Introversion / Introvertiertheit: Introvertiert sein heißt nicht, etwas gegen andere Menschen zu haben... (© maxmitzu / Fotolia)

Introvertiert / Introversion / Introvertiertheit

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Wenn jemand introvertiert ist, ist er das Gegenteil von extrovertiert. Zurückhaltende Personen behalten ihre Gefühle für sich. Sie wirken in sich zurückgezogen und beziehen sich meistens auf sich selbst. Ein extrovertierter Mensch agiert nach außen. Er strahlt Selbstsicherheit aus. Extrovertierte Personen lieben es, sich in Gesellschaft zu produzieren.

Eine Definition von Introversion / Introvertiertheit beschreibt eine nach innen gerichtete Persönlichkeit. Der Definition nach ist ein Mensch, der extravertiert ist, ein nach außen agierender Mensch. Als Synonym für solche Menschen wird fälschlicherweise auch der Begriff „extrovertiert“ benutzt.

Extrovertiertheit wird per Definition mit Eigenschaften wie Kontaktfreude, Abenteuerlust oder Offenheit in Verbindung gebracht C. G. Jung hat diese beiden Begriffe erstmals in dieser Bedeutung benutzt. Er wollte damit verschiedene Persönlichkeitstypen unterscheiden. In einem Test würden aber viele Menschen als Mischtypen dieser beiden Typen gelten.

Introvertiert Definition: Ist Introvertiertheit dasselbe wie Schüchternheit?

Menschen, die introvertiert sind, müssen nicht notwendigerweise schüchtern sein. Sie beziehen sich vielmehr nicht vorrangig auf die Außenwelt. Sie orientieren sich seltener an anderen Menschen. Meistens beziehen sie sich auf sich selbst. Jeder erkennt, dass solche Menschen lieber beobachten, als agitatorisch tätig zu werden. Es liegt ihnen nicht, sich ständig in den Mittelpunkt zu spielen. Introvertierte klopfen keine lockeren Sprüche, um bei anderen anzukommen. Vielmehr trifft der Spruch „Stille Wasser sind tief“ auf die Eigenschaft solcher Personen zu.

Manche der introvertierten Personen sind hochsensibel. Eine Doku zeigt, wie solche Menschen leben. Wie die Doku belegt, ist das Leben als Introvertierter nicht immer leicht. Manche Introvertierten sind hochintelligent. Schüchternheit ist ebenfalls möglich. Wer stark nach innen lebt, kann sogar ein Autist sein. Auch Ängste können solche Menschen dominieren. Ob jemand ein introvertierter Mensch ist oder schlichtweg panische Angst vor anderen hat, ist schwer auszumachen. Siehe auch: Gynophobie, Phobophobie.

Die Neigung zur Introversion ermöglicht es vielen Betroffenen, auf eigene Wahrnehmungen und die eigene Intuition zu hören, statt auf die Meinungen anderer. Wer verschlossen ist und in sich gekehrt wirkt, ist meist kein Party-Typ. Er sucht die Stille, geht gerne in der Natur spazieren oder liest Bücher. Ob Introvertiertheit Angstsymptome überdeckt, ist unterschiedlich. Auffällig wäre, wenn jemand als extravertiert bekannt war, und plötzlich auffallend nach innen gerichtet ist. In diesem Fall ist vermutlich etwas nicht in Ordnung. Dumme Sprüche sind in diesem Fall fehl am Platze. Mit Sicherheit findet jemand durch eine mitfühlende Frage eine plausible Erklärung für diese Persönlichkeits-Veränderung.

Oftmals sind extravertierte Menschen in Wahrheit gar nicht so vorlaut und selbstbewusst, wie sie sich geben. Es kann sich um eine aufgesetzte Extravertiertheit handeln. Introversion ist hingegen meistens echt. Introvertiertheit kann ein Hinweis auf einen schüchternen Menschen sein. Doch das muss nicht sein. Sowohl extravertierte wie introvertierte Menschen können unter Schüchternheit leiden. Beide können gleichermaßen Probleme haben, eine Freundin zu finden oder im Job zu überzeugen. Die Bedeutung dieser beiden Typen sollte daher nicht übertrieben werden.

Quellen:

Introversion im Job – immer ein Problem?

Introvertierte Personen werden im Job oft unterschätzt. Eine Führungskraft, die zu introvertiert ist, gilt als schwach. Sie wirkt auf andere zu wenig durchsetzungsfähig. Mitarbeiter, die sich ins rechte Licht stellen und markante Sprüche auf Lager haben, wirken dynamischer. Introvertiertheit verhält sich zurückhaltend. Ein stiller Mitarbeiter arbeitet konzentriert und gewissenhaft. Die durchsetzungsstarken Macho-Kollegen stellen solche Typen gerne in den Schatten. Ob extravertierte Personen tatsächlich die besseren Führungskräfte sind, sei jedoch dahingestellt. Gleiches gilt in Liebesbeziehungen. Zu ängstlich und schüchtern zu sein, ist beim Dating hinderlich. Schüchternheit kann aber auch ein Vorteil sein.

Fakt ist: Die Eigenschaften und Begabungen eines Menschen spielen im Beruf eine wichtige Rolle. Das Berufsleben verlangt von Mitarbeitern soziale Kompetenz. Teamgeist und Teamwork spielen heute eine große Rolle im Beruf. In gewissem Umfang müssen sich extravertierte Typen zurücknehmen. Introvertiertheit muss sich darin üben, deutlicher nach außen zu agieren. Verbiegen lassen sollte sich aber niemand. Im Berufsleben kommt es nicht gut an, wenn jemand den coolen Kasper spielt, obwohl er zur Introversion neigt.

Wer sich im Beruf der Definition von Introvertiertheit gemäß verhält, schadet womöglich seinen Karriere-Chancen. Gleiches gilt aber, wenn sich jemand auffallend selbstbewusst in Szene setzt. Auch das kann als Synonym für mangelnde Eignung angesehen werden. Jeder kann in einem Test im Internet feststellen, ob er intro – oder extrovertiert ist. Vorgesetzte sollten jedoch auch Mitarbeiter als wertvoll erachten, die sich nicht ständig ins Licht stellen. Introversion bedeutet nämlich auch, dass solche Mitarbeiter

  • länger nachdenken, bevor sie etwas sagen
  • einen hohen Grad an Reflektiertheit aufweisen
  • eher analytisch denken, als Meinungen anderer zum Besten zu geben
  • Gehaltvolles sagen, statt sich mit Smalltalk über Wissenslücken hinweg zu helfen
  • in Krisen Ruhe und Besonnenheit ausstrahlen
  • selbstmotivierende Menschen sind
  • gut zuhören können, statt sich selbst reden zu hören
  • und Tiefgang haben, statt Oberflächlichkeit zu bieten.

Introvertiertheit kann also in manchen Business-Kontexten ein Vorteil sein. Die Definition eines guten Managers und Vorgesetzten ist schließlich nicht, dass es ein nassforscher Menschentyp sein muss. Auch eine stille und verschlossen wirkende Frau kann erfolgreich einen Managerposten ausfüllen.


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Emotionale Intelligenz ist im Beruf genauso wichtig wie Verhandlungsgeschick, Sprachkenntnisse, Kompetenz und Sachkenntnis. Manchmal sind leise Töne die bessere Wahl. „Soft Skills“ sind im Job zukünftig ebenso gefragt, wie Durchsetzungsvermögen, Flexibilität und ähnliche Eigenschaften. Wer einen neuen Job annimmt, hat zuvor einen Test auf Eignung bestanden. Um nicht als Fehlbesetzung zu enden, sollte jeder im Test wahrheitsgetreu antworten.

Introversion kann durchaus die Folge eines genialen Geistes sein. Männer wie Abraham Lincoln, Warren Buffet, Bill Gates, Mahatma Gandhi oder Helmuth Schmidt beweisen, dass Introversion und Führerschaft sich nicht diametral entgegenstehen. Trotzdem können introvertierte Mitarbeiter im Job Probleme bekommen. Sie können Angstträume haben oder an Versagensangst leiden. In manchen Berufsfeldern fühlen sich schüchterne oder nach innen gekehrte Menschen stärker überfordert als in anderen.

Quellen:

  • karrierebibel.de/introvertiert/#Introvertiert-Definition-Was-Introvertierte-auszeichnet
  • zeit.de/arbeit/2019-01/introvertierte-job-smalltalk-telefonate-arbeitsleben-tipps
  • karriere-einsichten.de/2019/02/berufe-fuer-introvertierte-die-10-besten-berufe-fuer-leise-zeitgenossen/
  • jobanzeigen.de/karriere/berufsleben/das-potenzial-liegt-in-der-stille-introvertierte-am-arbeitsplatz
  • welt.de/icon/partnerschaft/article163739157/Die-Lauten-koennen-von-den-Stillen-so-viel-lernen.html
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Die Bedeutung der Persönlichkeit in Beziehungen

Bei den meisten Menschen ist nicht erkennbar, ob sie zur Introversion neigen. Vielfach sind Mischtypen zu finden, die beides beherrschen. Im Berufsleben lassen manche Männer und Frauen ihre Neigung zur Introversion fallen. In Beziehungen hingegen nicht. In Liebesbeziehungen haben Eigenschaften wie Wahrhaftigkeit, Echtheit und Authentizität eine hohe Bedeutung. Frauen sind hochsensibel, wenn hier falsche Töne dominieren. Sie hören oft sehr genau hin.

Andererseits können Männer und Frauen auch Probleme in Liebesbeziehungen bekommen, wenn sie zu selbstbezogen sind. Diese Probleme sind jedoch lösbar. In Beziehungen ist es wichtig, dass man miteinander spricht. Außerdem sollte eine vertrauensvolle Basis für Kommunikation geschaffen werden. Die Bedeutung der Kommunikation in Beziehungen kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Eine introvertierte Frau wird dabei genauso gefordert, wie ein Mann mit diesen Eigenschaften. Ein besonderes Problem ist es, wenn einer der beiden hochsensibel ist und zur Introversion neigt. Wer eine Freundin finden möchte, muss sozialverträglich und kommunikativ sein. Vermutlich findet jeder seine ökologische Beziehungs-Nische, wenn er nur lange genug sucht.

Heutzutage kann sich jeder in spezialisierten Foren Rat von ähnlich Betroffenen holen. In einem Forum ist jedoch alles Gesagte öffentlich – Shitstorms und Hasskommentare eingeschlossen. Moderne Liebesverbindungen stellen nicht immer einen sicheren Raum dar. Oftmals wird nach Beziehungsende in Foren über den anderen gelästert. Intime Fotos werden vom Mann gepostet. Beziehungsprobleme werden öffentlich besprochen. Für introvertierte Menschen ist das unerträglich. Sie suchen oft vergeblich nach einer Erklärung für solche Verhaltensweisen. Möglicherweise werden hochsensible oder schüchterne Personen durch solche Erfahrungen noch stärker in die Introversion gedrängt. Manche begehen sogar Selbstmord.

Quellen:

  • open-mind-akademie.de/introvertierte-in-liebe-partnerschaft-beziehung-familie/
  • gedankenwelt.de/wie-introvertierte-menschen-lieben/
  • beziehungsweise-magazin.de/ratgeber/kommunikation-konflikte/beziehung-mit-einem-introvertierten-was-sie-wissen-muessen/
  • woman.at/a/partner-introvertiert-was-tun
  • gofeminin.de/mein-leben/introvertierte-menschen-daten-s2332487.html

Introvertierte Kinder

Für ein Kind ist es besonders schwer, in der Schule als stilles Kind Beachtung zu finden. Die Beziehungen zu anderen werden durch überdominante Kinder erschwert. Doch auch ein introvertiertes Kind kann eine Freundin finden. Zu Freunden werden oft Kinder, die eine ähnliche Persönlichkeitsstruktur haben. Auch das Gegenteil ist möglich. Ein extrovertiertes Kind kann zum Leitwolf eines zurückhaltenden und introvertierten Kindes werden. Beide können ausgleichend aufeinander wirken. Gegensätze ziehen sich bekanntlich an.

Die Schule sollte allen Kindern ein Forum bieten, sich kennenzulernen und angemessen miteinander umzugehen. Das kann jeder lernen, unabhängig von seiner Persönlichkeitsstruktur. Auch Kinder sollten sich nicht verbiegen müssen, um angenommen zu werden. Die Stärkeren sollten die Schwächeren nicht mobben, sondern zu ihren Beschützern werden.

Quellen:

  • elternkompass.de/ stille-wasser-sind-tief-so-ticken-introvertierte-kids/
  • blog.tausendkind.de/familienleben/introversion-tipps-fuer-eltern-und-kinder/
  • ma-gazin.de/introvertiertes-kind-bitte-nicht-verbiegen/
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