seine Gefahr für die Konsumenten oftmals unterschätzt: Alkoholabhängigkeit kann sowohl unmittelbar dem Körper schaden als auch langfristig Folgeschäden verursachen, die das Leben der Betroffenen maßgeblich beeinflussen und gefährden.

  • Ab wann es sich um übermäßigen und schädlichen Alkoholkonsum handelt,
  • wie die Alkoholkrankheit diagnostiziert und behandelt werden kann,
  • welche Ursachen und Symptome das Krankheitsbild aufweist,
  • wie sich Alkoholismus erkennen lässt (z.B. durch den AUDIT Alkoholismus Test) und unter welchen Kriterien eine Zwangsunterbringung stattfindet, erfahren Sie hier.

Quellen:

Wirkung des Alkohols

Im Laufe der Verdauung wird der Großteil des konsumierten Alkohols über die Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes in den körpereigenen Blutkreislauf aufgenommen. Über die Blutbahn verteilt sich Alkohol rasch im gesamten Körper und gelangt nach wenigen Minuten in das Gehirn. Zur dortigen Beeinflussung einer Vielzahl von Transmittern zählt auch die Freisetzung maßgeblich am Belohnungssystem beteiligten Dopamin sowie zur Angstlinderung und Beruhigung durch die Stärkung des hemmenden Neurotransmitters GABA. Wie schnell jener Prozess abläuft, ist unter anderem abhängig von Art und Menge der zuvor konsumierten Nahrung, bei nüchternem und fettarmen Essen verzögert sich der Vorgang. Seinen Höhepunkt erreicht der Alkohol-Spiegel im Blut durchschnittlich nach 45 bis 90 Minuten nach dem Zeitpunkt des Konsums. Bei Frauen ist die Blutalkoholkonzentration auch bei gleicher Alkoholmenge stets größer. Dieser Effekt ist auf den Körperbau zurückzuführen: Während Männer von Natur aus über weniger Fettgewebe und mehr Muskelmasse verfügen, wobei Letzteres stark durchblutet ist, verteilt sich der Stoff in schlichtweg mehr Flüssigkeit. Abgebaut wird Alkohol letztlich überwiegend in der Leber.

Wie stark sich Alkohol auf den Einzelnen auswirkt, ist abhängig von diversen Faktoren, darunter der aktuelle seelische und körperliche Zustand des Konsumenten, seine Toleranz, die durch regelmäßigen Konsum zunimmt, sowie die konsumierte Menge. Der Promille-Wert selbst ist absolut und verfügt demzufolge nur über eine sehr geringe Aussagekraft über den Grad der körperlichen und geistigen Beeinträchtigung.


Alkoholismus: Symptome, Folgen und Statistiken erläutert der Drogenbeauftragte der Bundesregierung (Screenshot drogenbeauftragte.de/themen/suchtstoffe-und-suchtformen/alkohol/alkoholkonsum.html vom 25.04.2020)
Alkoholismus: Symptome, Folgen und Statistiken erläutert der Drogenbeauftragte der Bundesregierung (Screenshot drogenbeauftragte.de/themen/suchtstoffe-und-suchtformen/alkohol/alkoholkonsum.html vom 25.04.2020)

Die unmittelbare Wirkung des Alkohols lässt sich in zwei Teilbereiche gliedern: Körperlich kommt es beispielsweise zu schwankenden Bewegungen durch Koordinationsstörungen, zur undeutlichen Aussprache, gesteigerte Harnbildung und vermehrtes Schwitzen. Durch die gefäßerweiternde Wirkung des Alkohols rötet sich zudem das Gesicht des Konsumenten. Die psychische Reaktionen sind in noch größerem Ausmaß von den Bedingungen eines jeden Einzelnen abhängig: Die Enthemmung zeigt sich bei manchen Personen beispielsweise (zunächst) als Rededrang und Abbau von Schüchternheit, während sie sich bei anderen in Form zunehmender Aggressivität offenbart. Nicht zuletzt deshalb kann es zu eigen- und fremdgefährdendem Verhalten kommen. Weitere Charakteristika sind vor allem in höheren Stadien Desorientiertheit, Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen sowie auch depressive Verstimmungen oder Angstzustände. Während all jene Symptome zumeist nur bis zum nächsten Morgen wirken, schädigt der Alkohol unabhängig der Toleranz als Zellgift stets die Organe des Körpers. Jene Wirkung entfaltet sich in jedem Fall, ihr Ausmaß basiert allein auf der Menge des konsumierten Alkohols.

Tests und Richtwerte zur Abgrenzung des „normalen“ Gebrauchs von Alkoholabhängigkeit

Grenzwerte zwischen risikoarmen, riskanten und hochriskanten Konsum

Resultierend ist Alkohol auch in kleinen Mengen schädlich, mit zunehmender Quantität steigt auch das Risiko für diverse Folgeerkrankungen. Die Schwierigkeit zur Abgrenzung der Schädlichkeit beziehungsweise zur Definition einer Grenzmenge findet sich nicht nur unter Wissenschaftlern, die kontrovers diskutieren, ab welchen Mengen eine erhöhte Gefährdung vorliegt, sondern auch unter Betroffenen und Angehörigkeiten:

Ab wann ist Alkoholkonsum gefährlich?

  • Die deutsche Einteilung in Konsummuster bietet einen Richtwert: Bei Frauen, die weniger als 12 Gramm, und Männern, die weniger als 24 Gramm Reinalkohol pro Tag konsumieren handelt es sich um risikoarmen Konsum. Konsummengen, die über diese Werte hinaus gehen, werden als riskant eingestuft.
  • Trinken Frauen in hoher Regelmäßigkeit mehr als 40 Gramm und Männer mehr als 60 Gramm, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit zur Schädigung des Körpers. Zur Einordnung: Eine Flasche Bier mit 0,33 Litern entspricht circa 13 Gramm, bei einem 0,2-Liter-Glas Wein sind es 16 Gramm. Diese Einteilung richtet sich nur an gesunde Erwachsene und auch nicht an stillende oder schwangere Damen.

Abgesehen von jenen Richtwerten sind zwei weitere Faktoren Indizien, die auf einen Alkoholabusus hinweisen: Dient Alkohol nicht mehr nur als Genussmittel sondern der Erfüllung spezifischer Funktionen, beispielsweise als Belohnung nach einem anstrengenden Tag, der Beruhigung oder dem „Wegtrinken“ von diversen Problemen, befindet sich der Betroffene im kritischen Bereich. Dies ist auch der Fall, wenn das Minimum von zwei konsumfreien Tagen pro Woche nicht eingehalten wird.

Quelle: tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/sucht/alkohol-2022948

Alkoholismus Symptome erkennen: Charakteristische Anzeichen der Alkoholerkrankung

Ob es sich tatsächlich um eine Alkoholabhängigkeit handelt, lässt sich aus einer Vielzahl von Symptomen ableiten. Charakteristisch für Suchterkrankungen mit dem Suchtstoff Alkohol sind unter anderem folgende Anzeichen:

  • Starkes Verlangen zum Konsum: Regelrechte Zwangszustände zum Konsum des Suchtstoffes und Entzugserscheinungen, sofern jenes Bedürfnis nicht befriedigt werden konnte, deuten auf eine Abhängigkeit hin.
  • Verminderte Fähigkeit zur Kontrolle: Der Betroffene ist basierend auf seinen Konsumzwang nicht mehr in der Lage, selbst zu regulieren, wann, sprich zu welchen Tageszeiten oder in welchen Situationen, er wie viel Alkohol konsumiert.
  • Entzugssymptomen: Werden nur geringe Mengen als üblich oder auch überhaupt kein Alkohol konsumiert, treten in der Regel circa 12 Stunden nach dem Trinken Entzugserscheinungen wie Zustände der Angst oder innerer Unruhe, Schweißausbrüche, Zittern, Herzrasen, ein allgemeines Krankheitsgefühl und depressive Verstimmungen bis hin zu Suizidgedanken.
  • Konsum zum Mildern von Entzugserscheinungen: Um die auftretenden Symptome zu lindern wird konsumiert. Auch in diesem Fall fungiert Alkohol nicht mehr als Genussmittel, sondern als eine Art Medikament, das kurzfristig zum Wohlbefinden des Betroffenen beiträgt. Langfristig hat die Betäubung der Symptome aber eine zunehmende Abhängigkeit und möglicherweise schwerwiegende Erkrankungen zu Folge.
  • Toleranzentwicklung: Bei regelmäßigen Konsum scheint sich Körper auf den Suchtstoff zu gewöhnen, sodass es zu weniger empfindlichen Reaktionen kommt. Um allerdings den gewünschten Effekt zu erreichen und die übliche Wirkung erzielen zu können, bedarf es durch jene zunehmende Toleranzentwicklung auch des Konsums immer größerer Mengen an Alkohol.
  • Eingeengte Verhaltensmuster: Werden übliche Regeln und Verhaltensweisen der Gesellschaft zu Gunsten des Alkoholkonsums missachtet und beispielsweise bereits täglich am Morgen vor der Arbeit der Suchtstoff eingenommen, deutet dies stark auf eine Alkoholabhängigkeit hin.
  • Vernachlässigung der Interessen: Durch die Abhängigkeit, die sozialen Folgen und die Persönlichkeitsveränderungen distanzieren und isolieren sich Betroffene häufig von ihren Mitmenschen aus dem Freundeskreis oder der Familie. Ehemalige Interessen oder Hobbys finden wenig bis keine Beachtung mehr, weil der Konsum und die Beschaffung des Suchtstoffs zum einen schlichtweg mehr Zeit in Anspruch nehmen und diese zum anderen eine zunehmende Bedeutung im Leben des Betroffenen erfahren.
  • Anhaltender Konsum wider besseren Willens: Der Konsument weiß um die körperlich, psychisch und sozial schädliche Wirkung des Suchtstoffs, wurde von ihm nahestehenden Menschen mehrfach darauf hingewiesen und spürt selbst bereits die Veränderungen an Körper, Geist und Umfeld. Auch wenn bereits Symptome von Folgeerkrankungen auftreten oder Behandlungen von alkoholbedingten Erkrankungen durchgeführt werden mussten, sieht der Betroffene weiterhin nicht vom Konsum des Suchtstoffs ab.

Des Weiteren äußert sich Alkoholsucht oftmals durch verminderten Appetit, was Fehlernährung und dadurch Mangelerkrankungen hervorrufen kann, sowie in Form von geringerem sexuellen Verlangen.

In Fallen einer Abhängigkeit müssen nicht alle Anzeichen auftauchen, werden also mehrere der genannten Symptome erfüllt, ist die Wahrscheinlichkeit unter der Alkoholerkrankung zu leiden sehr hoch.

Tests und Selbsttests auf Alkoholsucht

Abgesehen von jenen Anzeichen können auch Selbsttests aus dem Internet als hilfreiche Maßnahmen zur Prüfung des eigenen Konsumverhaltens fungieren: Neben dem Audit-Test, der zehn Fragen beinhaltet und unter anderem auf der Website der Apotheken Umschau durchgeführt werden kann, ist der weniger umfangreiche CAGE-Fragebogen eine weitere anerkannte Methode zur Selbstkontrolle. Es werden folgende vier Fragen gestellt:

  • Cut Down: Verspürten Sie jemals das Gefühl, Sie müssten Ihren Konsum an alkoholischen Getränken verringern?
  • Annoyed: Hat Sie Ihr Umfeld schon einmal auf Ihren Konsum aufmerksam gemacht und Sie darauf angesprochen?
  • Guilt: Hatten Sie selbst jemals den Eindruck, Alkohol zu missbrauchen und zu viel zu konsumieren?
  • Eye Opener: Haben Sie schon einmal bereits am Morgen Alkohol konsumiert, um in Form zu kommen?

Ab einem Schwellenwert von zwei mit „Ja“ beantworteten Fragen wird das Screeningergebnis als positiv eingestuft, was einer Abhängigkeitswahrscheinlichkeit von rund 60 Prozente entspricht. Zu beachten ist, dass sich der CAGE-Test als Ganzer primär zur Erkennung einer Abhängigkeit eignet. Zieht man nur die ersten drei Fragen als Entscheidungsgrundlage heran, kann ein problematischer Konsum festgestellt werden.

Quelle: praxis-suchtmedizin.ch/praxis-suchtmedizin/index.php/de/alkohol/cage-fragebogen


Alkoholismus Test - Bin ich Alkoholiker? | AUDIT - Test auf Alkoholabhängigkeit bei der Apotheken Umschau (Screenshot vom 25.04.2020)
Alkoholismus Test – Bin ich Alkoholiker? | AUDIT – Test auf Alkoholabhängigkeit bei der Apotheken Umschau (Screenshot vom 25.04.2020)

Ärztliche Diagnose von / bei Alkoholismus

Besteht nach einem Selbsttest der Verdacht auf eine Alkoholsucht, sollte dringlichst professionelle Hilfe bei Ärzten, Psychologen, Suchtberatungsstellen, Fachkliniken oder Selbsthilfegruppen aufgesucht werden. Die Diagnose basiert dabei auf den Erkenntnissen einer körperlichen Untersuchung und eines ausführlichen Gesprächs. Auch charakteristische Veränderungen spezifischer Blutwerte wie beispielsweise des mittlere Zellvolumen der Erythrozyten, des Enzyms Gamma-GT oder des kohlenhydrat-defizienten Transferrin können als Indizien für Alkoholabhängigkeit herangezogen werden. Der Arzt analysiert in der Untersuchung also nicht nur die körperlichen Veränderungen, sondern verschafft sich ein Bild über die Lebensumstände des Betroffenen und die Entwicklung seines Konsums.

Typen, Stadien und Phasen der Alkoholabhängigkeit

Fünf Typen nach Jellinek

Ein wichtiges Element der ärztlichen Untersuchung ist die Klassifizierung der Betroffenen ausgehend von dessen Konsumverhalten in verschiedene Typen. Jene Unterscheidung geht auf den US-amerikanischen Psychologen Elvin Morton Jellinek zurück und ist heute weltweit anerkannt. Der New Yorker Erforscher der Alkoholkrankheit untersuchte primär Männer, seine Erkenntnisse wurden mittlerweile zwar auch auf Frauen übertragen, sind aber nicht ohne Weiteres zu deuten, da weibliche Betroffene andere Trink- und Verhaltensmuster aufweisen als männliche Konsumenten. Um eine differenzierte Diagnose stellen und eine individuelle, auf die Bedürfnisse des Betroffenen maßgeschneiderte Therapie einzuleiten, bedarf es einer detaillierten, vielschichtigen und nach Geschlecht orientierten Betrachtung. Jellinek charakterisierte fünf Typen der Alkoholabhängigen:

  • Alpha-Trinker sind Problemtrinker: Die Betroffenen sind seelisch abhängig. Der Konsum von Alkohol dient der Bewältigung von psychischem Druck, seelischen Stress und diversen Belastungen aller Art ein. Es wird undiszipliniert getrunken, wobei der Konsument dennoch nicht die Kontrolle verliert und das Aufhören noch möglich ist. Das Suchtpotenzial ist indes groß.
  • Beta-Trinker sind Gelegenheitstrinker: Sie konsumieren bei gesellschaftlichen Anlässen wie Geburtstagsfeiern oder auf Partys. Beta-Trinker sind weder körperlich noch seelisch abhängig, können aber der leichten Versuchung oftmals nicht widerstehen und sind auch deshalb suchtgefährdet.
  • Gamma-Trinker sind Suchttrinker: Nach dem ersten Schluck an Alkohol weisen sie ein schier unstillbares Verlangen nach dem Suchtstoff auf, sodass es zu regelrechten Trinkexzessen kommt. Jene Ausartungen wechseln sich mit unauffälligen Phasen ab. Suchttrinker sind sowohl seelisch als auch körperlich abhängig, wobei Letzteres eine geringeres Ausmaß annimmt.
  • Delta-Trinker sind Spiegeltrinker: Zum eigenen Wohlbefinden erfordert es stets den Konsum einer bestimmten Menge Alkohol, um einen gewissen Spiegel zu erreichen. Wird zu wenig konsumiert und der übliche Pegel nicht erreicht, weist der Betroffene Entzugserscheinungen wie Zittern, Durchfall oder Unruhezuständen bis hin zur Schlaflosigkeit auf. Delta-Trinker charakterisieren sich mehr durch eine körperliche, als durch eine seelische Abhängigkeit.
  • Epsilon-Trinker sind Quartalstrinker: Ähnlich wie Gamma-Trinker verläuft ihre Sucht schwankend, es besteht eine deutliche Diskrepanz zwischen Phasen absoluter Abstinenz und teils tagelangen Exzessen, die teils auch zu kurzfristigem Gedächtnisschwund führen können. Epsilon-Trinker sind in hohem Maße psychisch abhängig.

Quelle: suchtkrankenhilfe-schwaigern.de/info/alkohol/5trinkertypen/

Alkoholkrankheit: Charakteristische Stadien des Suchtverlaufs

Nicht nur zur Klassifizierung eines jeden Betroffenen in bestimmte Abhängigkeitstypen gibt es Unterscheidungen, auch im Bezug auf den jeweiligen Verlauf der Suchterkrankung gibt es bestimmte Phasen und Stadien mit charakteristischen Verhaltensweisen, die – trotz der ansonsten sehr individuellen Ausprägung der Abhängigkeit – nahezu jeder Alkoholkranke aufweist. Die Übergänge sind dabei fließend.

  1. In der ersten Phase fungiert Alkohol zunehmend und immer häufiger als Mittel zur Bewältigung von Problemen und dazu, Situationen erträglich werden zu lassen. Resultierend ergibt sich ein täglicher Konsum des Suchtstoffes, wobei es jedoch nicht zwangsläufig auch zu Rauschzuständen kommen muss.
  2. Im nächsten Stadium gewinnt der Alkohol sowie auch dessen Konsum und die Beschaffung des Suchtstoffs an Bedeutung und werden zu einem zentralen Thema, das Betroffene den kompletten Tag über beschäftigen. Folglich rücken frühere Interessen und auch soziale Kontakte in den Hintergrund, und auch bestimmte Pflichten werden vernachlässigt. Der Alkohol nimmt im Leben der Betroffenen in dieser Phase eine weit übergeordnete Rolle ein. Der fortschreitende Kontrollverlust und der zwanghafte Konsum zu jeder Tageszeit führt im Umkehrschluss, also in Situationen, in denen weniger konsumiert wird als üblich, zu psychischen und körperlichen Entzugserscheinungen.
  3. In der dritten Stufe, dem letzten aller Stadien, beherrscht die Abhängigkeit das Verhalten und den kompletten Tagesablauf des Betroffenen. Jene Entwicklung geht meist mit einem raschen sozialen Abstieg einher. Zudem nimmt vor allem die Beeinträchtigung der geistigen Fähigkeiten, beispielsweise die Urteils- und Kritikfähigkeit, merkbar zu.

Quelle: focus-arztsuche.de/magazin/krankheiten/psychische-erkrankungen/alkoholismus-definition-und-symptome

Jugendalkoholismus

Beschäftigt man sich mit Typen, Stadien und typischen Charakteristiken der Alkoholabhängigkeit, betrachtet man zumeist Betroffene im Erwachsenenalter. Doch auch unter Jugendlichen ist Alkoholabusus teils ein schwerwiegendes Problem, welches das Leben der oft noch minderjährigen Abhängigen maßgeblich prägen können.

  • Dass mehr als die Hälfte aller zu einer Studie befragten 11- bis 17-Jährigen bereits Alkohol konsumiert haben, liefert keinen Anlass zu besonderer Sorge,
  • dass aber 12 Prozent und damit mehr als jeder zehnte 16- oder 17-Jährige tägliche Trinkmengen zu sich nehmen, die im Erwachsenen schädliche Folgen nach sich ziehen können, beunruhigt hingegen schon.

Zwar weist insgesamt der jährliche Pro-Kopf-Konsum rückläufige Zahlen auf, dennoch befindet sich der Wert weiterhin auf einem hohen Niveau und ist geprägt von teils starken Schwankungen. Dementsprechend besteht, trotz der aktuell positiven Entwicklung bezüglich der Werte zum Jugendalkoholismus, kein Grund zur Entwarnung.

Bedenklich sind zudem zwei mittlerweile weitverbreitete und üblicherweise praktizierte „Trends“ im Alkoholkonsum unter Jugendlichen:

  1. Das episodemisch exzessive Konsummuster des Rauschtrinkens wird als besonders riskant eingestuft und kann familiäre, berufliche und wirtschaftliche Konsequenzen sowie auch (psycho-) soziale Folgen nach sich ziehen.
  2. Ein weiterer Trend ist das Vorglühen, also der Alkoholkonsum noch vor dem Hauptakt, also beispielsweise vor dem Besuch einer Party.

Vergleicht man das Konsumverhalten der Geschlechter, so fällt auf, dass Jungen weitaus mehr und auch anders konsumieren als Mädchen. Bei 14- bis 19-jährigen jungen Männern ist Alkohol nach depressiven Episoden und Verkehrsunfällen direkt oder indirekt bedingt die dritthäufigste Ursache für Todesfälle.

Die Folgen des Jugendalkoholismus sind nicht nur aus gesundheitlicher Sicht schwerwiegend: Sowohl als Täter als auch als Opfer sind Rauschtrinker oftmals in Gewalttaten verwickelt, auch junge exzessiv trinkende Frauen werden zunehmend ungewollt in sexuelle Handlungen verstrickt und resultierend schwanger. Im Verkehr sind Jugendliche unter Alkoholeinfluss, sei es als Fahrer oder Mitfahrer, häufig an Unfällen beteiligt. Langfristig ist die Abhängigkeit zur legalen Droge Alkohol in vielen Fällen die Vorstufe zum Konsum illegaler Konsummittel wie Marihuana, Kokain oder Crystal Meth.

Ursache, aber auch potenzielle Folge des Jugendalkoholismus beziehungsweise des Alkoholismus ist die Tatsache, dass sich die Einstellung zum Alkohol sowie Trinkmotive und Konsummuster häufig aus der Kindheit über die Jugend bis ins Erwachsenenalter fortsetzen.

Quelle: psychosoziale-gesundheit.net/pdf/Int.1-Jugend-Alkoholismus.pdf

Symptome und Folgen massivem Konsums

Die Symptome der Alkoholsucht sowie die Folgen, unter denen Alkoholiker langfristig leiden, sind schwerwiegend und umfassen eine Vielzahl an Bereichen. Während die unmittelbare Wirkung des Alkohols bereits kurz nach dessen Konsum eintritt und nicht lange anhält, kann hoher Konsum über einen längeren Zeitraum hinweg zu teils irreparablen Schäden führen und das Risiko für diverse Erkrankungen erhöhen oder gar vervielfachen.

▼ Körperliche Auswirkungen des Alkoholmissbrauchs

Die Leber, in der Alkohol zu einem Großteil abgebaut wird, zählt zu den am schwersten von Alkoholsucht betroffenen Organen. Zunächst zu einem hepatozellulären Anschwellen des Stoffwechsel-Organs durch Fetteinlagerungen. Aus der sogenannten Alkoholfettleber resultierend lagert sich zusätzlich zu dem Fett auch Bindegewebe im Rahmen einer Leberfibrose ein, die den Übergang zur Leberzirrhose, also den Umbau von Leberzellen zu unfähigen Stützgewebe, darstellt. Durch diese Entwicklung verliert die Leber ihre Leistungsfähigkeit, allen voran die Blutreinigung wird erheblich geschwächt. Das höchste Stadium der alkoholbedingten Leberschädigung ist eine lebensbedrohliche Leberentzündung (Alkoholhepatitis). Zudem kann sich das Risiko für Leberkrebs um das 15-fache erhöhen.

Die genannte Leberzirrhose ist allerdings nicht nur ein Übergangsstadium, sondern wirkt sich bereits als Folgeerkrankung selbst maßgeblich auf andere Organe des menschlichen Körpers aus.

  1. Die Verhärtung, Vernarbung und Verschrumpfung der Leber durch die Zirrhose können sich Krampfadern in der Speiseröhre bilden, bei deren Einreißen akute Verblutungsgefahr besteht.
  2. Des Weiteren steigt in der Speiseröhre, aber auch in diversen anderen Organen des Verdauungstraktes, darunter die Mundhöhle, der Magen, der Dick- und Enddarm, der Rachen, sowie der weiblichen Brust, das Risiko für Krebserkrankungen und Geschwüre.
  3. Durch den alkoholbedingten mangelnden Appetit sowie die Störung der Aufnahme von Nährstoffen im Darm, darunter allen voran Folsäure und Vitamin B, leiden Alkoholiker oftmals unter Mangelerkrankungen, die auch Blutarmut bewirken können.
  4. In der Bauchspeicheldrüse kann eine Pankreatitis, also eine lebensgefährliche und überaus schmerzhafte chronische Entzündung des entsprechenden Verdauungsorgans, hervorgerufen werden, die langfristig Diabetes Mellitus nach sich zieht.
  5. Erhebliche Folgen trägt auch das Herz- und Gefäßssystem von Alkoholikern davon. Durch die verminderte Blutbildung, Bluthochdruck und die Störung der Blutgerinnung steigt das Risiko für Blutungen und Schlaganfälle. Auch Blutarmut ist eine potenzielle Konsequenz des Alkoholismus. Im Herzen kann es zum funktionsschwächenden Organwachstum in Form einer Kardiomegalie beziehungsweise einer krankhaften Vergrößerung durch eine dilatative Kardiomyopathie, oder zu Herzrhythmusstörungen kommen. Beachtlich ist hierbei, dass mäßiger Konsum, also Trinkmengen von weniger als 20 Gramm am Tag, zwar eine positive Prävention vor koronaren Herzkrankheiten bewirkt, mit steigendem Konsum aber auch das Risiko für schwerwiegende Schädigungen des Herzmuskels zunimmt. Wer also beispielsweise mehr als ein Glas Wein konsumiert, schadet seinem Körper mehr, als dass er ihn schützt.

Weitere körperliche Symptome sind Immun- und Potenzstörungen bei Männern beziehungsweise bei Frauen Unregelmäßigkeiten der Periode. Konsumieren Frauen während der Schwangerschaft Alkohol, besteht ein erhöhtes Risiko zur vorgeburtlichen Schädigung des Embryos in Form von Herzfehlern, Minderwuchs und geistigen Behinderungen.

Quellen:


Depressionen und Alkohol – ein fatales „Tandem“


Sichtbare Veränderungen der Haut und der Figur erkennen

Während jene Symptome überwiegend für Mitmenschen nicht direkt erkenntlich sind, können Veränderungen der Haut und an der Figur sichtbar auf alkoholbedingte Schädigungen der Gesundheit hinweisen.

  • Das Launois-Bensaude-Syndrom verfügt über eine anabole Wirkung auf das Fettgewebe, was eine Umverteilung und dadurch eine atypische Verteilung des Fettgewebes zur Folge hat. Je nach Typ offenbart sie sich in schulterbetonter „cushingoide“ Form oder abdominalbetont als „Bierbauch“.
  • Die Haut selbst verändert sich primär indirekt durch die alkoholbedingte Schädigung anderer Organe. Undurchsichtige und trübweiße Nägel, die sogenannten Terry Nägel, weisen beispielsweise auf eine Leberzirrhose hin.
  • Auch Elastose, eine eigentlich typische Alterskrankheit, die sich durch ausgeprägte Falten und plastersteinartige Hautfelderung kennzeichnet, verändert allen voran die Haut des Gesichts- und Nackenbereichs und deutet ebenso auf Alkoholismus hin wie die „Paper Money Skin“: Durch den schädigenden Alkoholkonsum dünnt die Haut aus, es kommt zu einem subkutanen Gewebeschwund und damit zu einer Hautatrophie.
  • Nicht nur die Haut, sondern auch die Muskeln werden allen voran im Unterkörper schmächtiger, was nicht selten „Storchenbeine“ zur Folge hat. Durch die hepatisch bedingte Störung des Hormonhaushalts kommt es bei Männern zu einer Feminisierung, die sich bei Männer in Form von Hodenatrophie, einer Reduktion von Scham- und Brustbehaarung sowie durch die Entwicklung eines weiblichen Behaarungstypes äußert.

Quelle: enzyklopaedie-dermatologie.de/dermatologie/alkohol-hautveranderungen-14008

Psychische und soziale Auswirkungen

Psychisch kommt es zu Entzugserscheinungen wie

Höhere Stadien des Entzugs, beispielsweise das Entzugsdelir, kennzeichnet sich gar durch

  • Desorientiertheit,
  • Bewusstseinsstörungen,
  • Halluzinationen oder
  • Störungen der Herz-Kreislauf-Regulation und
  • der Atmung.
  • Ebenso wie Gedächtnisleistungen durch die Entwicklung des Korsakow-Syndroms verschlechtert sich auch
  • die Konzentrationsfähigkeit des Alkoholikers.

Im Zentralen Nervensystem (ZNS) sterben durch die toxische Wirkung des Alkohols die Nervenzellen des Gehirns. Die Folgen bei jener Entwicklung sind individuell abhängig und reichen von Koordinationsstörungen über Wesensänderungen bis hin zu Demenz und epileptischen Anfällen. Auch das Periphere Nervensystem, also die Nerven außerhalb des Gehirns und des Rückenmarks, sind betroffen. So leiden 20 bis 30 Prozent der Alkoholiker unter neuropathischen Schädigungen wie Taubheitsgefühlen, Missempfindungen oder Schmerzen.

Schwerwiegend und oftmals vor allem für Mitmenschen verletzend ist der Persönlichkeits- und Interessenswandel der Betroffenen. So weisen Alkoholiker weitreichende Stimmungsschwankungen zwischen bedrohlicher Aggressivität, Weinerlichkeit, Selbstmitleid und Minderwertigkeitsgefühle auf – bis hin zu depressiven Phasen und Suizidgedanken: 10 bis 15 Prozent der schwer Betroffenen nehmen sich das Leben.

Allen voran bedingt durch die Persönlichkeitsveränderungen beeinflusst Alkoholsucht auch das soziale Umfeld, in dem sich der Betroffene bewegt. Probleme am Arbeitsplatz oder in der Schule führen nicht selten zu Jobverlust und Perspektivlosigkeit, der Verlust von Freunden und Probleme in der Familie sorgen für eine Abgrenzung und Isolation. Durch den Verlust von Führerschein, Wohnung, Arbeit und Familie zieht der damit einhergehende soziale Abstieg den Alkoholiker tiefer in die Abhängigkeit.

Quelle: tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/sucht/alkohol-2022948

Therapie, Ursachen und Prävention

Therapie und Unterstützung durch Forum und Selbsthilfegruppen

Die Therapie von Alkolismus respektive Alkoholikern kann im Allgemeinen entweder stationär oder ambulant durchgeführt werden und zielt darauf ab, den Abhängigen in der Behandlung zu halten, ihn zu motivieren, einen Rückfall langfristig zu vermeiden und dem Betroffenen ebenso wie dessen Angehörigen eine gutes Leben zu ermöglichen.

Unabhängig davon, welche Form der Therapie genutzt wird, ist zu beachten, dass gerade in Krisensituationen während oder nach der Therapie die Gefahr eines Rückfalls sehr groß ist. Dazu zählen Situationen, in denen Alkohol leicht verfügbar ist (z. B. auf Partys) oder in denen ein Rückfall in alte Verhaltensmuster (Feierabendbier) droht.

Auch psychischer Druck, Stress in der Familie oder zu große Selbstsicherheit können zu einem Rückfall führen. Besonders in diesen Fällen bedarf es des Zusammenhalts in der Familie und der vollständigen Unterstützung der Mitmenschen.

Auch Selbsthilfegruppen oder die Teilnahme an einem Forum kann in solchen Fällen Abhilfe schaffen: Gerade in Deutschland gibt es eine Vielzahl an seriösen Gruppen, die dem Erfahrungsaustausch dienen, darunter das „Alkohol Forum“ (alkoholforum.de), das „Forum Alkoholiker“ (forum-alkoholiker.de) oder die Gruppe „Sauf Nix“ (saufnix.com).

Viele bieten auch Hilfe für Angehörige. Derartige Maßnahmen ergänzen sich bestenfalls optimal mit der medizinischen Therapie.

Die Therapie selbst lässt sich in vier charakteristische Phasen gliedern:

  1. Kontaktphase: Mitmenschen oder der Betroffene selbst erkennen die Anzeichen und nehmen Kontakt zu einem Arzt oder einer Beratungsstelle auf. Es erfolgt eine ausführliche Aufklärung aller Beteiligten und der deutliche Hinweis an den Alkoholiker, Verantwortung für sich zu übernehmen.
  2. Reduktionsphase: Betroffene, die sich komplette Abstinenz (noch) nicht vorstellen können, führen eine Trinkmengenreduktion durch. Nicht selten setzen sich Alkoholiker während dieser Phase selbst das nächste Ziel des vollständigen Verzichts.
  3. Entzugsphase: Ist die Trinkmengenreduktion nicht mehr ausreichend oder sinnvoll, bedarf es eines Entzugs, der aufgrund der teils lebensbedrohlichen entsprechenden Symptomen zumeist im Krankenhaus durchgeführt wird.
  4. Entwöhnungsphase: Mit der körperlichen Entgiftung endet allerdings noch nicht die Therapie. Über einen Zeitraum von mehreren Wochen oder gar Monaten lernen die Betroffenen ambulant und / oder teilstationär, ihren Alltag auch ohne Alkohol zu meistern. Ein weiterer Schwerpunkt jener Phase ist die Motivation des Alkoholikers und die Stärkung seines Wunsches zur Abstinenz.

In der abschließenden Nachsorge- und Adaptionsphase erfolgt der Übergang zum Alltag und somit die Konfrontation mit früheren Problemen. Gerade Patienten, die stationär im Krankenhaus behandelt wurden, fällt diese Phase durchaus schwer. Es bedarf deshalb einer engmaschigen ambulanten Nachsorge, zu deren Unterstützung die in Deutschland zugelassenen, bedürfnisstillenden Medikamente Acamprosat, Naltrexon und Nalmefen eingenommen werden können.

Die Frage, ab wann ein stationärer Aufenthalt zur Entwöhnungstherapie von Nöten ist, beantwortet sich durch die Begleiterkrankungen und die Haltung des Betroffenen zu seiner Abhängigkeit. Bei einer Unterbringung im Krankenhaus oder in speziellen Fachkliniken werden viele der Therapiemaßnahmen in Kleingruppen durchgeführter. Ergänzt wird die Behandlung von sozial- und psychotherapeutischen Verfahren wie dem Erlernen von Entspannungstechniken oder der Durchführung bestimmter Anwendungen gemeinsam mit dem Partner oder in der Familie. Eine ambulante Behandlung eignet sich bei Betroffenen, die (noch) keine schwerwiegenden Begleiterkrankungen aufweisen und die diszipliniert ihren Therapieplan einhalten wollen. Dafür bedarf es auch eines unterstützendes und intaktes soziales Umfelds.

Zwangseinweisungen

Findet die Alkoholsucht kein Ende und nimmt zunehmend schwerwiegendere Ausmaße an, fragen sich oftmals vor allem Mitmenschen, ab wann eine Zwangseinweisung droht oder sogar unumgänglich ist. In Deutschland wurde auf Basis einer Entscheidung des Bundesgerichtshof eine Definition für Situationen, in denen eine Zwangseinweisung gerechtfertigt ist, festgehalten: Unter Betreuung stehende schwer alkoholkranke Menschen dürfen nur zu ihrem eigenen Schutz, beispielsweise im Falle eines Suizidrisikos, zwanghaft ihrer Freiheit entzogen werden. Die Voraussetzung dafür ist die Vergleichbarkeit der Sucht mit einem geistigen Verbrechen und der Tatsache, dass Betroffene nicht mehr in der Lage sind, einen freien und eigenen Willen zu bilden. Eine Zwangseinweisung und der damit einhergehende Freiheitsentzug sind nur im Falle einer Selbstgefährdung durchführbar. (Quelle: vdk.de/deutschland/pages/themen/urteile_im_sozialrecht/75579/zwangs-unterbringung_alkoholkranker_nur_bei_selbstgefaehrdung?dscc=ok)

Ursachen und Prävention

Die Ursachen für Alkoholabhängigkeit sind vielfältig und basieren zumeist auf einer Wechselwirkung zwischen

  • individuellen Voraussetzungen: biologisch-genetische und psychische Faktoren sowie die Lebensgeschichte,
  • sozialen und gesellschaftlichen Einflüsse durch Situation in der Familie, soziales Umfeld und Kultur sowie
  • der individuellen und spezifischen Wirkung des Suchtstoffs.

Die Erkenntnis, dass Alkoholismus gehäuft in bestimmten sozialen Gruppen oder in der Familie eines Betroffenen auftritt, ist auf die Orientierung eines jeden Einzelnen an die Gewohnheiten der Gruppe oder der Eltern zurückzuführen. In der Familie kommt deshalb den Eltern und den großen Geschwistern eine ganz entscheidende Vorbildfunktion zu. Spricht man über Ursachen, darf Alkoholismus nicht auf Willens- und Charakterschwäche zurückgeführt werden, vielmehr ist es eine Suchterkrankung, die jeden Konsumenten betreffen kann. (Quelle: focus-arztsuche.de/magazin/krankheiten/psychische-erkrankungen/alkoholismus-definition-und-symptome)

Zum Weiterlesen:

Sucht und Abhängigkeit verstehen – Komorbiditäten von psychischen Erkrankungen und Suchtverhalten

Antidepressiva und Alkohol ⚠ Tückische Wechselwirkungen

Weitere Quellen und ergänzende Videos

Ängste, Phobien, Panikattacken > Angststörungen und Angsterkrankungen behandeln