Angst vor Geburt - verstehen, akzeptieren, reduzieren

Angst vor Geburt

Für manche Frauen ist die Geburt eines Kindes zwar anstrengend und schmerzhaft. Sie stellt aber dennoch den größten Moment im Leben vieler Mütter dar. Immer wieder gibt es Frauen, die ein Kind nach dem anderen bekommen, bis es schließlich elf oder zwölf sind. Hier ist nicht nur die Mutterrolle die Erfüllung, sondern anscheinend auch das Schwanger-Sein und Gebären. Bei anderen Frauen ist das anders. Manche haben große Angst, wenn die erste Geburt sehr schwer war, oder gar als Totgeburt zur Welt kam. Auch der plötzliche Kindstod, oder eine Reihe von Fehlgeburten können extreme Angst vor einem neuen Schwangerschafts-Wagnis nach sich ziehen.

Jeder fühlende Mensch kann solche Ängste verstehen. Betroffene Frauen sollten offen über ihre Befürchtungen reden. Sie sollten Atemübungen oder Entspannungstechniken einüben, die hilfreich sind. Doch viele Frauen machen ihre Angst mit sich alleine ab. Viele tun so, als sei alles in bester Ordnung. Das kann auch tatsächlich bei zwei Geburten der Fall sein. Doch beim 3. Kind kann alles ganz anders kommen. Viele Frauen erleben hier, dass ihnen neun Monate lang übel ist und die Geburt viel schwerer ist, als die vorangegangenen.

Angst vor Schmerzen, Angst vor der Geburt

Die Angst vor der Geburt betrifft vor allem Erstgebärende. Doch wer bei der ersten Geburt lange in den Wehen lag, und den Vorgang als extrem verunsichernd erlebt hat, hat auch beim 2. Kind extreme Angst. Möglicherweise ist das ein Grund, warum es so viele Einzelkinder gibt. Auch ein Kaiserschnitt, der im Nachhinein zu Entzündungen und Vernarbungen führte, kann zu einem nachgeburtlichen Trauma führen (für mehr zu diesem Thema siehe auch den Artikel Trauma behandeln). Für manche Frauen ist die Angst vor einem Dammschnitt, einer Zangengeburt oder einem Kaiserschnitt die vordringliche. Für andere Frauen ist die Angst vor Kontrollverlust prominenter.

Ängste, dass trotz moderner Medizintechnologie und erfahrenen Geburtshelfern etwas schief gehen könnte, spielen ebenfalls eine Rolle. Da Mütter von kleinen Kindern im selben Alter sich oft zusammenschließen, werden hier und da auch mal Horror-Stories erzählt, die jemand gehört zu haben behauptet. Das schafft oft zusätzliche Ängste. Diese werden noch befördert, wenn die Frauen sich vor der Geburt im Internet informieren. Dort sind so viele Falschinformationen, unsachliche Texte und Geschichten zu finden, dass die Ängste der Frauen genügend Nahrung finden können.


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Die selbstbestimmte Geburt: Handbuch für werdende Eltern. Mit Erfahrungsberichten. (Amazon) | Beschreibung: Mit Selbstbewusstsein natürlich gebären Das umfassende Handbuch zur Vorbereitung auf die selbstbestimmte Geburt, mit dem kompakten Wissen und der Erfahrung einer Pionierin: Ina May Gaskin bestärkt Frauen darin, der faszinierenden Kraft ihres Körpers zu vertrauen, mit der sie ihr Kind (möglichst ohne technische Eingriffe) auf die Welt bringen können. Aus dem Inhalt: • Die mächtige Verbindung von Körper und Psyche • Was bei der Wehentätigkeit passiert • Der Zusammenhang von Schmerz und Lust • Das Schließmuskelgesetz • Gebärhaltungen • Geburtsrisiken • u.v.a.m. Das Buch enthält außerdem sehr berührende Erzählungen von Frauen, die eine selbstbestimmte Geburt erlebten und damit andere ermutigen, auf sich selbst zu vertrauen und ihren eigenen Weg zu gehen.

Es ist weder angemessen, zu viele Ängste zu haben, noch gar keine. Ein bisschen Unwohlsein ist normal, sagen erfahrene Hebammen. Manche von ihnen betreiben einen Hebammenblog, damit schwangere Frauen die Möglichkeit haben, positive Erlebnisse rund um die Geburt zu teilen oder zu lesen. Der Austausch mit Frauen, die ebenfalls ein Kind erwarten, ist oft sinnvoller, als das Lesen irgendwelcher Horrorgeschichten im Internet. Die Leser können heutzutage noch nicht einmal wissen, ob die Geschichten wahr sind oder nicht. Sie dienen oft anderen Zwecken als der sachlichen Information.

Dank engmaschiger Überwachung und medizinischer Vorsorge wissen die meisten Frauen, was auf sie zukommt. Viele Gefahren, die früher zum Tod von Mutter oder Kind führten, kann man heute rechtzeitig erkennen. Dennoch bleiben gewisse Erwartungsängste und Befürchtungen, die niemand der werdenden Mutter nehmen kann. Panische Angst muss aber niemand haben. Ihre Ängste kann jede Frau überwinden. Manche davon sind berechtigt, andere aber nicht. Je besser sich schwangere Frauen bei fachkundigen Informantinnen schlau machen, desto mehr können sie ihren Ängsten etwas entgegensetzen. Schließlich sollte die Vorfreude auf das Kind größer sein als die Angst.

Quellen:

Eine Geburt ist ein großes Ereignis

Natürlich ist eine Frau auf den Weg dorthin auf Helfershelfer angewiesen. Doch deswegen einen Kontrollverlust zu fürchten, ist übertrieben. Vielmehr sollte die Frau es so betrachten, als sei sie in ein Team eingebunden, das die Sache zum Erfolg bringen möchte. Die schwangere Frau ist also gleichberechtigtes Team-Mitglied. Durch die Geburt selbst muss sie alleine gehen, jedenfalls was die Schmerzen, das Pressen und die Wehen angeht. Tatsächlich ist sie aber nicht alleine, denn neben der erfahrenen Hebamme und dem Geburtshelfer sind auch gut ausgebildete Schwestern anwesend – und heute immer öfter auch der Ehemann bzw. Partner.

Schmerzen sind normal. Leichte Geburten oder Sturzgeburten sind eher selten. Ebenso werden aber 48 Stunden lange Wehen heute nicht mehr als zumutbar angesehen. Die Geburt wird daher nach einer gewissen Zeit eingeleitet und geht voran. Die Frau kann viel tun, um ihre Angst zu kontrollieren, statt in panische Angst zu verfallen. Selbst wenn eine Peridural-Anästhesie, ein Dammschnitt oder ein Bauchschnitt erfolgen müssen, sind das ganz normale Vorgänge. Sie sollen es der Gebärenden leichter machen. Manche Frauen betrachten das allerdings anders. Doch Traumbilder und Idealvorstellungen hemmen das, was die Natur uns vorgibt.


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Leistungsdruck und große Angst gehören nicht in den Kreißsaal. Hier geht es um Vertrauen und Mitarbeit. Egal, ob es das 1. Kind, das 2. Kind oder das 3. Kind ist: Jede Geburt ist ein individuelles und einzigartiges Ereignis. Und selbst, wenn es eine Totgeburt ist, wird heute anders damit umgegangen, als früher. Mediziner sprechen von einer „stillen Geburt“, weil das Kind keinen ersten Schrei tun wird. Dennoch wird dem Kind jede Ehre erweisen. Die Mutter darf ihr tot geborenes Kind sehen, im Arm halten und Abschied nehmen. Sie muss keine Angst haben, dass man ihr ihr Kind vorenthält.

Aktuelle Studien belegen, dass eine seitliche Einschlafposition der Mutter im letzten Schwangerschaftsdrittel das Risiko für eine Totgeburt um 50 Prozent senken kann. Auch ein operativer Eingriff zur rechten Zeit hat schon manches Risiko minimiert. Das Wissen um die heutigen medizinischen Möglichkeiten kann große Angst in Schach halten.

Quellen:

Angst als Schutzmechanismus

Ängste entstehen aus guten Gründen. Die Angst bei der Geburt ist eine archaische Angst vor dem Ungewissen. Vermutlich war keine Frau im Laufe der Menschheitsgeschichte frei davon. Die Risiken waren früher jedoch weitaus größer, wie die britische TV-Serie „Call the Midwife“ zeigt. Auch früher hatten manche Frauen Angst durchzudrehen. Einige erlitten nächtliche Panikattacken, wenn der Geburtstermin nahte. Angst ist ein natürlicher Schutzmechanismus – aber sie sollte nicht größer werden als wir selbst.

Jeder kann seine Ängste überwinden, wenn er sich ihnen stellt und sich öffnet, um darüber zu reden. Mit Atemtechniken, autogenem Training oder Vorbereitungskursen kann jede Frau lernen, wie sie die Angst überwinden kann. Dabei geht es nicht nur darum, dem Ärzteteam und der Hebamme die Arbeit zu erleichtern. Die Gebärende sollte auch bedenken, das jeglicher Stress auf das Kind übertragen wird. Für das Ungeborene ist die Geburt eben so anstrengend, wie für seine Mutter. Interessant ist auch, dass viele Frauen, die starke Ängste vor der Geburt hatten, nachgeburtlich eher eine Depression entwickeln als solche, die kaum Ängste hatten.


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Manchmal ist ein natürliches Beruhigungsmittel eine gute Wahl. Manche Frauen lassen sich in den Wochen vor der Geburt mit Akupunktur behandeln. Das kann Einfluss auf die Dauer der Wehen nehmen. Manchmal stärkt die Anwesenheit des Ehemannes der Gebärenden den Rücken. In anderen Fällen ist es die eigene Mutter, die eine Soforthilfe bei Panikattacken und Ängsten liefert. Warme Bäder, leichte Massagen oder gutes Zureden helfen vielen Frauen über die anstehenden Strapazen hinweg. Auch mit Selbsthypnose oder Klopfen gegen Angst haben sich schon manche Frauen selbst geholfen.

Wichtig ist nur, dass die Gebärende sich nicht komplett an ihre Schmerzempfindungen und ihre Ängste verliert, sondern auf das fokussiert, was ansteht: ein Wunder. Denn das ist jede Geburt auch heute noch. Sie ist zugleich eine Grenzerfahrung und eine Herausforderung. Doch der Lohn für alle Mühen ist unvergleichlich und einzigartig.

Quellen:

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