Logophobie / Sprechangst / Redeangst (© aleutie / Fotolia)

Logophobie: Wenn die Angst sprachlos macht

Ob eine Rede im Familienkreis, der Vortrag in einem Meeting oder ein Gedicht vor der Schulklasse: Öffentlich aufzutreten macht vielen Menschen ein mulmiges Gefühl – die normale Redeangst. Experten schätzen jedoch, dass 40 Prozent in solch einer Situation so übersteigert reagieren, dass sie vor lauter Panik kein einziges Wort mehr heraus bekommen. Sie leiden an Logophobie, der übersteigerten Form der Sprech- und Redeangst (https://de.wikipedia.org/wiki/Logophobie).

Logophobie als Form sozialer Ängste

Die Logophobie gehört laut wissenschaftlicher Definition zu den sozialen Ängsten und ist als Krankheit anerkannt. Wer darunter leidet, wird von Herzrasen, Schwitzen, Zittern, Atemnot und Magenkrämpfen gequält, wenn er irgendwo öffentlich auftreten muss. Also wird versucht, vor diesem als bedrohlich empfundenen Zustand zu flüchten, ihn zu vermeiden (http://www.psychic.de/redeangst.php). Das kann Auswirkungen auf das berufliche, aber auch private Leben haben. Betroffene ziehen sich zurück, trauen sich im Job nichts mehr zu, verzichten auf Begegnungen, wo sie mit anderen Menschen ins Gespräch kommen könnten, bleiben aufgrund ihrer Redeängste oft ungewollt partnerlos.

Traumatische Erlebnisse als Ursache?

Oftmals liegt die Ursache für die Logophobie und damit verbundene Sprechängste in der Vergangenheit. Bereits in der Kindheit können Betroffene traumatische Erfahrungen gemacht haben. Vielleicht sind sie von Mitschülern ausgelacht worden, als sie öffentlich vor der Klasse vorlesen mussten. Oder die Eltern haben ihr Kind nicht ernst genommen. Sie verdrehten ständig die Augen oder wurden unwirsch, wenn Sohn oder Tochter etwas erzählten. Kinder können so wenig oder kein Selbstbewusstsein aufbauen. Die Angst vor Ablehnung durch andere (siehe Angst vor Zurückweisung) ist jedoch eine der großen Urängste der menschlichen Psyche. Und diese liegt der Logophobie / Redeangst zugrunde.


Buch zum Thema Redeängste / Sprechängste / Logophobie Behandlung

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Therapie / Behandlung? – Schwierig.

Bis jetzt gibt es aus medizinisch-psychologischer Sicht noch keine ganzheitlichen Heilungs- und Therapiemöglichkeiten für an Logophobie erkrankte Menschen. Die Sprechangst-Behandlung mit Beruhigungsmitteln (vgl. Beruhigungstabletten) kann die Logophobie nicht überwinden, denn sie beseitigt die Ursache der Krankheit nicht. Es gilt, das Selbstbewusstsein der Patienten zu steigern, die Unabhängigkeit von der Meinung der anderen. Nur so kann dann auch die panische Angst vor öffentlichen Auftritten verschwinden – und vorhandene Redeängste auf ein „normales“ Niveau heruntergeführt werden.

Einen Ansatz dafür bietet die kognitive Verhaltenstherapie (siehe auch: kognitive Umstrukturierung), mit der Betroffene sehr gute Erfolge in der Behandlung von Sprechangst erzielen können (https://www.therapie.de/psyche/info/index/therapie/verhaltenstherapie/). Während der Behandlungsstunden erforscht der Patient gemeinsam mit der Verhaltenstherapeutin oder dem Therapeuten die Ursachen der Angst, hinterfragt diese und kann Schlussfolgerungen für seine mentale Entwicklung ziehen.

Eine wichtige Methode der Verhaltenstherapie ist die Konfrontationstherapie (https://de.wikipedia.org/wiki/Konfrontationstherapie). Dabei stellt sich der Betroffene seinen Ängsten, in diesem Fall vor dem Sprechen vor Publikum. Im Beisein des Therapeuten übt er öffentliche Auftritte. Er stellt fest, dass ihm dabei nichts passiert, er vielleicht auch eine dumme Bemerkung anderer Menschen ohne Probleme übersteht. Nach und nach werden die Übungen gesteigert, finden zum Beispiel vor einem immer größeren Kreis von Menschen statt: Ziel: Dem Patienten soll es irgendwann gelingen, ohne Panikattacken und Stimmversagen öffentlich aufzutreten.

Redeangst überwinden - doch wie? Durch Seminar, Hypnose, Psycho-Therapie?! (© aleutie / Fotolia)
Redeangst überwinden – doch wie? Durch Seminar, Hypnose, Psycho-Therapie?! (© aleutie / Fotolia)

Die Verhaltenstherapie gegen Sprechängste kann sich über einen längeren Zeitraum hinziehen, manchmal über Jahre. Schneller gelingt die Behandlung der Logophobie angeblich mit Hypnose (https://www.hypnose-zehlendorf.de). Die Berliner Hypnosetherapeutin Isabella Buschinger sagt: „Hypnose kann helfen, selbstbewusster zu werden, entspannt und frei zu sprechen.“ Während der Hypnose wird mit dem Unterbewusstsein und den Ressourcen der Klienten gearbeitet (siehe auch Hypnose gegen Angst). Laut Buschinger kommen Menschen im Leben an Punkte, wo sie den Zugang zu ihren Stärken verlieren. Die Hypnose hilft, diesen Zugang wiederzuerlangen. Diese Blockaden, die manchmal schon in der Kindheit entstanden sind, werden in Trance – einem tiefen Entspannungszustand – aufgelöst. Entspannt, oft lächelnd, tauchen die Klienten aus der Hypnose wieder auf, fühlen sich innerlich gestärkter und selbstbewusster. Das zeigt zum Beispiel ein You-Tube-Video, in dem der Magdeburger Hypnotherapeut Dr. Norbert Preetz eine Klientin mit Redeangst behandelt (https://www.youtube.com/watch?v=30x3Og_dh1Q).

Isabella Buschinger hat Logophobie-Patienten, die sich ihr anvertrauten, bereits nach drei bis sechs Hypnose-Sitzungen à 90 Minuten (Kosten je 165 Euro) helfen können. Wie auch Markus T. aus Berlin. Er schreibt zum Thema Sprechangst Behandlung via Hypnosetherapie: „Es sind jetzt vier Monate vergangen seit der letzten Hypnose Sitzung, und ich möchte Ihnen erzählen, wie sich die Hypnose auf mein Leben ausgewirkt hat. Es fällt mir heute manchmal erst nach einer Teamsitzung auf, die ich geleitet habe, dass ich die Aufregung und Angst, die sonst immer da war, kaum bis gar nicht gespürt habe. Ich bin verblüfft und freue mich, dass sich das Gefühl so verändert hat, und dass ich heute leichter und freier Gespräche führen, Gruppen leiten und im Mittelpunkt stehen kann. Ganz ohne Angst, etwas falsch zu machen oder etwas zu sagen. Ich habe durch die Hypnose mehr Vertrauen zu mir gefunden.“

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