Amisulprid - die Google Bildersuche zeigt Tabletten-Packungen, chemische Formel und mehr (Screenshot images.google.de am 05.05.2020)

Amisulprid – Erfahrungen zu Wirkung und Nebenwirkungen

Bei Amisulprid handelt es sich um ein verschreibungspflichtiges Medikament, welches bei bestimmten psychischen Erkrankungen zum Einsatz kommt. Erhältlich ist es sowohl in flüssiger Form als auch in Form von Tabletten. Wie das Medikament im Körper seine Wirkung entfaltet und welche Nebenwirkungen der Wirkstoff haben kann, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wenn Sie unsicher sind oder Fragen haben, sollten Sie in jedem Fall Ihren Arzt aufsuchen und diese Fragen mit ihm besprechen. Die Erfahrung bezüglich der Wirkung und optimalen Dosis des Medikaments ist bei vielen Patienten unterschiedlich. Aus diesem Grund sollten alle Details mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden! Dieser Artikel bietet lediglich allgemeine Informationen zu Wirkung und Amisulprid Nebenwirkungen. Weder dieser Artikel noch der Beipackzettel ersetzen jedoch das persönliche Gespräch mit dem Arzt!

Was ist Amisulprid?

Amisulprid wird zur Behandlung einiger psychischer Erkrankungen wie beispielsweise Schizophrenie angewendet. Es heilt diese Erkrankung zwar nicht, wird jedoch verwendet, um die Symptome zu lindern und Ihnen auf Ihrem Genesungspfad zu helfen. Es kann helfen, Symptome wie das Erleben von Stimmen (Halluzinationen), das Sehen von Dingen, die belasten und nicht auf der Realität beruhen (Wahnvorstellungen), und Schwierigkeiten beim klaren Denken (Gedankenstörungen) zu verbessern.

Wofür wird Amisulprid angewendet?

Amisulprid gehört zu einer Gruppe von Wirkstoffen bzw. Medikamenten, die als Antipsychotika bezeichnet werden. Sie finden Anwendung bei der Behandlung von Problemen wie Halluzinationen oder anderen Beschwerden der Schizophrenie. Dazu gehören Erlebnisse wie Stimmen hören, Sehen, Fühlen oder Wahrnehmen von Dingen, die nicht vorhanden sind, unangenehme Gedanken, paranoide Gefühlen und dem Gefühl, dass andere Menschen die eigenen Gedanken lesen können. Wie im vorherigen Abschnitt schon erklärt, werden Krankheiten wie Schizophrenie durch die Anwendung dieses Medikaments nicht geheilt. Die Anwendung hilft vielmehr dabei, die Beschwerden zu lindern und neurotisches Verhalten damit auch zu reduzieren. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die medikamentöse Behandlung andere Behandlungsformen wie die Arbeit mit einem Verhaltenstherapeut erleichtern kann.

Wie wirken Amisulpride im Körper?

Schizophrenie kann dazu führen, dass Sie Dinge fühlen, sehen oder hören, die es nicht gibt, seltsame und beängstigende Gedanken haben, Ihr Verhalten ändern und sich allein fühlen. Manchmal fühlen sich Menschen mit diesen Symptomen auch angespannt, ängstlich oder depressiv. Liest man so manche Amisulprid Erfahrung im Internet, so verbessert der Wirkstoff bzw. das Mittel gestörte Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen.

Weiterführende Informationen zum Nutzen von Psychopharmaka finden Sie hier:

Wie wird Amisulprid eingenommen?

Bevor Sie jene Medikamente mit diesem Wirkstoff einnehmen, sollten Sie immer mit Ihrem Arzt sprechen.

Informieren Sie zudem unbedingt Ihren Arzt, wenn Sie gegen den Wirkstoff oder einen der anderen Inhaltsstoffe des Medikaments allergisch sind. Zudem sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, wenn Sie zusätzlich unter anderen Erkrankungen leiden. Dazu gehören insbesondere folgende Krankheiten und Situationen:

  • Herz- oder Nierenprobleme
  • Diabetes
  • Epilepsie
  • Parkinson
  • andere Krankheiten, bei denen in der Vergangenheit Blutgerinnsel aufgetreten sind
  • ungewöhnlicher Herzfrequenzrhythmus
  • Brustkrebs
  • wenn Sie andere Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel, Solian oder pflanzliche Angstlöser einnehmen
  • wenn Sie unter 18 Jahre alt sind
  • wenn Sie schwanger sind
  • wenn Sie eine Schwangerschaft planen
  • oder wenn Sie stillen.

Ihr Arzt wird entscheiden, wie viel Amisulprid für Sie richtig ist. Amisulprid-Tabletten sollten mit einem Schluck Wasser und vor den Mahlzeiten eingenommen werden. Nehmen Sie niemals mehr als die vorgeschriebene Amisulprid Dosierung ein.

Muss die Einnahme und Wirkung von Amisulprid regelmäßig überwacht und kontrolliert werden?

Eine regelmäßige Kontrolle ist bei der Einnahme aus Erfahrung immer sehr empfehlenswert. Ihr Arzt führt dazu in der Regel Blut- und Urintests durch und überwacht u.a. Ihr Gewicht. Eine Gewichtszunahme wird im besten Fall gründlich während der gesamten Anwendung protokolliert. Möglicherweise erhalten Sie auch ein Elektrokardiogramm (EKG). Mit diesen Tests kann der Arzt überprüfen, ob dieses Medikament für Sie geeignet ist, und Ihre Behandlung überwachen.


Amisulprid - die Google Bildersuche zeigt Tabletten-Packungen, chemische Formel und mehr (Screenshot images.google.de am 05.05.2020)
Amisulprid – die Google Bildersuche zeigt Tabletten-Packungen, chemische Formel und mehr (Screenshot images.google.de am 05.05.2020)

Kann ich die Einnahme absetzen, wenn ich mich besser fühle?

Viele Patienten fragen sich, ob und wann sie jene Medikamente absetzen können und ob dabei Entzugserscheinungen zu erwarten ist. Das Medikament verhindert im Grunde genommen, dass die aus der Erkrankungen resultierenden Beschwerden wieder weniger auftreten und gelindert werden. Nach dem Absetzen ist deshalb das wiederkehrende Auftreten der Probleme möglich und es kommt zu einem sogenannten Rückfall. Daher ist es am besten, die Einnahme zunächst fortzusetzen und keinesfalls sofort abzusetzen, sobald Sie sich besser fühlen. Bei Menschen, die diese Art von Medikamenten regelmäßig einnehmen, verschlechtert sich selten der Zustand und sie müssen der Erfahrung nach auch seltener ins Krankenhaus.

Besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt, wie lange Sie die Medikamente einnehmen müssen. Auch wenn Entzugserscheinungen oder eine Depression keine zwangsläufigen Folgen des Absetzens sind, kann sich die Symptomatik wieder verstärken, worunter die Betroffenen stark leiden können.

Antipsychotika werden in der Regel lange eingenommen. Wenn Sie Ihre Medikamente absetzen möchten, ist es besser, dies in Absprache mit Ihrem Arzt und langsam zu tun, damit Sie auf unangenehme Entzugserscheinungen überwacht werden können.


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Welche Dosierung ist bei Amisuprid die richtige?

Die Amisulprid Dosierung unterscheidet sich je nach Patient und Krankheitsbild. Sie reicht von 50 mg über 100 mg bis 400 mg bei einer Einzeldosis. Bei einer akuten Schizophrenie reicht zum Teil schon eine Dosierung von 50 mg aus. Bei einer chronischen Schizophrenie werden täglich oft 200 bis 400 mg eingenommen. Ob für Sie 200 oder 100 mg die richtige Dosierung ist, besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt. Zwar sind auf jedem Beipackzettel Empfehlungen zur Dosierung angegeben, jedoch sollten Sie diese immer mit Ihrem Arzt besprechen.

Was passiert, wenn ich die Einnahme vergessen habe?

Nehmen Sie die vergessenen Tabletten so schnell wie möglich ein. Wenn es jedoch fast Zeit für die nächste Dosis ist, überspringen Sie die vergessenen Tabletten und nehmen Sie die nächsten Tabletten zur üblichen Zeit ein. Verdoppeln Sie also nicht die Amisulprid Dosierung und nehmen Sie keine zusätzlichen Dosen zum selben Zeitpunkt ein. Wenn Sie mehr einnehmen, als Sie sollten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das nächstgelegene Krankenhaus.

Wann beginnt Amisulprid zu wirken?

Das Medikament benötigt einigen Zeit, bis sich die Wirkung entfaltet. Bei den meisten Patienten dauert es sechs bis acht Wochen, bevor Sie spürbare Unterschiede in Ihrem Alltag bemerken. Hier ist also etwas Geduld gefragt. Zudem muss die richtige Dosierung zu Beginn optimal eingestellt und deshalb häufig angepasst werden.


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Welche Nebenwirkungen gibt es und wie häufig treten sie auf?

Amisulprid kann bei einigen Menschen Nebenwirkungen verursachen, die jedoch von Person zu Person unterschiedlich sein können. Viele Effekte sind zu Beginn etwas stärker ausgeprägt, lassen mit der Zeit jedoch nach.

Häufig auftretende Amisulprid Nebenwirkungen sind:

  • Schlafstörungen
  • Müdigkeit
  • Angstzustände und Unruhe
  • schnell gereizt sein
  • Magenprobleme
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel (vgl. auch phobischer Schwindel)
  • Gewichtszunahme
  • trockener Mund
  • Zittern
  • Bewegungen, die Sie nicht kontrollieren können
  • erhöhte Speichelproduktion
  • unregelmäßige Perioden bei Frauen
  • Brustveränderungen
  • sexuelle Probleme
  • Muskelsteifheit
  • Krämpfe

Schwerwiegende Nebenwirkungen, die selten auftreten sind:

  • Allergische Reaktionen
  • Hautausschlag
  • Schwellungen
  • sehr starke Gewichtszunahme
  • Atemprobleme
  • Unruhe
  • Unfähigkeit, stillzusitzen
  • Herzprobleme
  • sehr schneller Herzschlag
  • verschwommene Augenschmerzen
  • Blutgerinnsel
  • Schwitzen
  • Unruhe bis hin zur Bewusstlosigkeit

Wenn Sie aufgrund von Nebenwirkungen besorgt sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Bei Auftreten von akuten und schwerwiegenden Nebenwirkungen sollten Sie Ihren Arzt oder das nächstgelegene Krankenhaus unverzüglich aufsuchen.

Gibt es Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten?

Andere Arzneimittel können mit Amisulprid interagieren und unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Medikamente, die Sie rezeptfrei kaufen können und solche, die Ihr Arzt verschreibt, können sich gegenseitig in Ihrer Wirkung beeinflussen. Fragen Sie immer Ihren Arzt oder Apotheker, bevor Sie andere Arzneimittel einnehmen und sprechen Sie den Beginn der Einnahme von jeglichen Medikamenten oder Nahrungsergänzungen immer mit Ihrem Arzt ab.

Welche Vorsichtsmaßnahmen muss ich vor der Einnahme beachten?

Bevor Sie ein solches Medikament einnehmen sollten folgende Situationen und Vorerkrankungen mit Ihrem Arzt besprochen und dieser darüber informiert werden:

  • Bestehende Arzneimittelallergien
  • Bereits bestehende Erkrankungen wie
  • Schlaganfall
  • Herzerkrankungen
  • Diabetes
  • Parkinson Anfälle
  • Verstopfungen
  • Leber- oder Nierenerkrankungen
  • Bluterkrankungen
  • Prostataprobleme
  • Brustkrebs
  • prolaktinabhängiger Tumor und Tumor der Nebennieren

Informieren Sie Ihren Arzt in jedem Fall über andere Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel oder traditionelle Medikamente, die Sie einnehmen. Einige von ihnen können die Wirkungsweise dieses Arzneimittels beeinflussen.

Beeinträchtigt die Einnahme die Fahrtüchtigkeit? – Amisulprid kann Ihr Sehvermögen beeinträchtigen und eine häufig auftretende Amisulprid Nebenwirkung ist zudem eine allgemeine Müdigkeit. Unabhängig von verschiedenen Krankheitsbildern ist Müdigkeit nie eine gute Voraussetzung, um ein Fahrzeug oder Maschinen zu bedienen. Deshalb dürfen Sie bei der Einnahme weder Auto fahren noch mit Maschinen arbeiten. Sie können eine Straftat begehen, wenn Sie fahren, wenn Ihr Zustand oder Ihre Behandlung Ihre Fähigkeit zum sicheren Fahren beeinträchtigt. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie sich nicht sicher sind und es Probleme mit der Organisation im Alltag geben sollte.

Kann ich während der Einnahme Alkohol trinken? – Vermeiden Sie Alkohol, während Sie Amisulprid einnehmen. Die kombinierten Wirkungen von Amisulprid und Alkohol können Sie schläfriger machen.

Kann ich schwanger werden oder stillen? – Arzneimittel können während der Schwangerschaft im Allgemeinen sehr schädliche Wirkungen haben. Neugeborene, deren Mütter während der Schwangerschaft mit Antipsychotika behandelt wurden, können abnormale Bewegungen und Entzugserscheinungen aufweisen. Wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen, sollten Sie sich von Ihrem Arzt beraten lassen. Sie und Ihr Arzt oder Spezialist werden entscheiden, ob der potenzielle Nutzen der Behandlung die potenziellen Risiken für das Baby überwiegt. Es ist nicht klar, ob Amisulprid in die Muttermilch übergeht. Wenn Sie stillen möchten, sollten Sie ebenfalls den Rat Ihres Arztes einholen.

Welche alternativen Behandlungen gibt es?

Amisulprid ist ein Antipsychotikum und der Wirkstoff findet sich auch in anderen Medikamenten zur Behandlung von psychotischen Erkrankungen. Alternativen sind insbesondere dann zu betrachten, wenn Sie unerwünschte Effekte verspüren und Sie stark darunter leiden. Dazu gehört aus Erfahrung bei vielen zum Beispiel auch eine unerwünschte Gewichtszunahme. Andere „atypische Antipsychotika“ mit ähnlichen Wirkungen und Handelsname sind Aripiprazol, Clozapin, Olanzapin, Sodan, Quetiapin und Risperidon. Alternative typische Antipsychotika wie Haloperidol, Solian, Sulpirid und Flupentixol können ebenfalls verwendet werden. Ihr Arzt oder Apotheker kann Ihnen weitere Informationen zu diesen Medikamenten geben.

Quellen:

Weitere Informationen zu diesem Medikament sowie zu allen anderen häufig eingesetzten Medikamenten wie beispielsweise Citalopram und Mirtazapin finden Sie im jeweiligen Beipackzettel des Medikaments.

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