Sedativa Medikamente - Wann ein Sedativum Sinn macht, und wann nicht (© candy1812 - stock.adobe.com)

Wann hilft ein Sedativum? | Wirkung und Nebenwirkung von Sedativa

Mit dem Begriff „Sedierung“ werden im medizinischen Bereich dämpfende Medikamente und pflanzliche Beruhigungsmittel benannt. Ihre Wirkung soll mittels unterschiedlicher Inhaltsstoffe das Zentrale Nervensystems (ZNS) beeinflussen. Präparate, die das leisten, werden mit dem Oberbegriff Sedativum oder Sedativ, bzw. im Plural als Sedativa Medikamente bezeichnet.

Per Definition ist ein Sedativum ein Präparat, das eine dämpfende, aktivitätsmindernde und beruhigende Wirkung hat. In welchem Umfang diese Wirkung eintritt, hängt von der Wahl des Sedativums ab. Vom Mittel Baldriparan beispielsweise versprechen sich die Nutzer eine milde und nebenwirkungsfreie Wirkung (vgl. Baldriparan zu Beruhigung). Von Valium geht eine erhebliche Wirkung aus (siehe Valium Wirkung). Hier besteht im Unterschied zu dem Baldriparan ein erhöhtes Suchtpotenzial bei Dauergebrauch (vgl. Benzodiazepinhaltige Arzneimittel, ihre Wirkung und Nebenwirkungen).

Quellen:



Zur Wirkung von Sedativa

Sedativa Medikamente können bei Ängsten oder innerer Unruhe eine Beruhigung bewirken (siehe Innere Unruhe & Angst). Sie können die Betroffenen – je nach Grad der Angstzustände und der Erregtheit – ein Stück weit abdämpfen. Das soll zu einem größeren inneren Abstand von belastenden Gefühlen sorgen (vgl. innere Ruhe finden). Was Sedativa nicht leisten, ist eine Problemlösung. Sedativa verhelfen lediglich zu der inneren Ruhe, die zur Lösung der Probleme notwendig ist. Für eine gezielte Angstminderung oder Anxiolyse (siehe anxiolytisch) sind andere Strategien notwendig. Was ein pflanzliches Sedativum wie Kytta (vgl. Kytta Sedativum Erfahrungsberichte) oder Baldriparan leisten kann, ist eine Hilfe gegen innere Unruhe oder schlechten Schlaf.

Stärkere Präparate wie Valium oder andere Benzodiazepine können den Nutzer wegen ihrer starken Wirkstoffe regelrecht ausschalten. Daher werden solche Sedativa oft zur Narkose-Vorbereitung vor operative Eingriffen verabreicht. Der Patient soll damit ruhig gestellt werden, seine Angst verlieren und leichter in die Narkose gleiten. In diesem Fall dienen die verabreichten Sedativa Medikamente als Prä-Medikation. Der Patient wird überwacht, damit er nicht kollabiert oder eine Atemlähmung erleidet. Während der Operation sediert und betäubt der Anästhesist den Patienten mit Narkosemitteln.

Wenn ein beatmungspflichtiger Patient auf der Intensivstation intubiert werden muss, wird er tiefgehend sediert. Die Sedierung kann in der Tiefe variiert werden. Bei tiefergehenden Sedierungen wirken diese Medikamente als Schlafmittel bzw. Hypnotika. Der Übergang zwischen Sedativa und Hypnotika ist fließend.

Quellen:

Die Wirkstoffe in solchen Arzneimitteln

Generell zu unterscheiden sind pflanzliche und synthetische Wirkstoffe. Ein pflanzliches Sedativum basiert auf Wirkstoffen wie Baldrian (siehe Baldriantabletten), Hopfen (siehe Hopfenzapfen Wirkung), Melisse, Passionsblume (vgl. Pascoflair und Passio Balance) oder Lavendelextrakt (vgl. das Beruhigungsmittel Lasea). Es ist daher rezeptfrei erhältlich. Für leichte Unruhezustände, Schlafstörungen und Angstprobleme sind solche Arzneimittel geeignet. Beispiele für solche Präparate sind Kytta Sedativum, Baldriparan, Vivinox und ähnliche Präparate. Mit Baldrian Dragees oder Tropfen könnte aber niemand bei einer mittelschweren Angstneurose, nervösen Unruhezuständen oder psychischen Ausnahmezuständen glücklich werden. Hier muss der behandelnde Arzt verschreibungspflichtige Medikamente verordnen, um den Patienten zu stabilisieren. Anschließend muss der Betroffene in eine psychosomatische Klinik, eine psychiatrische Tagesklinik (vgl. Psychiatrie) oder zur ambulanten Psychotherapie überwiesen werden.


Psychotherapie von A-Z ♥ – Ein einführender Überblick für Patienten


Die eingesetzten Wirkstoffe in der Gruppe der pharmakologischen Sedativa unterscheiden sich erheblich. Zum Teil sedierten nämlich auch Medikamente, die eigentlich eine ganz andere Aufgabe erfüllen sollen. Die Gruppe der sedierenden Präparate umfasst so verschiedene Medikamente wie

  • pflanzliche Wirkstoffe wie Baldrian, Hopfen, Passionsblume und ähnliche
  • müde machende Antihistaminika gegen allergische Erscheinungen, z. B. Hoggar Night
  • stark betäubende Opioide wie Morphin oder Fentanyl
  • starke Narkotika wie Propofol oder Ketamin
  • dämpfende Antidepressiva wie Mirtazapin oder Amitriptylin
  • Neuroleptika wie Promethazin und Chlorprothixen
  • Barbiturate wie Phenobarbital
  • Alpha-2-Agonisten wie Clonidin
  • oder Benzodiazepine wie z.B. Midazolam, Diazepam, Valium und Lorazepam.

All diese Medikamente sind aufgrund starker Wirkungen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen verschreibungspflichtig. Zum großen Teil machen sie bei längerer Einnahme abhängig. Daher ist eine Überwachung der Einnahmedauer unerlässlich. Außerdem muss sichergestellt werden, dass der Patient nicht bereits medikamentenabhängig ist, oder zusätzlich andere Suchtmittel konsumiert. Viele Menschen ziehen wegen der Einnahme-Risiken ein Arzneimittel vor, das rezeptfrei ist. Alternativ greifen sie zu Hoggar Night. Dieses Medikament ist zwar rezeptfrei, aber nur kurzfristig verwendbar. Außerdem kann es mit der Einnahme anderer Antihistaminika kollidieren.

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Sedativa Medikamente und ihre Dosierung

Bei einem Sedativum hängt die Dosierung davon ab, wie stark die Symptome ausfallen, und welches Sedativum zur Sedierung gewählt wird. Ein Sedativum, das als Prä-Medikation zur Sedierung eines operationsbedürftigen Patienten verabreicht wird, wird in anderer Dosis gegeben, als wenn jemand ständig nervös ist. Sollen Sedativa als Hypnotika wirken, müssen sie höher dosiert werden, als wenn nervöse Unruhezustände vorliegen. Wer in stressigen Zeiten zu mehr Ruhe finden möchte oder ständig nervös ist, kann sich mit pflanzlichen Wirkstoffen gut durch diese Zeit bringen. In tiefer gehenden Krisen sind rezeptpflichtige Schlaftabletten sinnvoller.

Guter Schlaf sorgt für mehr Gelassenheit, eine bessere Konzentrationsfähigkeit und eine höhere Stress-Resilienz. Schlaftabletten – sogenannte Hypnotika – sind bei Schlafstörungen jedoch keine Dauerlösung. Auch sie haben ein Suchtpotenzial. Das gilt selbst für ein rezeptfrei erhältliches Medikament wie Hoggar Night. Baldrian Dragees hingegen haben keinerlei Suchtpotenzial. Statt solche Einschlafhelfer und Beruhigungsmittel zur Gewohnheit werden zu lassen, sollten die Betroffenen andere Wege zur Problemlösung suchen. Die Liste der gebotenen Möglichkeiten ist lang. Sie reicht von Entspannungsübungen wie Feldenkrais oder Traumreisen als VHS-Kurs, bis zu Achtsamkeits-Meditation (siehe Meditieren lernen); von energetischen Therapien wie Chi Gong bis hin zu Bachblüten und Homöopathie. Damit können nervöse Unruhezustände ebenfalls zugunsten von mehr Gelassenheit behoben werden.

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Ursachen beheben, statt lediglich Wirkungen zu beseitigen

Wer die Ursachen seiner nervösen Unruhezustände ermittelt, kann diese oft direkt beheben. Vielleicht stresst der Job mittlerweile, weil er keine altersgerechten Bedingungen bietet. Eine berufliche Umorientierung oder Versetzung wäre die bessere Wahl, als immer wieder zu einem sedierenden Arzneimittel zu greifen, und einen Burn-out zu riskieren. Vielleicht sind ständige familiäre Konflikte, oder Konflikte in der Partnerschaft Auslöser von nervösen Unruhezuständen und Angstattacken. Falls eine Familientherapie keine Lösung darstellt, ist eventuell eine Scheidung die richtige Wahl.

Auch hier ist die Liste der Lösungsmöglichkeiten lang genug, um eine Alternative zu Medikamenten zu finden. Einen Neuanfang oder eine Krise mit Arzneimitteln zu begleiten, die sedieren und beruhigen, ist in Ordnung. Der Griff dazu sollte jedoch besser kein Dauerzustand werden. Stress, Kummer, Ärger und andere Quellen, die jemanden ständig nervös hinterlassen, sollten nach und nach minimiert oder eliminiert werden. Innere Konflikte sind am besten bei einem Psychotherapeuten aufgehoben (siehe Psychotherapeuten finden).

Der Griff zum Sedativum ist auf Dauer keine gute Wahl... - Sedativa Medikamente lösen keine Probleme bzw. Problemursachen (© agphotos - stock.adobe.com)
Der Griff zum Sedativum ist auf Dauer keine gute Wahl… – Sedativa Medikamente lösen keine Probleme bzw. Problemursachen (© agphotos – stock.adobe.com)

Ängste sind mit einer Verhaltenstherapie in den Griff zu bekommen. Je länger diese Maßnahme hinausgezögert wird, desto länger leiden die Betroffenen an vermeidbaren Störungen – und desto schwerer wird es, dem Problem therapeutisch zu Leibe zu rücken. Jeder Mensch hat seine persönliche Definition eines glücklichen Lebens im Geist – und dieser sollte er nachgehen.

Synthetische oder pflanzliche „Glücklichmacher“, Schlafhelfer oder Beruhigungsmittel aus der Liste oben sollten keine Dauergäste im Leben werden. Gleiches gilt für alkoholische Genüsse (vgl. Alkoholismus Test) – insbesondere in Verbindung mit Sedativa und Hypnotika. Jeder kann auch anders mehr Gelassenheit lernen. Wer oft genervt und gestresst ist, sollte seine Stressresilienz ausbauen, statt sich immer häufiger zu sedieren. Dabei werden irgendwann höhere Dosen notwendig. Ob pflanzlich oder nicht: Das gewohnte Arzneimittel verliert irgendwann seine Wirkung. Die Tabletten oder Tropfen werden also höher dosiert. Das bewirkt aber oft keine stärkere Sedierung. Dieses Phänomen nennen Mediziner „Ceiling“-Effekt. Die Betroffenen können selbst mit starken Opioiden keine Ruhe finden. Zudem steigt bei höheren Dosierungen die Gefahr, schneller abhängig zu werden. Die Möglichkeit einer Atemdepression steigt außerdem nach Dosiserhöhungen.

Beim abrupten Absetzen stark sedierender Medikamente kommt es zu Entzugserscheinungen. Das könnte mit Entspannungsübungen und rezeptfreien Sedativa nicht passieren. Diese erzeugen auch keine paradoxen und gegenteiligen Reaktionen als die gewünschten.

Quellen:

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Titelbild: Sedativa Medikamente – Wann ein Sedativum Sinn macht, und wann nicht (© candy1812 – stock.adobe.com)