Kinderpsychotherapie und Jugendlichenpsychotherapie - besondere Herausforderungen (© altanaka / Fotolia)

Besondere Herausforderungen in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

Das Idealbild einer glücklichen Kindheit besteht zwar in den meisten Köpfen weiterhin. Doch in der hierarchischen Beziehungen zwischen Eltern und Kindern kommt es nun einmal zu notwendigen Grenzsetzungen, Konflikten und belasteten Beziehungen. Auch die Hierarchie zwischen den Geschwistern bleibt davon nicht verschont. Eifersüchteleien, gefühlte Benachteiligung oder tatsächliche Bevorzugung sind alltägliche Probleme. All das sollte jedoch aber keinen Krankheitswert erhalten, wenn Eltern und Kinder oder Jugendliche diese Probleme besprechen und Lösungen entwickeln.

Ein dramatisches Ereignis wie eine Scheidung oder der Tod eines Elternteils kann die Lage jedoch ändern. Es bringt das Selbstbild oder das Weltbild der Kinder ins Wanken. Auch die Alkohol- und Drogensucht eines Familienangehörigen, Gewalt in der Familie oder Mobbing in der Schule setzen Kinderseelen unter Druck. Auffälligkeiten im Verhalten – beispielsweise

  • Aggressionen und Zerstörungssucht
  • neurotische Reaktionen
  • Komatrinken
  • Magersucht oder
  • Selbstverletzungen

können dazu führen, dass ein Kinder- und Jugendpsychiater hinzugezogen werden muss. In einem geschützten Raum außerhalb der Familie findet das Kind in der Kinderpsychotherapie nach und nach Zugang zu seinen eigenen Gefühlen, zu inneren Konflikten, zu Ambivalenz, Wut und Angst.

Worte und Bilder für diese Gefühle zu finden, ist er erste Schritt zu einem therapeutischen Dialog. Diese will dem Kind oder Jugendlichen Hilfestellungen bieten. Das Kind findet zurück zur seelischen Stabilität. Es lernt, dass Krisen sich bedrohlich anfühlen können, aber meistens nur einen neuen Zustand einleiten.


Buch "Therapie-Tools Angststörungen im Kindes- und Jugendalter: Mit E-Book inside und Arbeitsmaterial" - Beschreibung: "Angststörungen im Kindes- und Jugendalter gehören zu den »stillen« Störungen, sie fallen erst einmal nicht auf. Und doch leiden bis zu 10 % der Kinder und Jugendlichen unter Sozialer Angst, Spezifischer und auch Generalisierter Angst." (Amazon)
Buch „Therapie-Tools Angststörungen im Kindes- und Jugendalter: Mit E-Book inside und Arbeitsmaterial“ – Beschreibung: „Angststörungen im Kindes- und Jugendalter gehören zu den »stillen« Störungen, sie fallen erst einmal nicht auf. Und doch leiden bis zu 10 % der Kinder und Jugendlichen unter Sozialer Angst, Spezifischer und auch Generalisierter Angst.“ (Amazon)

Häufige Anlässe für eine Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen

Heranwachsende können aufgrund ihrer mangelnden Verarbeitungsfähigkeit in Konfliktsituationen psychisch so belastet sein, dass sie krankhafte Züge entwickeln. Die Trennung der Eltern wird als traumatisches Erlebnis erlebt. Der Tod der krebskranken Mutter, unverarbeitete Traumata durch einen alkoholkranken Vater, sexueller Missbrauch oder ein drogensüchtiger Bruder sind augenfällige Gegebenheiten, die Kinder seelisch aus dem Gleis heben. Weniger auffällige Gründe genügen aber oft auch. Es kann in der Folge unverarbeiteter Erlebnisse zu einer Reihe psychischer Störungen kommen. Dazu gehören

  • Angststörungen und emotionale Störungen
  • Aggressionen und selbstzerstörerisches Verhalten
  • nächtliches Einnässen oder Einkoten
  • Aufmerksamkeitsstörungen
  • Störungen aus dem Bereich des Autismus
  • Bindungsstörungen
  • Lern- und Leistungsprobleme
  • Depressionen
  • Essstörungen
  • Kommunikationsstörungen
  • verschiedene Verhaltensstörungen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Störungen des Sozialverhaltens
  • nervöse Tics
  • Trennungsängste
  • oder Zwangsstörungen.

Es ist keine Frage der Intelligenz, ob solche Störungen entstehen oder nicht. Hochbegabte können unter Stress ähnliche Symptome entwickeln wie intelligenzgeminderte Kinder und Jugendliche.


Buch: "Psychodynamische Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen: Das tiefenpsychologisch fundierte Verfahren: Basiswissen und Praxis" - Beschreibung: "Die "Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie" ist eine auf der Psychoanalyse basierende Behandlungsform und ein Behandlungsverfahren, das bei Kindern und Jugendlichen häufig angewandt wird. Das Buch schließt als systematisches Lehrbuch zu dieser Therapieform der Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie eine Lücke auf dem Buchmarkt. Es präsentiert sich dabei sowohl als systematische Handreichung für die Ausbildung an den psychoanalytischen und tiefenpsychologischen Lehrinstituten als auch für die alltägliche klinische Praxis. Neben den wissenschaftlichen Grundlagen wird vor allem Wert gelegt auf den praktischen Nutzen für die Behandlungsrealität sowohl in einer Versorgungspraxis als auch in institutionellen Zusammenhängen (z. B. Beratungsstellen). Die Darstellung orientiert sich deshalb in ihrem Aufbau am Therapieverlauf. Dieser wird mit zahlreichen Praxisbeispielen anschaulich gemacht." (Amazon)
Buch: „Psychodynamische Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen: Das tiefenpsychologisch fundierte Verfahren: Basiswissen und Praxis“ – Beschreibung: „Die „Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie“ ist eine auf der Psychoanalyse basierende Behandlungsform und ein Behandlungsverfahren, das bei Kindern und Jugendlichen häufig angewandt wird. Das Buch schließt als systematisches Lehrbuch zu dieser Therapieform der Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie eine Lücke auf dem Buchmarkt. Es präsentiert sich dabei sowohl als systematische Handreichung für die Ausbildung an den psychoanalytischen und tiefenpsychologischen Lehrinstituten als auch für die alltägliche klinische Praxis. Neben den wissenschaftlichen Grundlagen wird vor allem Wert gelegt auf den praktischen Nutzen für die Behandlungsrealität sowohl in einer Versorgungspraxis als auch in institutionellen Zusammenhängen (z. B. Beratungsstellen). Die Darstellung orientiert sich deshalb in ihrem Aufbau am Therapieverlauf. Dieser wird mit zahlreichen Praxisbeispielen anschaulich gemacht.“ (Amazon)

Verhaltensstörungen können sich durch – zumindest gefühlt – traumatische Erlebnisse oder dauerhafte Konflikte einstellen. Die Störungen sind Hilferufe der Heranwachsenden. Eine Scheidung kann Kinder aus sicher geglaubten Verhältnissen ins seelische Chaos stürzen. Sie entwickeln Trennungsängste (siehe auch Verlustangst), oft auch Schuldgefühle. Viele Heranwachsende meinen, die Eltern würden sich ihretwegen trennen. Selbst die Rivalität unter Geschwistern kann Züge annehmen, die als behandlungsbedürftig gelten (vgl. psychotherapie-reinert.de/angststoerungen/).

Wenn ein Kind oder Jugendlicher an Phobien leidet (vgl. Phobien bei Kindern), Panikattacken bekommt, sich wegen schwerer Prüfungsangst einnässt und handlungsunfähig wird, ist der Gang zum Jugend-Psychotherapeuten sinnvoll. Vermehrt führen Mobbing und Gewalt im schulischen Umfeld zu Schulangst und Schwänzerei. Die Kinder fühlen sich gegenüber stärkeren Gegnern macht- und hilflos. Sie entwickeln soziale Ängste. Mädchen wie Jungen, die sich ritzen, heimlich Alkohol trinken oder Deo oder Klebstoff inhalieren, brauchen Hilfe. Auch Magersucht und Bulimie sind Auffälligkeiten, denen Eltern oder Erzieher früh entgegentreten sollten.

Neben den genannten Störungen kann es auch zu psychosomatischen Erkrankungen kommen. Außerdem kann es sinnvoll sein, die Hilfe geschulter Kinderpsychotherapeuten in Anspruch zu nehmen, um Kinder und Jugendliche mit belastenden chronischen Erkrankungen zu begleiten. Kinder und Jugendliche mit Asthma, Zöliakie, Mukoviszidose, Diabetes Typ 1 oder schwerer Neurodermitis fühlen sich ihrer Krankheit gegenüber oft hilflos. Sie müssen lernen, die Erkrankung anzunehmen und ihr gemäß zu leben. Innere Abwehr und mangelnde Krankheitseinsicht können mit therapeutischer Hilfe überwunden werden.

Ähnliches gilt auch für Somatisierungsstörungen – also Symptome, für die es keine medizinische, wohl aber eine seelische Erklärung gibt (siehe Somatisierungsstörung). Solche Kinder entwickeln Symptome wie Bauchschmerzen, Schwindel, Kopfschmerzen oder Übelkeit als Strategie, um sich unangenehmen Situationen zu entziehen oder die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Quellen:
• http://arends-psychotherapie.de/behandlungsangebote.html
• https://kinderpsychotherapie-duesseldorf.de/analytische-kinder-und-jugendlichenpsychotherapie/


Buch zum Thema Psychotherapie für Jugendliche mit Traumata: "ResonaT - Ressourcenorientierte narrative Traumatherapie: Kindern und Jugendlichen mit komplexen Traumafolgestörungen helfen" - Beschreibung: "Die Ressourcenorientierte narrative Traumatherapie mit Kindern und Jugendlichen mit komplexen Traumafolgestörungen (ResonaT) ist eine schonende Form der Traumaverarbeitung durch Tiergeschichten. Sie bezieht sich in ihrem Therapieverständnis auf das Wirkfaktorenmodell von Klaus Grawe und den neurobiologischen Selbstheilungsprozess der Gedächtnisrekonsolidierung. Regina Hiller und Thomas Hensel verbinden eine kompakte Darstellung existierender narrativer Ansätze sowie einer theoretischen Fundierung der ResonaT-Methode mit einer Sammlung von insgesamt 90 Beispielnarrativen für unterschiedliche Themen und Situationen. Diese Auswahl an vorformulierten Tiergeschichten ermöglicht es dem Therapeuten, ohne großen zusätzlichen Schreibaufwand, mit dem Ansatz in der täglichen Praxis zu arbeiten." (Amazon)
Buch zum Thema Psychotherapie für Jugendliche mit Traumata: „ResonaT – Ressourcenorientierte narrative Traumatherapie: Kindern und Jugendlichen mit komplexen Traumafolgestörungen helfen“ – Beschreibung: „Die Ressourcenorientierte narrative Traumatherapie mit Kindern und Jugendlichen mit komplexen Traumafolgestörungen (ResonaT) ist eine schonende Form der Traumaverarbeitung durch Tiergeschichten. Sie bezieht sich in ihrem Therapieverständnis auf das Wirkfaktorenmodell von Klaus Grawe und den neurobiologischen Selbstheilungsprozess der Gedächtnisrekonsolidierung. Regina Hiller und Thomas Hensel verbinden eine kompakte Darstellung existierender narrativer Ansätze sowie einer theoretischen Fundierung der ResonaT-Methode mit einer Sammlung von insgesamt 90 Beispielnarrativen für unterschiedliche Themen und Situationen. Diese Auswahl an vorformulierten Tiergeschichten ermöglicht es dem Therapeuten, ohne großen zusätzlichen Schreibaufwand, mit dem Ansatz in der täglichen Praxis zu arbeiten.“ (Amazon)

Gibt es besondere Ansätze und Methoden in der Psychotherapie Heranwachsender?

Wenn junge Menschen mit Psychotherapeuten konfrontiert werden, kommen sie mit verschiedenen Ansätzen und Verfahren in Berührung (siehe auch Arten von Psychotherapeuten). Die Kostenübernahme erfolgt nur bei der analytischen Psychotherapie, der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie und der Verhaltenstherapie. Bei der systemischen Therapie und der Gesprächspsychotherapie finanzieren die Krankenkassen die Behandlung oft nicht, obwohl diese Verfahren wissenschaftlich unumstritten sind.

Wichtig ist, dass die Erziehungsberechtigten in die Behandlung des Kindes eingebunden werden. Auch das soziale Umfeld kann gegebenenfalls eingebunden werden.

Analytische Psychotherapie vs. tiefenpsychologische Psychotherapie für Jugendliche

Bei der analytischen und tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie wird den frühkindlichen Beziehungserfahrungen wegen des damit verbundenen Konfliktpotenzials die meiste Aufmerksamkeit geschenkt. Das Menschenbild, wie auch das Selbstbild von Kindern und Jugendlichen, hängen oft in großen Teilen von den Beziehungsgeflechten ab, die in den ersten Lebensjahren erlebt werden. Diese Beziehungen sind prägend. Verlaufen diese Beziehungen konfliktreich, lösen sie unbewusste innere Konflikte und ein gestörtes Selbstbild beim Kind aus. Dadurch können Kinder mit Belastungen späterer Tage oft schlechter umgehen. Den Ausdruck finden solche Konflikte in seelischen oder körperlichen Störungen. Durch die Aufarbeitung der frühkindlichen Wahrnehmungen und Interpretationen sehen die psychoanalytisch begründeten Psychotherapieverfahren einen Weg, um die krankmachenden Erfahrungen bewusst zu machen und zu verarbeiten.

Das Kind darf frei erzählen, der Psychotherapeut hört zunächst nur zu. Er analysiert sowohl das kindliche Erleben und Bewerten, als auch sein eigenes. Wesentlich ist, dass die Behandlung altersgerecht unterschiedlich ausfällt. Bei Kindern wird die Therapie spielerischer angelegt. Das kreative Potenzial der Kinder soll angesprochen und genutzt werden. Kinder ab 12 Jahren können auch mit Gesprächen an innere Konflikte und ihre Lebens- und Selbstsicht herangeführt werden. Bei der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie stehen die aktuellen Konflikte deutlich mehr im Mittelpunkt als bei der analytischen Psychotherapie. Um eine Lösung zu erzielen, werden psychodynamische Methoden und Ansätze eingesetzt. Es geht jedoch nicht vorrangig darum, dem Kind seine unbewussten Konflikte aus frühkindlichen Erlebnissen bewusst zu machen. Vielmehr stehen die Problemdeutung, die Interpretation von kindlichen Abwehrmechanismen oder die Analyse der Therapeut-Patient-Beziehung im Vordergrund.


Hilfsmittel der Psychotherapie für Kinder: "Wenn du ein Bonbon wärst ...: 120 verrückte Fragekarten für den Einstieg in die Kinderpsychotherapie. Kartenset mit Anleitung. Mit Online-Materialien" - Beschreibung: "Wenn du ein Bonbon wärst, wie würdest du schmecken? Wie erklärst du einem Außerirdischen, wie man sich perfekt entschuldigt? Wessen Gedanken möchtest du gern lesen können und warum? – Lauter Fragen für den Einstieg in das Gespräch mit Kindern " (Amazon)
Hilfsmittel der Psychotherapie für Kinder: „Wenn du ein Bonbon wärst …: 120 verrückte Fragekarten für den Einstieg in die Kinderpsychotherapie. Kartenset mit Anleitung. Mit Online-Materialien“ – Beschreibung: „Wenn du ein Bonbon wärst, wie würdest du schmecken? Wie erklärst du einem Außerirdischen, wie man sich perfekt entschuldigt? Wessen Gedanken möchtest du gern lesen können und warum? – Lauter Fragen für den Einstieg in das Gespräch mit Kindern “ (Amazon)
Arbeitskarten für die Jugendpsychotherapie: "Gefühle benennen mit Kindern und Jugendlichen: Kartenset mit 120 Bildkarten. Mit 12-seitigem Booklet" - Beschreibung: "Nicht immer ist es leicht, über seine Gefühle zu sprechen oder diese auch zu benennen, gerade für Kinder und Jugendliche." (Amazon)
Arbeitskarten für die Jugendpsychotherapie: „Gefühle benennen mit Kindern und Jugendlichen: Kartenset mit 120 Bildkarten. Mit 12-seitigem Booklet“ – Beschreibung: „Nicht immer ist es leicht, über seine Gefühle zu sprechen oder diese auch zu benennen, gerade für Kinder und Jugendliche.“ (Amazon)

… versus Verhaltenstherapie

Häufig wird eine Verhaltenstherapie mit Kindern und Jugendlichen durchgeführt. Hier geht es darum, erlernte Verhaltensweisen, Gedanken- und Gefühlsmuster, körperliche Reaktionen auf Konflikte oder motorisches Verhalten, die lebensgeschichtlich entstanden sind, als veränderbar zu erkennen. Die Verhaltensmuster, die das Kind ausgebildet hat, können hilfreich oder weniger hilfreich sein.

Basierend auf der Erkenntnis, dass Kinderseelen auf unterschiedliche Weise mit Konflikten umgehen können, und nicht gleichermaßen anfällig für die Ausbildung psychischer Störungen sind, will die Verhaltenstherapie vor allem die schützenden Faktoren stärken. Dazu gehören beispielsweise kognitive Stärke, individuelle Leistungsbereitschaft, bestehende Ansätze für Problemlösungsstrategien oder ein unterstützendes soziales Umfeld. Die Resilienz gegenüber psychischen Stressoren soll in der Verhaltenstherapie gestärkt werden. Um das zu erreichen, wird zunächst eine stimmige Erklärung für das Aufrechterhalten der psychischen Störungen erarbeitet. Es gehört zur Psychoedukation, dass das Kind seine Störung als psychische Störung erkennt.

Die Behandlungsziele werden abgesteckt. Das soziale Umfeld der Kinder und Jugendlichen wird dabei eingebunden. Auch hier wird den Kindern altersgerecht vermittelt, um was es geht. Im Fokus steht, den Kindern ihr dysfunktionales Verhalten bewusst zu machen, ihnen dessen Funktion zu verdeutlichen und ihnen anschließend funktionalere Verhaltensoptionen aufzuzeigen. Die Patienten üben im Alltag, solche Verhaltensweisen an den Tag zu legen. Dem Therapeuten stehen bei der Verhaltenstherapie mit Jugendlichen oder Kindern evaluierte Behandlungsmanuale zur Verfügung. Diese sind entweder an Störungen oder Fertigkeiten orientiert. Rollenspiele, Arbeitsbögen oder Verhaltensexperimente werden in die Verhaltenstherapie eingebaut.

… Gesprächspsychotherapie als Form der Psychotherapie für Kinder bzw. Jugendpsychotherapie

In der Gesprächspsychotherapie, die ein personenorientierter Ansatz der Psychotherapie ist, wird das Vertrauen als grundlegender Motor aller Veränderungen angesehen. Der Therapeut übernimmt die Aufgabe, das Vertrauen der jungen Patienten zu gewinnen, um konstruktive Veränderungen möglich zu machen.

Hier steht der Mensch im Fokus, nicht sein Problem. Die Sichtweise ist, dass die Lösung des Problems im Patienten selbst angelegt ist und dort entwickelt wird. Die Therapeut-Klient-Beziehung ist durch Wertschätzung, Empathie und Authentizität geprägt. Der Psychotherapeut versteht sich als Unterstützer eines Selbstheilungsprozesses, der durch Einfühlung und Rückmeldung unterstützt wird. Aufgrund dieser positiven Gesprächserfahrung können Jugendliche selbst mögliche Wege zur Problemlösung erkennen. Für Kinder, die unter 12 Jahren sind, wurde die spielorientierte Kindertherapie als klientenzentrierter Therapieansatz entwickelt. Das Kind wird im selbst gewählten Spiel beobachtet. Der mitspielende Therapeut ist lediglich ein einfühlsamer Begleiter. Die Kinder drücken sich spielerisch aus und können dabei ihre Probleme verarbeiten.


Noch mehr Karten für die Kinderpsychotherapie: "Ressourcenübungen für Kinder und Jugendliche: Kartenset mit 60 Bildkarten. Mit 12-seitigem Booklet" - Beschreibung "Viele Kinder und Jugendliche erleben während ihres Erwachsenwerdens kleine und größere Krisen, in der Familie, Schule oder auch im Kindergarten. Um diese zu meistern ist es wichtig, eigene Ressourcen zu aktivieren oder zu entwickeln." (Amazon)
Noch mehr Karten für die Kinderpsychotherapie: „Ressourcenübungen für Kinder und Jugendliche: Kartenset mit 60 Bildkarten. Mit 12-seitigem Booklet“ – Beschreibung „Viele Kinder und Jugendliche erleben während ihres Erwachsenwerdens kleine und größere Krisen, in der Familie, Schule oder auch im Kindergarten. Um diese zu meistern ist es wichtig, eigene Ressourcen zu aktivieren oder zu entwickeln.“ (Amazon)

… systemische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, systemische Familientherapie

Die systemische Kinder- und Jugendpsychotherapie oder die systemische Familientherapie gehen von dem Ansatz aus, dass das komplexe System der Familie und des sozialen Umfelds betrachtungswürdig ist. Die wechselseitigen Einflüsse der Peergroup sind prägend im Beziehungsgefüge. Es gibt in diesem Beziehungsgefüge gewisse Spielregeln. Diese werden oft nicht ausgesprochen. Andere sind bekannt oder können erkannt werden.

Bei funktionierenden Systemen sind die Grenzen klar, aber durchlässig. Bei dysfunktionalen Beziehungssystemen sind starre oder nicht erkennbare, weil diffuse Grenzen zu finden. In diesem Umfeld kommt es eher zu psychischen Problemen. Diese treten beim schwächsten Glied des dysfunktionalen Systems, also beim Kind auf. Somit wird das Kind zum Symptomträger. Wenn der Therapeut verstehen will, wie die Rollenverteilung die Symptomatik im komplexen Beziehungsgeflecht beeinflusst, muss er entsprechend vorgehen.

Nach der Festlegung der Therapieziele kann er einzelne oder gemeinsame Sitzungen mit unterschiedlichen Konstellationen anberaumen. Er arbeitet mit paradoxen Interventionen, Familienaufstellungen oder Fragen heraus, worum es in dem Beziehungsgeflecht geht. Im Fokus einer solchen Jugendlichenpsychotherapie steht die Annahme, dass relevante Veränderungen in den Mustern nur außerhalb der Therapiesitzung entstehen, aber durch diese angeregt werden können. Daher werden die Sitzungen hier in größeren Zeitabständen vorgenommen.

Quellen:

• https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/kinder-jugend-psychiatrie/therapie/psychotherapie/psychotherapeutische-verfahren/
• http://www.vakjp.de/dateien/analyse.html
• https://psychoanalyse-muenchen.de/analytische-kinder-und-jugendpsychotherapie

Welche besonderen Herausforderungen gibt es bei der Kinderpsychotherapie?

  1. Zunächst ist es wichtig, dass sich die Heranwachenden überhaupt bereit zeigen, eine Therapie zu absolvieren. Es bedarf eines gewissen Leidensdrucks, um Widerstände zu überwinden. Mit strikter Verweigerungshaltung kann ein Therapeut nicht erfolgreich arbeiten. Er sollte als Helfer des Kindes, und nicht als Feind angesehen werden, der im Sinne der Eltern agieren wird.
  2. Zweitens ist wichtig, dass ein Vertrauensverhältnis entstehen kann, bevor es an den Kern der Probleme geht. Zudem erfordert eine Psychotherapie die Bereitschaft, sich über längere Zeit regelmäßig zu verabreden und sich den bestehenden Störungen zu stellen. Ohne eine gehörige Portion Geduld, Verständnis und Empathie geht nicht viel voran.
  3. Auch Eltern können eine Herausforderung darstellen. Sie verweigern die Mitarbeit, sehen ihr Kind als Versager, schämen sich seiner oder sind wegen eigener Versäumnisse und Defizite nicht bereit zur Mithilfe.
  4. Unter älteren Kindern und Jugendlichen gilt es oft als Stigma, eine Psychotherapie zu benötigen. Wenn das bekannt wird, werden die Kids als „Emo“ bzw. „Weichei“ bezeichnet. Sie werden als emotional gestört angesehen und gemobbt. Eine so empathielose Reaktion vergiftet die Atmosphäre. Sie trägt zu inneren Blockaden, Abwehrhaltungen und einem falschen Selbstbild bei.

Fachbuch zur Psychotherapie für Kinder: "Psychische Störungen in Kindheit und Jugend: Symptome - Psychodynamik - Fallbeispiele - psychoanalytische Therapie" - Beschreibung: "Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter sind weit verbreitet; doch nur wenige der Betroffenen erhalten die notwendige pädagogische und therapeutische Unterstützung. Das Buch gibt einen Überblick über die Symptome und die zugrundeliegende Psychodynamik der verschiedenen Störungen. Es führt in die psychoanalytische Theorie und Behandlung von Kindern und Jugendlichen ein, ergänzt durch Bindungstheorie und Extremtraumatisierung sowie einem eigenen Kapitel zu Sexualität, Sexualisierung (Perversion) und sexuellem Missbrauch, speziell auch bei Menschen mit geistigen Behinderungen, behandelt Störungsbilder der Neurosen, narzisstische Störungen, psychosomatische Störungen, Borderline-Störungen und Psychosen sowie Sprachstörungen. Jede psychische Störung wird mit einem ausführlichen Fallbeispiel dargestellt. In der Diskussion um das Fallbeispiel werden sowohl die Psychodynamik als auch die pädagogischen und therapeutischen Implikationen diskutiert." (Amazon)
Fachbuch zur Psychotherapie für Kinder: „Psychische Störungen in Kindheit und Jugend: Symptome – Psychodynamik – Fallbeispiele – psychoanalytische Therapie“ – Beschreibung: „Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter sind weit verbreitet; doch nur wenige der Betroffenen erhalten die notwendige pädagogische und therapeutische Unterstützung. Das Buch gibt einen Überblick über die Symptome und die zugrundeliegende Psychodynamik der verschiedenen Störungen. Es führt in die psychoanalytische Theorie und Behandlung von Kindern und Jugendlichen ein, ergänzt durch Bindungstheorie und Extremtraumatisierung sowie einem eigenen Kapitel zu Sexualität, Sexualisierung (Perversion) und sexuellem Missbrauch, speziell auch bei Menschen mit geistigen Behinderungen, behandelt Störungsbilder der Neurosen, narzisstische Störungen, psychosomatische Störungen, Borderline-Störungen und Psychosen sowie Sprachstörungen. Jede psychische Störung wird mit einem ausführlichen Fallbeispiel dargestellt. In der Diskussion um das Fallbeispiel werden sowohl die Psychodynamik als auch die pädagogischen und therapeutischen Implikationen diskutiert.“ (Amazon)

Wie findet man einen guten Kinder-/Jugendlichen-Therapeuten?

Gute Kinder- und Jugendtherapeuten können im Internet oder über eine persönliche Empfehlung von Lehrern, Schulpsychologen, Kinder- oder Hausärzten gefunden werden. Das Kind sollte mit darüber entscheiden dürfen, zu wem es geht. Außerdem sollten die Eltern einen Psychotherapeuten suchen, der den gewünschten therapeutischen Ansatz verfolgt und zeitnah einen Termin frei hat. Dafür sind auch weitere Wege angemessen. Denn der Erfolg einer guten Psychotherapie für Jugendliche kann dem jungen Patienten ein glückliche(re)s Leben ermöglichen…