Trypanophobie - Angst vor Spritzen und Injektionen (© emeraldphoto / Fotolia)

Trypanophobie – Angst vor Spritzen und Injektionen

Die Trypanophobie – eine panische Angst vor Spritzen und Injektionen – ist weiter verbreitet, als viele Menschen meinen. Die umgangssprachliche „Spritzenangst“ oder „Spritzenphobie“ betrifft Kinder ebenso wie erwachsene Menschen. Diese sind nicht in der Lage, ihre panische Angst vor einer Injektion zu kontrollieren. Sie lassen sich lieber vom Zahnarzt Schmerzen zufügen oder verzichten auf den Schutz einer Impfung.

Problematisch wird die Trypanophobie aber, wenn jemand sich regelmäßig Insulin spritzen soll oder nach einer Operation eine Thrombosespritze erhalten muss. Diese Injektionen sind unabdingbar und lebensnotwendig. Auch wenn eine Krebsbehandlung ansteht, gab es bereits Fälle, wo ein Patient die Chemotherapie wegen seiner Angst vor Spitzen und dem Legen einer Braunüle als Zugang für intravenöse Medikamentengaben nicht beginnen wollte. Auch eine simple Blutabnahme – zum Beispiel zur Feststellung des Blutzucker- oder Schilddrüsenwertes – ist bei Spritzenphobikern schwer zu bewerkstelligen.

Kindern lassen die meisten Mediziner noch ihre Angst durchgehen. Doch wenn eine Spritzenphobikern beim Zahnarzt ohnmächtig wird, sobald sie das Behandlungszimmer betritt, ist das keine überraschende Reaktion. Phobien wie die Spritzenphobie erzeugen nun einmal Symptome wie Herzrasen, plötzliche Blutleere, schweißnasse Hände oder Panikattacken. Eine Ohnmacht ist auch für die Betroffenen keine Anstellerei. Manchmal spielen sogar genetische Neigungen zum ohnmächtig werden eine Rolle. Statt solche Patienten zu entmutigen, sollte Behutsamkeit und Verständnis im Umgang mit ihnen und der Spritzenangst dominieren.

Quellen:

Spritzenphobie / Spritzenangst: Für jemanden mit einer echten Form von Trypanophobie genügt der Anblick einer gefüllten und aufgezogenen Spritze bereits, um Panikattacken Symptome auszulösen (© MAST / Fotolia)
Spritzenphobie / Spritzenangst: Für jemanden mit einer echten Form von Trypanophobie genügt der Anblick einer gefüllten und aufgezogenen Spritze bereits, um Panikattacken Symptome auszulösen (© MAST / Fotolia)

Die Angst vor der Spritze – immer eine Phobie?

Die Antwort ist Nein. Manche Menschen haben zwar vor Spritzen und Injektionen Angst. Sie überwinden diese aber, weil sie die Notwendigkeit von Injektionen anerkennen. In diesem Fall handelt es sich um eine „normale“ Angst. Dieser kann der Betroffene noch begegnen, wenn auch mit Unbehagen. Eine Angststörung oder Phobie (Phobie Definition) liegt immer dann vor, wenn jemand alle Injektionen ablehnt und Situationen umschifft, in denen eine Impfung oder Injektion notwendig werden könnte. Vermeidungsverhalten (Vermeidungsverhalten Definition) kennzeichnet eine Angststörung (siehe auch: Angststörungen Formen sowie: Wodurch entstehen Angststörungen?).

Zeigt jemand schon beim Betrachten von Fotos mit Spritzen Angstsymptome wie Schweißausbrüche, Zittern oder Fluchtgedanken, dann liegt eine Phobie vor. Zu unterscheiden ist aber, ob tatsächlich eine Angst vor Spritzen und Injektionen (Trypanophobie) vorliegt, oder eine

In manchen Fällen von Spritzenangst muss ein Gutachten erstellt werden, damit der Patient auf Krankenkassenrezept eine Insulinpistole, oder nasal bzw. oral zu verabreichende Medikamente erhält. Problematisch ist jedoch, dass viele Ärzte, die es eigentlich besser wissen müssten und könnten, eine Spritzenphobie nicht ernst nehmen. Zum Glück stellen sich bereits einige Mediziner und Zahnärzte solchen Problemen. Diese verweisen auf ihrer Praxis-Webseite darauf, dass sie entsprechend geschult sind.

Quellen:


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Spritzenangst Therapie: Wie kann eine Spritzenphobie behandelt werden?

Phobien wie die Spritzenphobie können sehr gut mittels Hypnotherapie und kognitiver Verhaltenstherapie behandelt werden. Für beide Therapiearten sind mehrere Sitzungen anzuberaumen. Oftmals haben die Patienten bereits mehrere Jahre erfolgreich alle Situationen gemieden, in denen eine Injektion zu erwarten war. Problematisch ist es für viele Betroffene erst geworden, als sie nach einem Unfall oder durch eine schwere Erkrankung im Krankenhaus gelandet sind, wo Flucht nicht mehr möglich war.

Die Angst vor einer Spritze ist oft größer als die vor Schmerzen oder einer Operation. Solche Ängste sind irrational. Doch sie machen den Betroffenen schwere Probleme. Die körperlichen Reaktionen bei einer Trypanophobie können so stark sein, dass der Patient schon beim Anblick einer Spritze kollabiert. Mit einer sofort eingesetzten Konfrontation ist in diesem Fall nicht viel Staat zu machen. Die kognitive Verhaltenstherapie setzt die behutsame Konfrontation in einen Bezugsrahmen, der weiter geht. Dem Patienten werden verschiedene Aufgaben zugeteilt.

Er soll beispielsweise erinnern, in welchen Situationen er Angst vor Spritzen empfindet und was das mit ihm macht. Die damit verbundenen Gedanken und Ängste werden ausführlich besprochen. Dann nähert sich der Patient gedanklich an das Thema „Injektionen“ an. Er betrachtet Fotos aus verschiedenen Abständen oder sieht sich eine Spritze ohne Kanüle an. So wird er behutsam an seine Angstauslöser herangeführt. Zugleich können Atemübungen, Muskelanspannung- und Entspannung, Zuhause ausgeführte Entspannungs-Übungen oder pflanzliche Arzneimittel helfen, die Angstsymptome zu mindern. Die Hypnotherapie kann bei starken Beschwerden ergänzend zum Tragen kommen.

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Dr. Jan Martin - Virtueller Chefredakteur - Digitale Redaktionsleitung Dr. Jan Martin ist virtueller Chefredakteuer von www.angst-verstehen.de. Er ist das Außengesicht der digitalen Redaktionsleitung, verantwortlich für Qualitätssicherung und Publikation der Texte der Redaktion.