Angst vorm Zahnarzt / Zahnarztphobie - Wie sich Zahnärzte auf Angstpatienten einstellen (© Syda Productions / stock.adobe.com)

Zahnarztphobie: Wie sich Zahnärzte auf Angstpatienten einstellen

Es gibt wohl nur sehr wenige Menschen, die wirklich gern zum Zahnarzt gehen: Die meisten empfinden einen Zahnarzttermin eher als unangenehm und viele haben auch Angst vor dem Zahnarzt – gerade wenn zu befürchten steht, dass der Zahnarzt “bohren” muss. Diese normale Zahnbehandlungsangst führt oft auch dazu, dass man den Zahnarztbesuch unnötig lange vor sich her schiebt oder kurzfristig absagt, bevor man sich letztlich doch dazu überwindet.

Daneben gibt es jedoch auch die krankhafte Zahnbehandlungsphobie, die auch als Dentalphobie, Dentophobie, Oralphobie oder Odontophobie bezeichnet wird. Sie kann so stark sein, dass Betroffene den Zahnarztbesuch über Jahre aufschieben  – auch wenn sie bereits unter starken Zahnschmerzen und anderen Zahnproblemen leiden.

Um auch Angstpatienten eine angemessene zahnmedizinische Versorgung zu ermöglichen, stellen sich immer mehr Zahnärzte aktiv auf diese Patientengruppe ein.

Quellen:

Welchen Zahnarzt sollte man bei Angst vorm Zahnarzt wählen?

Viele Menschen, die unter Zahnarztangst leiden, führen diese auf eine unangenehme Erfahrung aus Kindertagen zurück: Dabei schildern sie nicht nur schmerzhafte Behandlungen, sondern vor allem auch unsensible Ärzte, die den Behandlungsablauf nicht kommunizierten und auf Ängste bzw. Schmerzen des Patienten entweder gar nicht eingingen oder sogar abweisend reagierten – mit Verharmlosungen, Zurechtweisungen und plumpen Durchhalteparolen.

Dieser Typus des ‘Halbgotts im weißen Kittel’ war vor einigen Jahren und Jahrzehnten sicherlich noch häufiger anzutreffen als heutzutage, das Selbstverständnis der Ärzteschaft insgesamt und auch der Zahnärzte hat sich enorm in Richtung Patientenorientierung gewandelt.

Natürlich gibt es auch heute noch Zahnärzte, die sensibler und geduldiger auf ihre Patienten eingehen als andere – und zudem immer mehr Praxen, die sich explizit auf Angstpatienten einstellen.

Wie findet man einen Zahnarzt für Angstpatienten?

Vielen Menschen mit Zahnarztangst fällt schon der erste Schritt, die Terminvereinbarung sehr schwer. Umso wichtiger ist es, zu wissen: Dieses Praxisteam reagiert freundlich und verständnisvoll, wenn man am Telefon sagt: „Guten Tag, ich bin Angstpatient und brauche einen Termin.“

Um eine solche Zahnarztpraxis zu finden, haben Sie verschiedene Möglichkeiten:

  • Empfehlung des Hausarztes: Oft kennt Ihr Allgemeinarzt gute Zahnärzte vor Ort, an die er Sie verweisen kann.
  • Patientenberatungsstelle Ihres Bundeslandes: Hier können Sie per Telefon oder per E-Mail Adressen geeigneter Zahnärzte für ihre Region einholen.
  • Focus Arztsuche: Seit 20 Jahren stellt das Magazin Focus Gesundheit diese umfassende Liste zusammen, die auch Zusatzqualifikationen wie bspw. die Spezialisierung auf Angstpatienten umfasst.
  • Web-Suche: Zahnärzte erwähnen den Fokus auf Angstpatienten häufig direkt auf ihrer Homepage. Daher lohnt es oft, einfach nach dem Ortsnamen und den Begriffen “Zahnarzt Angstpatient” zu googeln.
Dr. med. dent. Zsófia Vigváry - Zahnärztin spezialisiert auf Angstpatienten in der Completdent Zahnklinik in Budapest
Dr. med. dent. Zsófia Vigváry – Zahnärztin spezialisiert auf Angstpatienten in der Completdent Zahnklinik in Budapest

Auch im EU-Ausland gibt es immer mehr Kliniken, die sich auf Patienten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz spezialisiert haben und durch besonderen Service überzeugen – so auch die CompletDent Zahnklinik in Budapest, in der Dr. Zsófia Vigváry Angstpatienten mit besonderer Fürsorge empfängt:

„Zahnarztangst ist nichts, wofür man sich schämen muss. Ich habe großen Respekt vor jedem Patienten, der sich trotz seiner Angst in die Praxis traut. Wenn er oder sie uns gleich bei der Terminvereinbarung Bescheid gibt, können wir uns optimal darauf einstellen.“  – Dr. med. dent. Zsófia Vigváry – Zahnärztin spezialisiert auf Angstpatienten in der Completdent Zahnklinik in Budapest

Quellen:

Wie können sich Zahnärzte auf die Behandlung von Angstpatienten einstellen?

Der wichtigste und erste Schritt aufseiten der Zahnärzte ist das Problembewusstsein: Wenn man die Zahnarztphobie als Angststörung wahrnimmt und sich über die Mechanismen der Angst informiert, gibt es viele kleine und große Stellschrauben, mit denen sich der Praxisalltag für Angstpatienten optimieren lässt.

Fortbildung für das gesamte Praxisteam

Für Zahnärzte gibt es zahlreiche Fortbildungsangebote der Berufsverbände, die speziell den Umgang mit Angstpatienten behandeln – sowohl aus zahnmedizinischer wie auch aus psychologischer Sicht.

Aber auch alle anderen Praxismitarbeiter, die Patientenkontakt haben – vor allem Zahnarzthelfer und das Empfangsteam – müssen mit ins Boot geholt werden. Dabei gilt es, Fachwissen zu vermitteln, Verständnis zu schaffen sowie durch konkrete Beispiele und Übungen praktische Kompetenzen im Umgang mit Angstpatienten zu etablieren.

Eine respektvolle, fürsorgliche Praxiskultur beginnt schon mit dem Tonfall und der Wortwahl beim ersten Telefonkontakt bzw. der ersten Begrüßung in der Praxis und zieht sich kontinuierlich durch alle Interaktionen:

  • Der Mut der Patienten, sich ihrer Zahnarztangst, wird wertgeschätzt.
  • Die Angst der Patienten vor der Behandlung wird ernst genommen und bestmöglich abgemildert.
  • Die Zahnprobleme des Patienten werden sachlich besprochen und behandelt.

Vorwürfe, Beschämungen oder auch nur stummes Kopfschütteln angesichts der oft gravierenden Zahnprobleme, unter denen Menschen mit Zahnarztphobie leiden, sind in einer guten Praxis absolut tabu.

Praxiseinrichtung

Eine entspannte, freundliche und möglichst wenig klinische Atmosphäre im Empfangs- und Wartebereich wirkt angstmindernd. Zeitschriften, ein Aquarium oder Wartezimmer-TV helfen den Patienten, sich abzulenken und zu entspannen.

Hilfreich ist auch ein neutraler, instrumentenfreier Beratungsraum für das Erstgespräch mit dem Arzt. Drei bequeme Sessel, ein kleiner Tisch mit einem Glas Wasser und einer freundlichen Grünpflanze – das schafft eine entspannte Atmosphäre. Hier können sich Angstpatienten ggf. auch nach einer überstandenen Behandlung erholen, bevor sie die Praxis verlassen.

Auch im Behandlungsraum selbst sind freundliche Wandfarben, ein Gemälde oder eine Pflanze als nicht-medizinischer Blickfang ein Plus. Die zahnärztlichen Instrumente und Geräte müssen natürlich vorhanden sein, lassen sich aber oft durch geschickte Positionierung oder Abdeckung ein wenig aus dem Blick des Patienten rücken. Ein Bildschirm über dem Behandlungsstuhl kann genutzt werden, um zur Ablenkung Entspannungsvideos, Musik-Clips oder TV-Serien zu zeigen.

Patientenfreundliche Prozesse

Auch wenn es im Praxisalltag oft hektisch wird, sollte sich das Team stets ausreichend Zeit für Angstpatienten nehmen – angefangen vom telefonischen Erstkontakt bis zur Behandlung selbst. Hier einige bewährte Best-Practice-Beispiele:

  • Angstpatienten-Nummer, spezielle Telefonsprechstunde oder Rückruf-Service für Angstpatienten, mit deutlichem Hinweis auf der Website: So kann das erste Gespräch immer mit genügend Ruhe geführt werden.
  • kurzfristige Terminvergabe: Der Anruf in der Praxis erfordert oft viel Mut, umso besser ist es, wenn Angstpatienten dann bis zum eigentlichen Termin nicht zu lange warten müssen.
  • keine oder nur kurze Wartezeiten vor Ort: Das Warten in der Arztpraxis empfinden Angstpatienten oft als besonders quälend.
  • Erstgespräch jenseits des Behandlungszimmers: In einem kleinen, neutralen Besprechungszimmer kann der Angstpatient den Arzt kennenlernen, sein Anliegen vortragen und sich über die Angebote für eine schmerz- und angstfreie Behandlung informieren.
  • Erstuntersuchung – garantiert ohne Behandlung: Vielen Angstpatienten fällt es leichter, sich auf den Untersuchungsstuhl zu legen, wenn sie wissen, dass der Arzt nur in den Mund schaut.
  • Stete Kommunikation & Pausen-Signal: Damit sich die Patienten nicht hilflos und ausgeliefert fühlen, sollte der Arzt die geplanten Schritte stets im Vorfeld erläutern. Auch während der Untersuchung bzw. Behandlung selbst sollte jeder Schritt verständlich und mit möglichst angstfreien Begriffen angekündigt werden. Gut sind Formulierungen aus Patientensicht, bspw. “jetzt vibriert es kurz” statt “jetzt wird gebohrt”. Wenn der Patient eine Pause braucht, kann er dies mit einem vorher vereinbarten Handzeichen signalisieren.
  • Ablenkungs- & Begleitoptionen: Vielen Angstpatienten hilft es, sich von einer Vertrauensperson in die Praxis begleiten zu lassen, ein Maskottchen oder Fidget Toy mitbringen zu dürfen oder während der Behandlung über Kopfhörer Musik zu hören.
  • Informationsangebot im Vorfeld: Auf der Website und/oder einem Info-Blatt können all diese Angebote für Angstpatienten bekannt gemacht werden. Das reduziert Unsicherheiten (muss ich gleich auf den Behandlungsstuhl? was, wenn der Arzt sofort bohrt?) und erleichtert den Weg in die Praxis.

Kinderzahnärzte: Damit Kinder erst gar nicht zu Angstpatienten werden

Bei Kindern ist es besonders wichtig, positive Zahnarzt-Erfahrungen zu schaffen und Ängste gar nicht erst aufkommen zu lassen bzw. diesen frühzeitig entgegenzuwirken. Das wissen auch die Zahnärzte und deshalb nehmen sie sich für die kleinen Patienten in der Regel besonders viel Zeit und erklären alles mit großer Geduld.

Eine gute Option sind auch Kinderzahnärzte, die sich ganz gezielt auf die kleinen Patienten einstellen: mit kinderliebem Personal, einer bunten Praxiseinrichtung mit großem Spielbereich bis hin zu kindgerechten Erklärungen rund um das Thema Zahngesundheit. Eine großzügige Terminplanung, die mehr Zeit für jeden kleinen Patienten lässt, und eine garantiert schmerzfreie Behandlung sind bei Kinderzahnärzten heutzutage eine Selbstverständlichkeit!

Eine Zahngesundheits-Strategie für Kinder ist besonders wichtig, wenn die Eltern Angst vorm Zahnarzt haben. Diese wird oft ungewollt, über beiläufige Kommentare oder direkte Aussagen, an die Kleinen weitergegeben. Hier helfen folgende Strategien:

  • die eigene Zahnarztangst reflektieren und nach Möglichkeit therapieren
  • möglichst wenig über den Zahnarzt sprechen, wenn keine ehrlichen positiven Aussagen möglich sind
  • Zahnarzttermine des Kindes von Angehörigen oder Freunden ohne Zahnarztangst begleiten lassen und mit einer schönen Zusatz-Aktivität aufwerten (“dann geht ihr zuerst zum Zahnarzt und dann zusammen auf den Spielplatz”)

Bewährte Beruhigungsmittel bei Zahnarztangst

Grundsätzlich ist bei sehr starker Zahnarztangst eine fachärztliche Diagnose und therapeutische Behandlung zu empfehlen, um mittel- und langfristig eine effektive Linderung der Angstgefühle zu erreichen.

Gerade Zahnprobleme können jedoch schnell zum Notfall werden, der eine zeitnahe Behandlung erfordert. Hier ist es gut zu wissen, dass die moderne Zahnmedizin gleich mehrere Optionen für Angstpatienten bietet, um eine schmerz- und angstfreie Behandlung zu ermöglichen:

Wenn Sie den Weg in die Praxis geschafft haben, kann der Zahnarzt bzw. der Anästhesist Ihnen wirksame Medikamente verabreichen, die Angstgefühle und körperliche Angstsymptome wie Zittern und Herzrasen effektiv ausschalten.

  • Lachgas-Sedierung: Die Sedierung mit Lachgas ist eine sehr einfache und sichere Methode mit hervorragender Eignung für Angstpatienten. Die Patienten erhalten eine Nasenmaske aus weichem Silikon. Zunächst wird nur Sauerstoff zugeführt – sobald sie sich daran gewöhnt haben und ganz entspannt atmen, wird zunehmend Lachgas beigemischt, bis die optimale Konzentration erreicht ist. Die Patienten bleiben voll ansprechbar, fühlen sich aber ungewohnt leicht und entspannt – Angstgefühle und Schmerzen werden wirksam unterdrückt, noch bevor sie aufkommen. Ein Pulsoximeter überwacht Sauerstoffsättigung und Herzschlag. Nach Abschluss der Behandlung wird die Lachgas-Zufuhr schrittweise reduziert, die Wirkung klingt nach 5-10 Minuten ab und die Patienten können die Praxis selbstständig, ohne zusätzliche Warte- oder Ruhezeiten verlassen. Allergien gegen Lachgas sind nicht bekannt, unerwünschte Nebenwirkungen wie leichter Schwindel treten nur äußerst selten auf. Daher ist die Lachgas-Sedierung beim Zahnarzt in vielen anderen Ländern bereits weit verbreitet und findet auch in Deutschland zunehmend Anklang.
  • Analgosedierung: Die kombinierte Gabe eines Schmerzmittels (Analgetikum) und Schlafmittels (Sedativum) wird als Analgosedierung bezeichnet. Ein Anästhesist verabreicht das Medikament intravenös über eine Kanüle im Arm und überwacht die Patienten während der gesamten Behandlung. Die Analgosedierung versetzt die Patienten in einen tief entspannten, völlig angstfreien Dämmerschlaf, der das Zeitgefühl ausschaltet – die Behandlung vergeht also wie im Fluge. Sie atmen selbstständig, nehmen die Außenwelt sehr gedämpft wahr und können auf Anweisungen des Arztes reagieren. Nach der Behandlung ist keine Ruhezeit erforderlich, beim Verlassen der Praxis sollte jedoch eine Begleitperson dabei sein. Aufgrund der etwas stärkeren Belastung für das Herz-Kreislauf-System ist hier stets im Einzelfall abzuprüfen, ob eine Analgosedierung möglich ist oder gesundheitliche Faktoren dagegen sprechen.
  • Vollnarkose: Bei der Allgemeinanästhesie erhalten die Patienten ebenfalls Schmerzmittel, dazu stärkere Schlafmittel und ein zusätzliches Muskelrelaxant, das die Atemmuskulatur entspannt, so dass eine künstliche Beatmung über eine Nasenmaske erforderlich ist. Das Narkosemittel wird von einem Anästhesisten verabreicht, der Atmung und Puls während der gesamten Behandlung sorgfältig überwacht. Die Patienten werden in einen tiefen, traumlosen Schlaf versetzt und sind nicht ansprechbar, nach Abschluss der Behandlung ist eine betreute Aufwach- und Ruhephase von ca. zwei Stunden erforderlich, bevor die Praxis mit einer Begleitperson verlassen werden darf. Auch hier ist stets im Einzelfall abzuprüfen, ob der persönliche Gesundheitszustand eine Vollnarkose ermöglicht.
Lachgas Sedierung

(Analgosedierung)

Vollnarkose

(Allgemeinanästhesie)

Wie stark ist die Betäubung? Sie sind wach und voll ansprechbar, fühlen sich aber leicht und entspannt; Angstgefühle und Schmerzen werden wirksam unterdrückt, noch bevor sie aufkommen. Sie gleiten in einen tief entspannten, völlig angstfreien Dämmerschlaf, der das Zeitgefühl ausschaltet – die Behandlung vergeht also wie im Fluge. Sie nehmen die Außenwelt sehr gedämpft wahr und können auf Anweisungen des Arztes reagieren. Sie gleiten in einen tiefen, traumlosen Schlaf. Alle Umweltreize sind ausgeschaltet, Sie sind während der Behandlung nicht ansprechbar
Ist die Behandlung für jeden geeignet? Ja. Allergien gegen Lachgas sind nicht bekannt, unerwünschte Nebenwirkungen (leichter Schwindel) treten nur äußerst selten auf. Hier muss individuell geprüft werden, ob Ihr Gesundheitszustand die Analgosedierung zulässt (geringe Herz-Kreislauf-Belastung).

 

Hier muss individuell geprüft werden, ob Ihr Gesundheitszustand die Vollnarkose zulässt (etwas stärkere Herz-Kreislauf-Belastung).

 

Welches Medikament erhalten Sie? Lachgas kombinierte Gabe eines Schmerzmittels (Analgetikum) und Schlafmittels (Sedativum) kombinierte Gabe eines Schmerzmittel und eines starken Schlafmittels plus Muskelrelaxant, das die Atemmuskulatur entspannt
Wie bekommen Sie das Medikament? weiche Nasenmaske aus Silikon intravenös über eine Kanüle im Arm intravenös über eine Kanüle im Arm
Wer verabreicht das Medikament? der behandelnde Zahnarzt ein Anästhesist, der Sie während der gesamten Behandlung betreut ein Anästhesist, der Sie während der gesamten Behandlung betreut
Ist eine künstliche Beatmung erforderlich? nein, Sie tragen zwar eine Nasenmaske, atmen aber selbst nein, Sie atmen selbst ja, über eine Nasenmaske
Ist eine anschließende Ruhezeit erforderlich? Nein, die Wirkung klingt nach 5-10 min ab, Sie können die Praxis sofort verlassen. Nein, beim Verlassen der Praxis sollte jedoch eine Begleitperson dabei sein. Ja, hier gibt es eine ca. zweistündige betreute Aufwachphase; zudem sollte beim Verlassen der Praxis eine Begleitperson dabei sein.

Sedierung & Narkose: Kostenübernahme durch die Krankenkasse?

Bei einer regulären Zahnbehandlung übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen stets die Kosten für eine Lokalanästhesie, so dass ein schmerzfreier Eingriff ohne Zusatzkosten für den Patienten gewährleistet ist.

Die Kostenübernahme für eine zusätzliche Sedierung oder Vollnarkose (“Wunschnarkose”) wird grundsätzlich abgelehnt, da diese bei einer regulären Zahnbehandlung als nicht medizinisch indiziert gilt.

Ausnahmen gibt es nur in solchen Fällen, wenn die reguläre Behandlung nicht ohne die zusätzliche Sedierung oder Vollnarkose möglich ist. Dies gilt unter anderem für Menschen mit einer ärztlich diagnostizierten Zahnarztphobie, die sich seit mindestens 6 Monaten in therapeutischer Behandlung befinden. Wenn der erreichte Behandlungsfortschritt noch nicht ausreicht, um eine reguläre Zahnbehandlung ohne körperliche Angstsymptome wie Herzrasen und Zittern durchzustehen, kann eine zusätzliche Sedierung medizinisch indiziert sein.

Die Zahnarzt- bzw. Zahnbehandlungsphobie ist eine medizinisch anerkannte Angststörung, die von einem Facharzt für Psychiatrie diagnostiziert werden kann. Das von der Weltgesundheitsorganisation entwickelte und weltweit anerkannte Klassifikationssystem für medizinische Diagnosen, der ICD 10-Katalog, klassifiziert die Dentalphobie als spezifische, isolierte Phobie (F40.2).

Der Gang zum Therapeuten lohnt also in jedem Fall: Angststörungen wie die Zahnarztangst lassen sich in der Regel gut innerhalb weniger Monate behandeln – und wenn die erzielten Fortschritte noch nicht ausreichen, kann der psychiatrische Nachweis zumindest die Kostenübernahme für eine zusätzliche Sedierung oder Vollnarkose erwirken.

Ist eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse nicht möglich, müssen Angstpatienten die Kosten für eine zusätzliche Sedierung selbst tragen. In diesem Fall lohnt der Preisvergleich, sowohl in der Region wie auch im EU-Ausland. Aufgrund des hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnisses ist vor allem Ungarn ein Hotspot des Zahntourismus in Europa.

“Wenn sich ein Patient eine zusätzliche Sedierung wünscht, um angst- und stressfrei in die Behandlung zu gehen, ist es für mich als Zahnärztin selbstverständlich, diese anzubieten. Daher umfasst das CompletDent-Praxisteam einen erfahrenen Anästhesisten und wir kalkulieren hier sehr knapp, so dass die Sedierung auch bei Selbstzahler nicht an den Kosten scheitert.” sagt Zsófia Vigváry von der Completdent Zahnklinik in Budapest

Besondere Ideen für die angstfreie Behandlung

Einige Zahnärzte suchen auch nach ganz neuen Wegen, um ihren Patienten die Angst vor der Zahnbehandlung zu nehmen. Dabei werden oft auch erfolgreiche Konzepte aus anderen Bereichen der Medizin übertragen.

  • Virtual Reality: Viele Praxen bieten ihren Patienten zur Ablenkung einen Bildschirm über dem Behandlungsstuhl, auf dem Videos gezeigt werden. Eine konsequente Fortführung dieser Idee ist die Virtual-Reality-Brille, die der Patient aufsetzt. Das Zusammenspiel von Ton und Bild und die nahezu perfekte Abschottung von äußeren Reizen lässt ihn vollständig in eine andere Realität abtauchen. Besonders entspannend wirken Naturszenen – so kann der Patient bspw. durch einen Wald spazieren und an einem Korallenriff tauchen, während die Behandlung fast unbemerkt abläuft.
  • Therapiehunde: Eine ganz andere Art der Ablenkung und Beruhigung bieten speziell trainierte Hunde, die von Angstpatienten gestreichelt werden können und einfach durch ihre Anwesenheit beruhigend wirken. Um die Hygiene in der Praxis zu gewährleisten, werden sog. hypoallergene Hunderassen bzw. Allergiker-Hunde bevorzugt, beste Pflege und regelmäßige Tierarzt-Checks sind für Therapiehunde ohnehin selbstverständlich. Gerade bei Kindern oder auch Patienten mit Autismus haben sich die vierbeinigen Begleiter gut bewährt, um Zahnarztangst zu lindern.

Quellen:

Promis mit Zahnarzt-Angst

In den letzten Jahren hat die öffentliche Wahrnehmung von Angststörungen einen deutlichen Wandel erfahren – das gilt auch für die Zahnarztphobie. Immer mehr Menschen, auch Stars und Sternchen, sprechen in den Medien ganz offen über ihre Ängste. Dabei geht es nicht nur um PR, viele Promis nutzen ihre Reichweite ganz bewusst, weil sie wissen, dass ihr Vorbild es anderen Menschen leichter macht zu sagen: “Hey, ich hab das auch, diese Zahnarztphobie, und ich würde die gern überwinden!”.

  • Unter den US-Schauspielgrößen sind Jennifer Aniston und Robert de Niro sicherlich die bekanntesten Angstpatienten; de Niro führt diese auf zwei besonders aufwändige Behandlungen zurück, denen er sich für seine Rolle als Max Cady in dem Film “Kap der Angst” (1991) unterzogen hatte.
  • Unter den jüngeren Stars gibt es gleich mehrere, die sich in den sozialen Medien zu zu ihrer Zahnarztphobie bekennen. So beispielsweise die britische Musikerin & Moderatorin Kelly Osbourne, die anlässlich einer anstehenden Vorsorgeuntersuchung auf Twitter bekannte, dass es sie vor dem Zahnarzt regelrecht grause.

    Kelly Osbourne auf Twitter zu Zahnarztangst / Zahnarztphobie / Angst vor Zahnarzt
    Kelly Osbourne auf Twitter zu Zahnarztangst / Zahnarztphobie / Angst vor Zahnarzt
  • Mit einem Zitat aus dem Song “Secrets” der amerikanischen Songwriterin Mary Lambert bekannte auch Harry Styles von One Direction, nicht nur Angst vor der Dunkelheit, sondern eben auch Angst vorm Zahnarzt zu haben.
  • Das Thema Zahnarztangst wurde auch in einem Interview mit GZSZ-Stars thematisiert, bei dem der Tuner-Darsteller Thomas Drechsel zugab, sich vor dem Zahnarzt zu gruseln. Seine Schauspieler-Kollegin Janina Uhse erklärte solidarisch, sie könne Leute total verstehen, die Angst vor dem Zahnarzt haben!
  • Auch die Reichen und Schönen sind vor Zahnarztphobie nicht gefeit: Das zeigte ein Facebook-Video von Carmen Geiss, bekannt aus der Reality-Show “Die Geissens”, das sie direkt in der Praxis aufnahm. Während ihr Mann, der im Video ebenfalls kurz gezeigt wird, wenig empathisch reagiert, reagierten ihre Fans verständnisvoll und sprachen ihr Mut zu.

Quellen:

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