Krankhafte Eifersucht bekämpfen – Die Angst, betrogen zu werden (© Thomas Reimer / Fotolia)

Krankhafte Eifersucht und die Angst, betrogen zu werden

Eifersüchtig? – Was genau ist Eifersucht?

Eifersucht ist die ständige Angst, betrogen zu werden. Sie ist das größte Beziehungsgift, das wir Menschen kennen, und setzt sich aus einem schädigenden Cocktail der unterschiedlichsten Emotionen und Verhaltensweisen zusammen. Dies wusste schon der österreichische Dramatiker Franz Grillparzer zu deuten:

„Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.“

Eifersucht ist somit eine rein emotionale Projektion eigener Verlustängste – häufig ohne realen Hintergrund – die meist auf den Ehe- oder Lebenspartner übertragen wird. Der zersetzende Cocktail der Emotionsskala von „eifersüchtig“ setzt sich vorwiegend aus folgenden Mangelgefühlen zusammen:

Krankhafte Eifersucht? Eifersuchtswahn? - Der Umgang mit einem stark eifersüchtigen Partner ist regelmäßig geprägt durch Misstrauen und Streit und Beziehungskonflikte (© DDRockstar / Fotolia)
Krankhafte Eifersucht? Eifersuchtswahn? – Der Umgang mit einem stark eifersüchtigen Partner ist regelmäßig geprägt durch Misstrauen und Streit und Beziehungskonflikte (© DDRockstar / Fotolia)

Was sagen Eifersuchtsgefühle über den Eifersüchtigen selbst aus?

Eifersucht beruht grundsätzlich auf einem mehr oder weniger ausgeprägten Mangel an Selbstwert und Selbstbewusstsein. Das Problem liegt demnach im Eifersüchtigen selbst begründet, und nicht in seiner Umwelt. Ein Mensch mit gesundem Selbstwertgefühl hat meist keinerlei Probleme mit dem Eifersüchtigsein. Er sucht Liebe, Anerkennung und Wertschätzung nicht nur im Außen, sondern hat gelernt, diese Qualitäten in sich selbst zu entwickeln. Ein solcher Mensch zieht seinen Wert aus sich selbst und macht ihn nicht von anderen abhängig.

Eifersüchtig zu sein bedeutet demnach hauptsächlich Unsicherheit sowie Abhängigkeit von Bezugspersonen. Da Eifersüchtige ihren eigenen Wert über Bezugspersonen definieren, machen sie ihre Lebensqualität von deren Verhalten abhängig, und fürchten um den Verlust an Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Sie stellen sich selbst und ihren Mangel stets in den Vordergrund und projizieren die Schuld der eigenen Unsicherheit meist auf den Partner, der dann schwer darunter zu leiden hat.

Eifersüchtig zu sein impliziert auch immer ein starkes Besitzdenken. Was der Eifersüchtige in seinem Inneren nicht besitzt, sucht er im Äußeren zu ergreifen, und wacht deshalb mit Argusaugen über seinen vermeintlich erworbenen Besitz – sehr zum Leidwesen des Partners, der durchaus als persönliches Eigentum betrachtet wird, das man unter keinen Umständen mehr hergeben oder teilen möchte, da die eigene Identität davon abhängig gemacht wird.

„Eifersucht setzt voraus, dass man aus der Liebe einen Besitz machen will.“ – Robert Musil

Dieses äußere Besitzdenken kann sich bis ins schier Unermessliche und durchaus Krankhafte steigern, und führt dann zu verschiedenen Symptomen und Verhaltensweisen, wie beispielsweise:

  • Angst, betrogen zu werden
  • krankhafte Eifersucht
  • Eifersuchtswahn
  • Verlustangst
  • Stalking
  • Vorwürfen
  • Kontrollzwang
  • Unterstellungen
  • Verdächtigungen

https://www.selbstbewusstsein-staerken.net/eifersucht/

Woher stammen diese Muster und Ängste

Hier muss weit in die frühe Kindheit zurückgegangen werden. Da man als Kind sehr abhängig von den Eltern ist, quasi von deren Aufmerksamkeit und Zuwendung lebt und sich darüber zu definieren beginnt, kommt es meist hier bereits zu ersten Störungen der Selbstwahrnehmung. Mangelnde Zuwendung der Eltern erzeugt häufig ein mangelndes Selbstwertgefühl.

Ein Kind empfindet es als eines der schlimmsten Gefühle, wenn die Eltern die Aufmerksamkeit von ihm abziehen und sie auf andere Menschen oder Geschwister richten. Es fühlt sich zurückgewiesen und nicht selten abgelehnt (siehe Zurückweisung). So entstehen schon früh Muster und Ängste, die einen Menschen sein Leben lang begleiten können. Hat ein Kind eine echte Verlusterfahrung durchlebt, so hinterlässt dies meist sehr traumatische Spuren in der Psyche des jungen Menschen. Doch auch andere Faktoren in späteren Lebensabschnitten, wie etwa ein bereits erlebter Seitensprung des Partners, spielen hier eine entscheidende Rolle.

Hat man bereits Verluste erlitten, entweder in der Kindheit oder auch später, so führt dies zu Ängsten und Unsicherheit im Inneren des betroffenen Menschen. Die Betroffenen entwickeln Selbstzweifel, und beginnen zu glauben, sie seien

  • nicht gut genug
  • nicht wertvoll genug
  • nicht attraktiv genug
  • nicht intelligent genug
  • nicht liebenswert genug

Da diese Menschen sich aufgrund ihrer Glaubensmuster für nicht liebenswert halten und deshalb sehr gering von sich selbst denken, können sie sich kaum vorstellen, dass ein anderer Mensch – meist der Partner – sie wirklich liebt. Sie leben daher unter der ständigen Angst, vom Partner betrogen zu werden, und rechnen deshalb permanent mit möglichen Seitensprüngen. Bereits bei einem ganz gewöhnlichen Telefonat des Partners, mit einem Freund oder einer Freundin, geraten sie in Panik und malen sich die schlimmsten Horrorszenarien aus. Da sie kein gesundes Selbstvertrauen besitzen, können Betroffene auch kein echtes Vertrauen in andere Menschen entwickeln, und leben daher in ständigem Misstrauen gegenüber der Treue des Partners. Hier trifft zu, was Rolf Merkle in seinem „Ratgeber Eifersucht“ beschreibt (https://www.palverlag.de/Eifersucht.html):

„Wenn du an dir selbst zweifelst, dann kannst du nicht glauben, dass ein anderer dich liebt.“

Ihre gesteigerte Verlustangst verführt die Betroffenen zu ständigem

  • Hinterherspionieren
  • Verhören
  • Stalken
  • Hinterhertelefonieren
  • Kontrollieren des Handys
  • Durchsuchen der Geldbörse
  • Schnüffeln in der privaten Post des Partners

Eifersuchtswahn – Kann das „eifersüchtig sein“ zu einer echten Krankheit werden?

Es gibt tatsächlich bestimmte Ausprägungen der Eifersucht, welche aus medizinischer Sicht als pathologisch, also als krankhafte Eifersucht, gelten. Hierzu zählt der sogenannte Eifersuchtswahn, der als echte wahnhafte Störung definiert ist. Er äußert sich dahin gehend, dass der Kranke, trotz gegenteiliger Beweise, dennoch unumstößlich von der Untreue seines Partners „überzeugt“ ist.

Das wirklich Pathologische am Eifersuchtswahn ist jedoch nicht primär das „Eifersüchtig sein“ selbst, sondern die absolute Unbeeinflussbarkeit der Wahrnehmung trotz vorhandener Gegenbeweise. Diese Krankheitsform tritt aber eher selten auf, und steht meist in direktem Zusammenhang mit Schizophrenie oder Substanzabhängigkeit (vgl. Schizophrenie / Angst). Es wird allgemein zwischen drei Formen unterschieden:

  • Milde (normal ausgeprägte),
  • Mittlere (mäßig ausgeprägte),
  • Massive (stark ausgeprägte) krankhafte Eifersucht

Die milde Form ist relativ weit verbreitet, wobei es in der Eifersuchtsintensität keine geschlechtsspezifischen Unterschiede zu geben scheint. Frauen reagieren jedoch verstärkt eifersüchtig bei Anzeichen emotionaler Untreue, während Männer meist erst dann richtig eifersüchtig reagieren, wenn sie sich durch den Verdacht tatsächlicher Untreue betrogen fühlen.

Die Frage, was Wahn wirklich ist, konnte bis heute von der psychiatrischen Forschung noch nicht völlig beantwortet werden. Die Unterscheidung nichtpsychotischer, aber dennoch krankhafter Eifersucht vom eigentlichen Eifersuchtswahn, ist tatsächlich sehr komplex. Es bleibt daher bis heute schwierig, einzuschätzen, wann eifersüchtiges Verhalten als krankhaft oder gar psychotisch anzusehen ist.

https://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/67344/ab-wann-ist-eifersucht-krankhaft/

https://books.google.li/books?id=hrWc6dx5_CoC…

Was tun bei Eifersucht? - Der Ruf nach mehr Vertrauen ist leichter artikuliert als umgesetzt... (© cirquedesprit / Fotolia)
Was tun bei Eifersucht? – Der Ruf nach mehr Vertrauen ist leichter artikuliert als umgesetzt… (© cirquedesprit / Fotolia)

Man selbst oder der Partner ist krankhaft eifersüchtig? Wie damit umgehen?

Eventuelle negative Prägungen aus der Kindheit sollten unbedingt verarbeitet, ggf. durch eine Therapie (Psychotherapie) abgebaut, und nicht in den eigenen Lebenswandel übernommen werden. Selbsterkenntnis ist hier der wichtigste Schritt, um der Eifersucht Herr zu werden. Auch ein ehrliches, offenes Gespräch mit dem Partner, über die eigenen Probleme und Ängste sowie deren Ursachen (falls bekannt) schaffen neues Vertrauen in einer Beziehung. Nur wenn beide Partner offen und verständnisvoll sind, kann eine gemeinsame Lösung angegangen werden.

Das Besinnen auf die eigenen Stärken, und nicht auf Ängste und Schwächen, stärkt das Selbstwertgefühl und fördert die eigene Akzeptanz. Manchmal sind hierfür auch gravierende Veränderungen sehr hilfreich, wie beispielsweise:

  • ein Berufs- oder Ortswechsel
  • eine zusätzliche Ausbildung
  • eine neue Sportart betreiben
  • ein neues Hobby pflegen
  • den eigenen Kleidungsstil verändern

Der Partner sollte ebenfalls Verständnis für die Kindheitserlebnisse oder auch späteren Verluste des Gefährten zeigen. Er sollte ihm die nötige Zeit gewähren, um wieder Vertrauen aufbauen zu können. Streit und Vorwürfe helfen hier wenig. Als Partner kann man dem eifersüchtigen Gefährten durchaus einen Schritt entgegenkommen, indem man beispielsweise seine persönlichen Dinge, wie Handy, Post, Taschen usw. offen liegen oder stehen, und den eifersüchtigen Gefährten daran Anteil nehmen, lässt. Auf keinen Fall sollte man Geheimniskrämerei betreiben und persönliche Gegenstände übertrieben verstecken. Dies schürt nur neues Misstrauen und Angst beim eifersüchtigen Gefährten.

YOUTUBE: Eifersucht bekämpfen! Eifersucht überwinden? (youtube.com/watch?v=QrX-Aw0ia34)

Wenn man selbst nichts zu verbergen hat, so stellt es sicherlich kein großes Problem dar, wenn der Gefährte die SMS der Freundin oder des Freundes liest. Man kann dies als Partner sogar steigern, indem man „absichtlich“ hin und wieder ein paar private Dinge liegen, oder das Handy während einer Abwesenheit eingeschaltet, lässt. Hier noch ein paar Tipps zum Umgang mit Eifersucht:

  • eigenes Akzeptieren der Eifersucht und ihrer Symptome für den Augenblick
  • nach konkreten Beweisen für die Eifersucht suchen
  • Katastrophengedanken und -Fantasien unterbrechen und stoppen
  • nach Beweisen für die Liebe des Partners suchen

https://www.gesundheit-und-wohlbefinden.net/was-ist-eifersucht-und-welche-ursachen-stecken-dahinter/

https://www.psychotipps.com/selbsthilfe/eifersucht.html

Wie kann man Eifersucht bekämpfen?

Die erste und wichtigste Hilfe für Betroffene besteht darin, ihr Selbstwertgefühl aufzubauen. Das Ziel muss es ein, selbst innerlich so stark zu werden, dass ein kleiner Flirt oder Aufmerksamkeitsdefizit des Partners nichts mehr ausmacht und locker weggesteckt wird.

Eine weitere Hilfe beim Eifersucht bekämpfen liegt darin, an die Ursachen zu gehen und zu verstehen und zu lernen, auch ohne Partner oder andere Bezugspersonen, glücklich und stark zu sein. Selbstliebe und Selbstakzeptanz sind hierbei zwei ganz wichtige Schlüsselwörter. Man muss sich selbst verzeihen und annehmen lernen, bevor man es bei anderen Menschen anwenden kann. Hier noch ein paar praktische Tipps, um Eifersucht bekämpfen zu können:

  • Wenn das Eifersuchtsgefühl wieder hochkommt, sollte man versuchen den Zustand unverzüglich zu erkennen, und die Eifersucht zu bekämpfen, indem man sich sofort ablenkt. Ein gewisses Achtsamkeitstraining ist hier unerlässlich.
  • Ebenfalls sollte man gleich, wenn sich das Eifersuchtsgefühl wieder bemerkbar macht, tief in den Bauch einatmen und gedanklich zurücktreten. Man sollte sich unbedingt gleich bewusst machen, woher dieses Gefühl stammt (aus der Kindheit oder von früheren Verletzungen, die mit dem jetzigen Partner nichts zu tun haben), und sich sofort ins Gedächtnis rufen, wer wirklich für dieses Gefühl verantwortlich ist – einzig und alleine man selbst!
  • Körperliche Entspannung, indem man die Augen schließt, tief durchatmet, Nacken, Schultern und die Gesichtsmuskeln bewusst entspannt, ist ebenfalls sehr wichtig, wenn man Gefühle der Eifersucht bekämpfen möchte.
  • Ist dieser Punkt erreicht, so folgt eine Autosuggestion, die man auswendig beherrschen sollte: „Ich weiß, wer ich bin. Ich kenne und akzeptiere mich. Ich weiß, dass ich Stärken und gute Seiten besitze, die mein Partner an mir schätzt. Es gibt jetzt keinerlei Grund, eifersüchtig zu sein.“ Wenn nötig, sollte diese Autosuggestion so lange wiederholt werden, bis man völlig entspannt und frei von den quälenden Gefühlen ist.

Wenn all dies  die Eifersucht bekämpfen nicht hilft, und die Angst betrogen zu werden hinter sich zu lassen, dann bleibt noch der Weg einer Therapie, die man auch mit dem Partner gemeinsam machen kann.

Scharf auf einen Seitensprung?! - Die Deutschen zeigen eine erstaunlich hohe Bereitschaft fremdzugehen, um z.B. 'ihren Marktwert abzuchecken' - zumindest wenn man manch Statistik und Umfrage glauben kann... (© Franz Pfluegl / Fotolia)
Scharf auf einen Seitensprung?! – Die Deutschen zeigen eine erstaunlich hohe Bereitschaft fremdzugehen, um z.B. ‚ihren Marktwert abzuchecken‘ – zumindest wenn man manch Statistik und Umfrage glauben kann… (© Franz Pfluegl / Fotolia)

Gibt es konkrete Daten und Fakten zur Häufigkeit von Seitensprüngen?

Es gibt tatsächlich statistische Erhebungen über Häufigkeit und geografisches Auftreten von Seitensprüngen und Fremdgehen in Deutschland. Der Fremdgeh-Atlas von Seitensprung-Fibel.de veröffentlichte eine aktuelle Studie, bei der 269.861 Profile verheirateter oder vergebener Mitglieder von Seitensprungportalen analysiert wurden. In folgenden Landeshauptstädten ist laut Fremdgeh-Atlas das Interesse daran fremd zu gehen (im Vergleich zu Gesamtdeutschland) besonders hoch:

  1. Stadtgebiet Hamburg
  2. Düsseldorf
  3. München
  4. Potsdam
  5. Stadtgebiet Berlin
  6. Stuttgart
  7. Mainz
  8. Wiesbaden
  9. Hannover

Im Vergleich zu Gesamtdeutschland eher niedrig, fällt das Interesse am Fremdgehen in folgenden Landeshauptstädten aus:

  1. Schwerin
  2. Magdeburg
  3. Saarbrücken
  4. Erfurt
  5. Dresden
  6. Kiel
  7. Bremen

Abgesehen von den Landeshauptstädten rangieren folgende Städte Deutschlands in puncto Untreue und Fremdgehen ganz oben:

  1. Frankfurt am Main
  2. Neuss
  3. Wuppertal
  4. Bad Homburg
  5. Köln
  6. Duisburg
  7. Leverkusen
  8. Oberhausen
  9. Itzehoe
  10. Dortmund

Am treuesten, abseits der Landeshauptstädte, sind die Deutschen in diesen Städten:

  1. Neubrandenburg
  2. Straubing
  3. Amberg
  4. Schweinfurt
  5. Biberach an der Riß
  6. Güstrow
  7. Suhl
  8. Ludwigslust
  9. Bayreuth
  10. Dingolfing
Der Fremdgeh-Atlas: Wo wird am meisten fremdgegangen? - In Hamburg und in NRW (Quelle: seitensprung-fibel.de)
Der Fremdgeh-Atlas: Wo wird am meisten fremdgegangen? – In Hamburg und in NRW (Quelle: seitensprung-fibel.de)

Das Interesse am fremd gehen, wurde auch nach Bundesländern ermittelt. Besonders hoch ist, im Vergleich zu Gesamtdeutschland, das Interesse in diesen Ländern:

  1. Hamburg
  2. Nordrhein-Westfalen
  3. Brandenburg
  4. Hessen
  5. Berlin

Besonders niedrig, im Vergleich zu Gesamtdeutschland, fällt das Interesse am Seitensprung in diesen Bundesländern aus:

  1. Mecklenburg-Vorpommern
  2. Thüringen
  3. Sachsen-Anhalt
  4. Rheinland-Pfalz
  5. Saarland
  6. Bayern
  7. Niedersachsen
  8. Sachsen

Quelle: https://www.seitensprung-fibel.de/fremdgeh-atlas/

Flirten und mehr?! – Das Abchecken des eigenen Marktwertes

Das aktuelle Flirtverhalten der Deutschen gewährt ebenfalls einen erschreckenden Einblick in die Psyche des heutigen Menschen. Eine Onlineumfrage von Seitensprung-Fibel.de unter 1.014 Deutschen ergab, dass durchschnittlich sieben von zehn Deutschen flirten, um den „eigenen Marktwert zu checken“. Bei dieser Umfrage kam es zu erschreckenden Ergebnissen. Jeder dritte Mann und jede vierte Frau gab an, dass sie – obwohl sie sich in Langzeitbeziehungen befinden – den Partner jederzeit verlassen würden, sollten sie beim Flirten auf ihren Traumpartner stoßen. Und dies sogar dann, wenn es in ihrer Beziehung keinerlei Krisen gibt.

Ebenfalls erschreckend: Ein platonischer Flirt zur „Bestätigung des eigenen Marktwertes“ reicht einem Fünftel der Befragten nicht aus. Sie fühlen sich erst nach echtem Körperkontakt in ihrem Wert bestätigt. Hier die konkreten Ergebnisse der Onlineumfrage im Überblick:

  • 76 % der gebundenen Deutschen flirten regelmäßig, um den „eigenen Marktwert“ zu checken
  • 20 % reicht ein Flirt nicht mehr aus. Erst bei Körperkontakt fühlen sie sich begehrt
  • 64 % der Deutschen fühlen sich bestätigt, wenn sie angesehen oder angesprochen werden
  • 26 % der Befragten in Langzeitbeziehungen, würden ihren Partner verlassen, wenn ein echter Traumpartner um sie werben würde
Wie weit gehen wir, um unseren "Marktwert" für und in Beziehungen zu testen (Quelle: Seitensprung-Fibel.de)
Wie weit gehen wir, um unseren „Marktwert“ für und in Beziehungen zu testen (Quelle: Seitensprung-Fibel.de)

https://www.seitensprung-fibel.de/presse/martkwert-testen.php

Die Unverzeihlichkeits-Skala – Welche Fehltritte verzeihen die Deutschen nicht?

Eine weitere aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts Toluna, die im Auftrag von Seitensprung-fibel.de getätigt wurde, ergab, dass ein harmloser Flirt, das Denken an Fremdgehen oder ein Küsschen in Ehren noch verzeihbar ist. Spätestens beim Seitensprung jedoch ist Schluss mit Toleranz. Fremdsex ist für die Mehrheit der Deutschen unverzeihlich. Bei nachfolgenden Fehltritten drücken viele Deutsche die Augen mehr oder weniger eifersüchtig noch mal zu:

  • Kopfkino – fremd gehen in Gedanken
  • Fremdflirten
  • erotische Bespaßung
  • Fremdküssen
  • garantiert einmaliger One-Night-Stand
  • Sexting

Hier sind die Top 3 der nicht verzeihbaren Fehltritte:

  1. Sexrückfall mit dem Ex-Partner
  2. Fremdsex mit gleichgeschlechtlichem Partner
  3. gekaufter Sex

https://www.seitensprung-fibel.de/betrogene/seitensprung-verzeihbar.php

Spielt Bindungsangst eine Rolle beim Fremdgehen?

Bindungsangst ist ein häufig vorkommendes Problem in Beziehungen (siehe Bindungsängste). Die meist unbewusste Angst sich zu binden geht einher mit Verlustangst und Angst vor emotionaler Vereinnahmung. Die Angst sich zu binden resultiert meist aus Erfahrungen und Prägungen aus der frühen Kindheit und führt nicht selten dazu, dass der Betroffene später beziehungsunfähig wird (vgl. Angst vor Nähe).

Vielfach äußert sich die Bindungsangst in Rückzug und Verstecken. Zu viel Nähe wird gemieden, und der Betroffene gibt sich desinteressiert gegenüber dem Partner oder blockt ab, wenn es um Emotionen, gefühlvollen Austausch oder Intimität geht.

Eifersucht ist ebenfalls ein Weg, um durch Streit, Misstrauen und Unterstellungen dem Partner gegenüber die nötige Distanz zu schaffen. Die einerseits tief gehende Angst vor zu viel Nähe geht oft Hand in Hand mit der Angst, vom Partner verlassen oder betrogen zu werden. Häufig wird jedoch – meist unbewusst – durch fremd gehen ein „Delikt“ geschaffen, durch das sich der Betroffene den Partner auf Abstand hält. Zusätzlich wird durch Fremdgehen nach Bestätigung gesucht, die der eigene Partner oft nicht mehr ausreichend vermittelt.

Fremdgehen kann somit oft als ein Ausbrechen aus einem zu eng gewordenen Käfig verstanden werden. Ein Schnappen nach Freiheit, die man in der Gebundenheit nicht mehr besitzt. Ein durch Bindungsangst motivierter Fremdgänger katapultiert sich dabei unbewusst in die Rolle des Opfers, indem er dem Partner einen Grund gibt, ihn zu verlassen, um so aus seinem vermeintlichen Gefängnis zu entfliehen.

Nach der Trennung weichen die ursprünglichen Ängste vor Einengung jedoch nicht selten einer starken Sehnsucht nach dem verlorenen Partner. Häufig trennen sich solch verbundene Partner öfter und versöhnen sich danach wieder. Es entsteht ein Teufelskreislauf, der oft dazu führt, dass der Betroffene gänzlich beziehungsunfähig wird.

https://www.erlebte-paarberatung.de/paarberatung/fremdgehen-und-bindungsangst-erscheinungsbilder.html

YOUTUBE: Beziehungskrisen erfolgreich überwinden: Eifersucht in der Partnerschaft (youtube.com/watch?v=DGs5sxdhp30)

Krankhafte Eifersucht bekämpfen; Weiterführende Links und Empfehlungen

Zum Weiterlesen auf dieser Website:

Verlustangst / Verlustängste

Dr. Jan Martin - Virtueller Chefredakteur - Digitale Redaktionsleitung Dr. Jan Martin ist virtueller Chefredakteuer von www.angst-verstehen.de. Er ist das Außengesicht der digitalen Redaktionsleitung, verantwortlich für Qualitätssicherung und Publikation der Texte der Redaktion.