Angst vor Einbrechern / Einbruch nachts (© Antonioguillem / stock.adobe.com)

Wenn die Angst vor Einbrechern / Einbruch krankhaft wird

Angst vor Einbrechern ist in der Psychologie ein Randthema. Wir kennen in Deutschland keinen Fachbegriff dafür. Vielleicht gilt diese Angst als zu „normal“ oder aber zu wenig Betroffene suchen sich Hilfe. Die Angst vor Einbruch und Diebstahl wird zu oft einfach hingenommen.

Wenn aus Sorgen Angst wird

Gelegentliche Gedanken, wie das eigene Hab und Gut geschützt werden kann, sind normal. Es ist auch nichts Ungewöhnliches, wenn aktuelle Nachrichten von Einbrüchen in der Nachbarschaft oder Gemeinde solche Sorgen verstärken. Selbstverständlich möchten wir unsere eigenen Werte und Eigentümer schützen. Das ist zunächst ein ganz natürlicher Vorgang.

Wer möchte und kann, schützt sich mit zusätzlichen Vorsichtsmaßnahmen. Dazu zählen Verbesserungen der Haustechnik (Fenster, Türen und Schlösser) sowie die Einhaltung gewisser Verhaltensregeln (niemanden wissen lassen, wenn man nicht Zuhause ist, keine Schlüssel unter der Matte liegen lassen usw.).

Bleiben die Sorgen trotz dieser Maßnahmen erhalten oder verstärken sich sogar, kann sich eine Angststörung anbahnen. Typisch für krankhafte Angststörungen ist unter anderem die Irrationalität.

Obwohl Maßnahmen zur Sicherung getroffen wurden oder keine erhöhte Bedrohung vorliegt, steigert sich die Angst. Bei nüchterner Betrachtung ist das unlogisch.

Angst entsteht im Kopf. Sie basiert auf Gedankenmustern, die in schädliches Eigenleben entwickeln können. Beginnen Angst und Vermeidungsstrategien den Alltag einzunehmen und das Wohlbefinden nachhaltig zu stören, sollten sich Betroffene Hilfe suchen.

Diese Fragen müssen geklärt und genauer beleuchtet werden

  • Was war der genaue Auslöser der Angst?
  • Auf welchen Umstand bezieht sich die Angst (Diebstahl, körperliche Gewalt, Beschädigung des Hauses usw.)?
  • Ist die Angst ständig vorhanden oder wird sie von Triggern ausgelöst (z.B. fremden Personen auf dem Gehsteig und in der Nachbarschaft)?
  • Ist die Angst realistisch oder basiert sie auf übertriebenen Vorstellungen?

Ein recht häufiges Bild hinter der Angst vor Einbrechern ist die beklemmende Vorstellung, dass fremde Personen in die eigenen vier Wände (den sicheren Raum) eindringen. Diese Störung geht auf eine Urangst zurück, die besagt, dass andere Menschen böse sind und uns Schaden zufügen wollen.

Um an die Wurzeln solcher sozialen Ängste zu gelangen, ist fachmännische Hilfe notwendig.

Schaut man sich diese Welt und die Einbruchstatistiken nämlich genauer an, dann passiert gemessen an der Bevölkerungsanzahl gar nicht so viel, wie Medien und Panikmache uns weismachen möchten.

Medien können Ängste wie z.B. die Angst vor Einbrechern unnötig anheizen

Wo Ängste zunehmen (vgl. auch Angst im Dunkeln), spielen mediale Darstellungen eine große Rolle. Wer gerne Sendungen, wie „Aktenzeichen XY ungelöst“, „Tatort“ oder sonstige Krimis schaut, kann den subtilen Eindruck bekommen, die Welt sei voller Verbrechen und in der Folge diesbezüglich gar neurotisch werden.

Genauso ist es beim Lesen der morgendlichen Zeitung. Statt mitzuteilen, wie viele schöne Dinge in der Welt passiert sind, konzentrieren Medien schlechte Nachrichten. Sind sie die einzigen Informationsquellen oder werden überbewertet, kann das emotionale Weltbild aus den Fugen geraten.

Tatsächlich gibt es Einbruchserien in Gemeinden, Regionen und Stadtvierteln. Typisch für professionellen und organisierten Einbruch ist die Unauffälligkeit der Täter. Profis gehen nicht mit der Axt in ein bewohntes Haus. Sie spionieren Gegenden aus und schlagen zu, wenn niemand Zuhause ist.

Von den Medien und einschlägigen Fernsehsendungen werden natürlich besonders gerne die spektakulären Fälle mit Raubmord und Todesopfern ausgeschlachtet. Unsere Gesellschaft ist eigenartigerweise darauf programmiert, genau solche Nachrichten interessant zu finden.

Studien belegen immer wieder, dass alleine das Lesen schlechter oder gewalttätiger Nachrichten den Stresspegel im Körper ansteigen lässt. Stress führt zu Angst und beklemmenden Situationen. Der Körper möchte sich befreien, kann aber nicht, wenn wir ihn ständig aufs Neue mit furchtbaren Szenarien konfrontieren.

Gewisse Teile im Gehirn können nicht von bewegten Bildern, die künstlich im Fernsehen passieren und der Realität bei uns Zuhause unterscheiden. Für diese Areale ist der Raubmord in Aktenzeichen wenige Meter von uns entfernt tatsächlich passiert. Im Gehirn kann gleichzeitig eine prägende Verknüpfung von Einbruch = Mord stattfinden und irrationale Ängste begünstigen.

Wer ängstlich ist oder sich gerne sorgt, sollte sich von emotional übertriebenen Berichterstattungen und schlechten Nachrichten fernhalten.

Gleichzeitig dürfen natürlich die Augen nicht vor realen Bedrohungen verschließen. Einbruchraten steigen in Städten immer wieder an. Das Informationsbedürfnis sollte begründet und sachlich bleiben.

Kam es in der Nachbarschaft vermehrt zu Einbrüchen, ist Vorsicht angezeigt. Das persönliche Sicherheitsbedürfnis sollte auch nicht heruntergespielt werden. Nur muss jeder einzelne hier eine gesunde Balance zwischen Fiktion und Realität finden.

Das menschliche Bedürfnis nach Sicherheit

Sich in den eigenen vier Wänden sicher fühlen zu können, ist ein Grundbedürfnis der menschlichen Psyche. Im Großen und Ganzen erfahren wir diese Sicherheit auch tagtäglich. Immerhin leben wir immer noch in einem der sichersten Länder dieser Erde.

Ängste und Nachrichten können uns etwas anderes suggerieren. Es ist wichtig sich bewusst zu machen, dass zwar eingebrochen wird, Personenschäden dabei aber vergleichsweise selten sind. Materielle Güter können ersetzt werden. Fast nie nehmen Einbrecher persönliche Dinge wie Fotos oder andere lieb gewonnene Erinnerungsstücke mit.

Gibt es im Haushalt Wertsachen, die mit besonderen ideellen Werten verbunden sind, muss über deren Schutz nachgedacht werden. Zu einhundert Prozent ausschließen kann man einen Einbruch auch nie. Im einem Tresor oder in einem gesicherten Bank-Schließfach können seltene Wertsachen optimal geschützt sein.

Bei subtilen Empfindungen oder Gefühlen der Bedrohung helfen Fragen wie

Wie realistisch ist die Angst / die Bedrohung?

Habe wirklich ich selbst Angst oder redet etwas oder jemand mir diese Ängste ständig ein?

Manchmal reicht diese bewusste Beschäftigung mit dem eigenen Sicherheitsgefühl und Ängsten schon aus, um uns wieder auf den Boden der Tatsachen zu holen.

Für die optimale Sicherheit Zuhause sorgen

Die Sicherheit der eigenen vier Wände zu erhöhen ist gar nicht so schwer, wie man denken mag. Es muss auch nicht gleich die Anschaffung einer teuren Alarmanlage sein, wie der Pfalz Express in seinen Tipps gegen Einbrecher erläutert.

Einbruch- und Diebstahlexperten der Polizei raten zudem regelmäßig zu

  • einbruchsicheren Haustürschlössern
  • Verbesserungen der Haustüren (und Rahmen)
  • Einbau von einbruchsicheren Fenstern in Erdgeschossen oder leicht zugänglichen Obergeschossen

Über mögliche oder notwendige Maßnahmen am eigenen Haus oder in der Mietwohnung Schlüsseldienste und Fensterbauer meistens völlig kostenlos. Mieter können die Verbesserung der Einbruchssicherung mit dem Vermieter abklären. Wo eindeutig veraltete Eingangstüren oder marode Fenster eine Einladung an Einbrecher darstellen, haben Mieter das Recht auf Nachbesserung.

YOUTUBE: So schlimm ist das Trauma nach einem Einbruch (youtube.com/watch?v=NCuwh2kdF9I)

Das Trauma nach einem erlittenen Einbruch

Opfer eines tatsächlich erfolgten Einbruchs können nach dem Ereignis in eine schwere Krise stürzen. Selbst wenn Betroffene vorher gar keine Ängste kannten – oder gerade dann. Menschen, die sich für besonders „tough“ hielten, spüren auf einen Schlag niemals zuvor gekannte Ängste.

Ein Einbruch kann eine schwere Schneide in das persönliche Sicherheitsgefühl schlagen. Plötzlich ist man verwundbar. Neben den materiellen Schäden ist ein psychischer Schaden entstanden, der von keiner Versicherung dieser Welt abgegolten werden kann. Hier muss sich jeder um sich selbst und das eigene Wohl zuverlässig kümmern.

In den ersten Tagen nach dem Einbruch stehen Betroffene oft unter Schock. Beklemmungen, Wut und Angst können sich erst Wochen nach dem Ereignis bemerkbar machen. Angstattacken, Albträume und nächtliche Panikattacken folgen nicht selten.

Regional bieten spezielle Beratungsstellen für Opfer von Gewalt, Einbrüchen und Diebstählen kostenlose oder vergünstigte Gespräche und psychologische Betreuung an, um die in der Folge entstandenen Angstzustände zu lindern und zu überwinden.

In diesem Video berichten Opfer von Einbrüchen, wie es ihnen mit der psychologischen Verarbeitung ergangen ist.

https://www.youtube.com/watch?v=8vrP8hDLzmM

YOUTUBE: Traumata nach Einbruch (youtube.com/watch?v=8vrP8hDLzmM)

Wenn man sich vom Gesetz alleine gelassen fühlt

Ein weiterer Aspekt sind die „Aufräumarbeiten“ nach einem Einbruch. Listen über die entwendeten Wertsachen müssen zusammengestellt werden.

Dabei kann erneut Trauer über die Verluste aufbrechen. Die Arbeit, die Opfern von Einbrüchen entsteht, wird in der Regel nicht abgegolten. Schäden an Wohngebäuden, kaputten Fenstern oder Türen zu dokumentieren ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Kostenvoranschläge und Expertenmeinungen müssen eingeholt werden.

Kommt es dann noch zu Problemen mit Behörden oder der Versicherung kann sich das Gefühl des Alleinegelassen-Seins einstellen.

Als sei der materielle Schaden nicht schon genug, treffen Opfer auf die Kälte und Härte der Bürokratie. Erneut wird das Vertrauen in eine Sicherheit, an die man früher einmal glaubte, schwer erschüttert.

Die zusätzlichen Belastungen sollten so gering wie möglich gehalten werden. Bei komplexen Schadensfällen oder Problemen mit Versicherungen helfen spezialisierte Agenturen wie etwa die Deutsche Schadenshilfe, siehe deren Artikel zu Einbruch und Einbruch Diebstahl. – Solche Anbieter begleiten Opfer von Einbrüchen bei der Schadensregulierung gegenüber Versicherungen und auch Sanierungs-/Reparatur-Dienstleistern. Die Spezialisten von kennen sich mit dem Versicherungs- und Schadensrecht aus. Sie wissen, welche Form eingereichte Dokumente haben müssen und welche Angaben wichtig sind. Dazu kennen sie die Tricks, die Versicherungen anwenden können, um sich aus der Verantwortung zu ziehen (siehe die Artikel bei Versicherungszentrum.de und Wirtschaft.com).


Angst vor Einbrechern / Einbruch nachts (© Antonioguillem / stock.adobe.com)
Angst vor Einbrechern / Einbruch nachts (© Antonioguillem / stock.adobe.com)

Angst vor Einbruch nachts / Einbrechern — Quellen:

  • http://www.angst-auskunft.de/Angst-vor-Einbrechern.htm
  • https://www.fnp.de/frankfurt/frankfurt-angst-einbrechern-polizei-gibt-wertvolle-tipps-zr-12934271.html
  • https://choice.npr.org/index.html?origin=https://www.npr.org/blogs/health/2014/07/10/323355132/binging-on-bad-news-can-fuel-daily-stress

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