Angewandte Kinesiologie / Psychokinesiologie (© thingamajiggs / stock.adobe.com)

Psycho-Kinesiologie: Angstbewältigung mit Kinesiologie

Die Kinesiologie oder Psychokinesiologie ist ein alternativmedizinisches Verfahren, das unter anderem in der Naturheilpraxis bei der Angstbewältigung eingesetzt werden kann. Erfunden wurde die Psycho-Kinesiologie von Dr. Dietrich Klinghardt.

Grundlage dieser wissenschaftlich nicht anerkannten Methode, die der Körpertherapie oder Chiropraktik nahesteht, ist der kinesiologische Muskeltest. Dabei bewegt der Therapeut im Frage-Antwort-Dialog mit seinem Patienten dessen Arm. Der angstbesetzte Klient beantwortet die gestellte Frage lediglich mittels Gegendruck gegen die Hand des Therapeuten. Andere Antworten sind nach dem Vorgespräch, bei dem die Angstproblematik bereits skizziert wurde, nicht erforderlich. Der Patient kommuniziert hier über seine Muskulatur. Dadurch können unbewusste Blockaden wirksamer erkannt werden, als wenn sie durch Erzählungen überlagert und bewusst/unbewusst verschleiert werden.

Die Psychokinesiologie fußt auf dem Gedanken, dass Menschen alles, was sie erleben, im Unterbewusstsein abspeichern. Unverarbeitete Traumata und Erlebnisse, die in die Verdrängung geschickt wurden, machen sich irgendwann auf der Körperebene oder der Seelenebene als körperliches Symptom, Depression oder Angststörung bemerkbar. Durch den kinesiologischen Muskel-Test können solche inneren Konflikte oder die Ursachen für bestimmte Ängste aufgespürt werden.

Die Kinesiologie hat inzwischen mehrere eigenständige Varianten erfahren, zum Beispiel die Applied Kinesiology, das Touch for Health-Verfahren, die Brain Gym bzw. die Edu-Kinestetik, die „Three In One“-Concepts sowie die Tierkinesiologie. Selbst im Coaching oder im Rahmen der energetischen Arbeit ist die Methodik der Psycho-Kinesiologie in Benutzung.

Quelle:

Der kinesiologische Muskeltest in der Psycho-Kinesiologie

In der Psycho-Kinesiologe wird ein sogenannte kinesiologischer Muskeltest als Kommunikationsmittel eingesetzt, um Zugang zum Unbewussten zu erhalten. Die dem Muskel-Test zugrunde liegende Erkenntnis ist, dass Muskeln straffer oder schlaffer sind, je nachdem, wie viel Stress ein Satz des Therapeuten auslöst, wenn der Patient an diesem Satz zweifelt. Die Patienten liegen oder stehen, wenn der Muskeltest bei ihnen angewendet wird. Vom Behandler wird nun ein Frage-Antwort-Spiel begonnen, das das Thema des Problems näher einkreist – in unserem Fall zum Beispiel die belastende Angst. Körperliche Symptome der Angst (siehe Angstsymptome) wie Zittern, Schweißausbrüche, Meidungsverhalten oder Panikattacken können so bis an ihre Ursachen verfolgt werden. Der Muskel-Test dient aber nicht nur der Feststellung ins Unterbewusstsein verschobener Probleme, sondern er kann auch zur Deprogrammierung der falsch abgespeicherten Reaktionen eingesetzt werden. Dabei ist die Prämisse des Behandlers, dass man als Behandler von Angstpatienten oder anderen Körper und Geist nicht als getrennte Einheiten betrachten kann. Sie müssen als Einheiten gesehen werden, die sich gegenseitig beeinflussen und daher auch zusammen behandelt und deprogrammiert werden müssen. Der ganzheitliche Ansatz ist Grundlage aller alternativmedizinischen Ansätze.

Kinesiologischer Muskeltest in der Psycho-Kinesiologie (© wildworx / stock.adobe.com)
Kinesiologischer Muskeltest in der Psycho-Kinesiologie (© wildworx / stock.adobe.com)

In der Psychokinesiologie nennt man das Deprogrammieren von Ängsten allerdings eine „Entkopplung“. Zur Entkopplung der verdrängten Gefühle stehen verschiedene Methoden zur Verfügung, die neben dem Muskeltest zum Einsatz kommen können. Zur Unterstützung der therapeutischen Arbeit genutzt werden von den Therapeuten beispielsweise

Negative Glaubenssätze sollen in diesem Prozess durch positive Sätze ersetzt werden. Angstmachende Gefühle können erkannt und losgelassen werden. Je nach psychischer Befindlichkeit des Klienten regieren dessen Muskeln anders auf den kinesiologischen Muskeltest. Sie sind schlaffer oder gehen stärker gegen den Handdruck des Behandlers an. Es braucht für den Therapeuten eine gewisse Erfahrung, um feine Veränderungen an der Muskulatur zu registrieren. Oftmals bietet die Psychokinesiologie schnellere Erfolge als eine Psychotherapie. Insofern eignet sie sich als Therapie für viele Formen der Angstbewältigung sowie andere psychische Problematiken, sei es auch nur, dass jemand ohne feststellbaren Grund dauerhaft antriebslos ist (siehe auch Neurasthenie) oder durch chronische Unruhezustände getrieben ist.

Quellen:

Kinesiologischer Test und mehr: Angstbewältigung mit der Psychokinesiologie

Mit den Methoden der Psycho-Kinesiologie können Angststörungen auch von einem Heilpraktiker oder Alternativmediziner sehr gut behandelt werden (vgl. auch Angststörungen Therapie). Es ist aber auch möglich, dass die Schwere der Erkrankung eine klassische Psychotherapie  (Verhaltenstherapie, psychoanalytische Therapie und/oder Gesprächspsychotherapie) angeraten sein lässt. Viele Ängste haben ihren Ursprung in nicht verarbeiteten Erlebnissen, die unbemerkt als Traumata nachwirken. Die Methode der psychologischen Kinesiologie erkennt und befreit unter den Teppich gekehrte Gefühle und unverarbeitete Erlebnisse. Diese stellen sich später im Leben oft als Angstproblematik ein, um erlöst zu werden. Viele Menschen mit körperlichen Symptomen, denen gedeckelte Angst zugrunde liegt, gehen lieber in eine Naturheilpraxis als zum Psychologen. Sie meinen oft, sie hätten ein körperliches Problem, das nach Behandlung verlangt. Andererseits sind sie sich aber auch bewusst, dass eine ganzheitlihe Behandlung immer das Seelische mit einschließt.

Die Psychokinesiologie bietet eine gute Möglichkeit, den vorliegenden Angstsymptomen und ihren Ursachen auf die Schliche zu kommen, ohne dass der Patient sein halbes Leben erzählen muss. Das ist oft extrem belastend. Im Unterbewusstsein sind alle Erlebnisse, Gefühle und Traumata gespeichert. Sie können momentan als Angststörung oder Depressionen sichtbar sein. Negative Glaubenssätze sind aus ihnen erwachsen. Sie führen oft zu selbsterfüllenden Prophezeiungen, weiterer Verdrängung und einer weiteren Verfestigung der Angst-Symptomatik. Die verdrängten Gefühle und Erlebnisse müssen aus dem Unterbewusstsein ans Tageslicht geholt werden, damit sie aufgelöst werden können.

Mit Energiearbeit, Affirmationen, Homöopathie oder Bachblüten kann den Patienten in der Naturheilpraxis das verlorene Selbstvertrauen zurückgegeben werden. Der Heilpraktiker hat als Therapeut mit einer breit angelegten Ausbildung viele Ansätze, um Menschen mit Angsterkrankungen zu heilen. Er hat zur Erweiterung seiner diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten meist eine zusätzliche Ausbildung in Kinesiologie absolviert. Daher kann er den Test mit den Muskeln anwenden, wenn ein solcher kinesiologischer Test sinnvoll erscheint. Die Seele seines Patienten sagt ihm dann über den Gegendruck in den Muskeln, ob der Patient Stress empfindet oder nicht. Mit jeder Sitzung wird neu ermittelt, wie der Stand der Dinge ist. Der Fortschritt kann je nach Therapiekonzept relativ schnell eintreten.

Quellen:

Anxiolytika – Was Sie über angstlösende Medikamente wissen sollten

Welche Rolle spielen Augenbewegungen bei der Behandlung?

Mittels der „Eye Movement Desensitization“ bzw. dem „Eye Movement Desensitization and Reprocessing“ (EMDR) kann die Psycho-Kinesiologie auf eine Methode zurückgreifen, die die Amerikanerin Francine Shapiro speziell für Traumapatienten entwickelt hat (vgl. PTBS). Die EMDR ist daher auch sehr gut bei Patienten mit einer Angstproblematik oder ähnlichen Erkrankungen – etwa Depressionen, Stresserkrankungen wie Burn-out oder angstbedingten Lernblockaden – verwendbar (mitunter auch kombiniert bzw. begleitet durch pflanzliche Arzneimittel gegen Depressionen. Viele Situationen im Leben verlangen nach einem Stressabbau. Die Entlastung des Patienten ist eine Voraussetzung dafür, dass die vorliegenden Erkrankungen erfolgreich behandelt werden können. Um das zu erreichen, müssen die zugrunde liegenden Lernblockaden aufgehoben werden. Ohne ausreichend Selbstvertrauen kann der Patient seine Ängste nicht loslassen und über sie hinauswachsen.

EMDR Therapie: Eye Movement Desensitization and Reprocessing als Methode in der Traumatherapie

Im Rahmen der EMDR-Behandlung erzählt der Patient zunächst seine Leidensgeschichte. Der Anamnese folgt eine positive Erfahrung, die gegebenenfalls während einer Angst- oder Traumabehandlung einen sichern Zufluchtsort für den Patienten in seinem Inneren etablieren soll. Damit sollen momentane Belastungen in Schach gehalten werden. Nun werden negative Gedanken durch positive Formulierungen ersetzt. Beim Desensibilisieren des angstgestörten Klienten durch Augenbewegungen werden die langsamen Bewegungen der Augen als eigentliche Therapie genutzt, um während des Erinnerns einer traumatischen Begebenheit das Trauma durch die Augenbewegungen zu löschen.

Der Therapeut bewegt seine erhobene Hand mit zwei ausgestreckten Fingern langsam oder schnell vor den Augen seines Klienten nach links und rechts. Das vor dem inneren Auge wahrgenommene Bild, das von den meisten traumatischen Situationen im Gehirn abgespeichert wird, kann so verarbeitet werden. Daraufhin erfolgt ein Stressabbau, der die Ursache der Erkrankungen beheben kann. Die Seele kann endlich heilen. Der Klient kann die damit verbundenen Gefühle wahrnehmen und seine Ängste, die aus diesen unverarbeiteten Gefühlen resultieren, loslassen. Wie viele Sitzungen dafür erforderlich werden, hängt von der Schwere der Störung oder Erkrankung ab. Diese Form der Behandlung wird auch im Coaching sehr erfolgreich angewendet.

Quellen:

Welche Rolle kommt der Energiearbeit bei Angstbehandlungen zu?

Neben dem eigentlichen Test durch die Muskulatur und der psychischen Desensibilisierung über die Augen kann dem angstbesetzten Körper oft auch durch andere Behandlungsmethoden geholfen werden. Innerhalb der anberaumten Sitzung kann beispielsweise eine Reiki-Behandlung dafür sorgen, dass der Klient beruhigt und mit positiven Energie versehen wird. Hier geht es einmal nicht nur um die körperliche Berührung oder Reaktion, sondern um die feinstoffliche Ebene. Die Heilung betrifft die Aura oder den Energiekörper, nicht den Organismus selbst. Während sich die Psychotherapie der Psyche bzw. der Verstandesebene oder gedeckelten Gefühlen zuwendet, befasst sich die energetische Arbeit an Angstpatienten mit der Seelenebene. Beispiele für solche Techniken sind

  • das Besprechen
  • die Calligaristechnik
  • das Clearing
  • die Gebetsheilung
  • das Handauflegen
  • das Huna
  • die Quantenheilung, auch als Matrixheilung bekannt
  • der Schamanismus
  • die Meditation
  • das Naturheilen
  • die Pranaheilung
  • Sat Nam Rasayan
  • oder der Therapeutic Touch

Reiki und andere energetische Techniken können unterstützend dafür sorgen, dass innere Blockaden aufgelöst und Ängste losgelassen werden können. Aus der Erkenntnis heraus, dass Körperlichkeit, Seele und Geist miteinander untrennbar verbunden sind, lassen sich ganzheitliche Behandlungskonzepte mit Hilfe von Energietransfers entwickeln. Derer Transfer von Energien wirkt sich auf allen genannten Ebenen positiv aus.

Interessant sind solche Ansätze immer dann, wenn der Patient mit konventionellen Mitteln nicht von seinem Leidensdruck befreit werden kann. Ängste und depressive Begleiterscheinungen als Symptom verdrängter Gefühle können damit ebenso effektiv behandelt werden wie körperliche Schmerzzustände. Die Lösung der energetischen Blockaden auf der seelischen Ebene kann durch die bewirkte Tiefenentspannung begünstigt werden. Die energetische Arbeit sorgt für die Harmonisierung und den Ausgleich zwischen den Ebenen Körper, Seele und Geist (siehe auch: vegetatives Nervensystem Angst). Außerdem machen Behandler immer wieder die Erfahrung, dass durch diese sanften Behandlungen innere Prozesse in Gang gesetzt werden, die sonst nicht so schnell ans Tageslicht gekommen wären. Die Heilung wird damit auf allen drei Ebenen unterstützt.

Quellen:

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